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Zülpicher MiljöhfestDie „Flauen Bunken“ hatten ausschließlich heimische Kräfte aufgeboten

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Im Vordergrund steht eine Sängerin, dahinter tanzen Männer in silberfarbenen Weltraumanzügen.

Natürlich durfte auch das vereinseigene Herrenballett der Blauen Funken mit seinem aktuellen Weltraum-Programm nicht fehlen.

Wortspielereien und viel Lokalkolorit sorgten beim Miljöhfest in Zülpich für gute Laune. Das Traditionscorps setzte auf die eigenen Kräfte. 

Große Namen des Kölner Karnevals suchte man beim Miljöhfest der Blauen Funken am Sonntagnachmittag vergebens. Dennoch waren die kleinen und großen Akteure, die mit ihren Auftritten das abwechslungsreiche Programm gestalteten, allen im Publikum bestens bekannt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Karnevalssitzungen lag nicht nur die Moderation des Abends, sondern auch die gesamte Gestaltung komplett in den Händen der Mitglieder und Freunde des Traditionscorps. Jede Generation, von den selbsternannten „Alten Säcken“ bis hin zu den kleinsten Tänzerinnen und Tänzern der Garden, die schon im Alter von gerade einmal drei Jahren mit ihren einstudierten Choreografien für Begeisterung sorgten, beteiligte sich an diesem bunten Schauspiel.

Fritz und Marianne Komp stehen als „Kinz und Hunz" kostümiert an einem Tisch, im Hintergrund sind uniformierte Karnevalisten zu sehen.

Angelehnt an die Radiosendung „Tuten Gag“ präsentierten Fritz und Marianne Komp als „Kinz und Hunz“ eine humorvolle Stadtführung durch Zülpich.

„Die meisten Künstler hetzen während der Session von einem Ort zum nächsten und spulen hundertmal ihr Programm ab. Hier ist im Gegensatz dazu jeder Auftritt nur für das Miljöhfest entstanden“, erklärte Schriftführer Jens Bongard. „Die Auftritte drehen sich dann auch nicht um allgemeine Themen, sondern ganz speziell um das Geschehen hier in Zülpich. Das schafft noch einmal eine ganz andere Verbindung zwischen Publikum und Künstlern, die sich alle auch aus dem Privatleben kennen“, so Bongard weiter.

Ein Konzept, das den ganzen Abend immer wieder für ausgelassene Erheiterung sorgte, wenn Teile des Publikums sich selbst oder ihre Freunde und Nachbarn bei den Erzählungen der Büttenredner wiedererkannten. 

So erlebte das Publikum beispielsweise ein unerwartetes Wiedersehen mit dem Kinderdreigestirn, bestehend aus Prinz Isabelle, Bauer Mia und Jungfrau Greta, das derzeit in Ülpenich das närrische Volk durch die Session leitet. Steffi Schmitt, die stellvertretend in die Rolle des Trios schlüpfte, verkörperte die Nachwuchstollitäten jedoch 20 Jahre nach ihrer Regentschaft bei dem Versuch, dieses Mal das Dreigestirn der Kernstadt zu stellen.

Lustige Wirren um den Zülpicher Narrenthron

Dieser Versuch gestaltete sich deutlich schwieriger als erhofft, da der Zülpicher Thron traditionsgemäß nur von einem Prinzen besetzt wird, und so entspann sich ein humorvolles und chaotisches Telefongespräch mit den Verantwortlichen. Nicht weniger chaotisch gestaltete sich auch die Planung eines touristischen Rundgangs durch Zülpich von Fritz und Marianne Komp.

Inspiriert durch die SWR3-Radiosendung „Tuten Gag“, bei dem die Akteure immer wieder Buchstaben einzelner Wörter durcheinanderwirbeln, erforderte auch die Version des Duos die volle Aufmerksamkeit des Publikums. So durften die Sitzungsbesucher die Karnevalsvereine der „Flauen Bunken“ oder der „Jovener Hungkarnevalisten“ noch einmal neu kennenlernen und ein weiteres Mal Bürgermeister „Hulf Ürtgen“ als „Kützenschönig“ feiern.

Artistische Tanzeinlagen wurden gezeigt

Mit der Beteiligung von Schriftführer Jens Bongard entstand während des Miljöhfestes zudem eine Videobotschaft an den Regenten der vergangenen Session, Prinz Basti. Doch auch diese stellte die Akteure immer wieder vor spaßig-chaotische Probleme.

Aus dem bis ins Detail ausgearbeiteten Text wurde aufgrund ständiger Störungen bald ein an den Loriot-Sketch des Lottogewinners Erwin Lindemann erinnerndes Durcheinander, das die Lachmuskeln des Publikums noch weiter beanspruchte. Neben den zahlreichen humorvollen Redebeiträgen begeisterten die kleinen und großen Akteure auch mit zahlreichen artistischen Tanzeinlagen.

Dutzende gezückte Handykameras hielten den ersten Auftritt der jüngsten Nachwuchstänzer fest, während die Mitglieder des vereinseigenen Herrenballetts „Blue Funkys“ die Zuschauer in die Weiten des Weltalls entführten. „Alle Texte und Tänze des heutigen Abends stammen von den Beteiligten selbst“, lobte Jens Bongard.

Lediglich bei der Tanzdarbietung der „Solleras“ vom Sportverein Soller griffen die Blauen Funken auf auswärtige Kräfte zurück, um ihren eigenen Akteuren eine kurze Verschnaufpause vor dem nächsten Auftritt zu gönnen. „Alles andere, was heute hier auf der Bühne passiert, ist komplett in Eigenregie entstanden.“