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Ausstellung im KünstlerbunkerAxel Weishaupts Bilder haben „Schauwert“

3 min
Ein Künstler steht vor einem seiner Bilder.

In „Kappadokien bei Nacht“ verbindet Axel Weishaupt eine detailgetreue Felslandschaft mit einem frei erfundenen Sternenhimmel.

Axel Weishaupt zeigt im Künstlerbunker 51 detailreiche, gegenständliche Werke voller Geschichten.

Ein Heißluftballon ist in der pittoresken Landschaft Kappadokiens in der Türkei gestrandet. Auf seiner Hülle sind die amerikanischen „Stars and Stripes“ zu erkennen, darüber spannt sich ein Sternenhimmel. Drei Natur-Dokumentationen habe er angesehen, um ihn möglichst naturgetreu zu malen, erzählt Künstler Axel Weishaupt. Was der Ballon zu bedeuten hat, überlässt er den Betrachtern. „Kappadokien bei Nacht“ heißt die Arbeit, die gleich am Eingang der Galerie Künstlerbunker in Opladen hängt. Sie ist eines von 51 Bildern, die Weishaupt von Sonntag an in seiner Ausstellung „Schauwert“ zeigt. Der Titel ist Programm: Die Arbeiten wollen nicht nur flüchtig betrachtet, sondern entdeckt werden.

Geschichten zwischen Kappadokien und Leverkusen

„Wenn ich vom Schauwert spreche, meine ich, dass es etwas zu gucken gibt“, sagt der 63-Jährige. Museumsbesucher blieben statistisch nur wenige Sekunden vor einem Bild stehen. „Ich hoffe, dass ich diese Zeit um ein paar Sekunden überbiete.“

Weishaupt wurde in Leverkusen geboren und lebt bis heute in der Stadt. Er arbeitet hauptberuflich als Künstler und unterrichtet an einer Kölner Malschule. Im Künstlerbunker ist es seine zweite Einzelausstellung. Inspiration findet er auf Reisen: im Dschungel Costa Ricas, in Algerien und Marokko, in China oder in der Türkei. Doch auch Leverkusen liefert ihm Motive, darunter der Blick auf ein Altenheim oder eine brennende Chemiefabrik. Tiere, Menschen, Architektur und alltägliche Gegenstände tauchen ebenso auf wie besondere Lichtstimmungen. Mal leuchten die Arbeiten farbenfroh, mal wirken sie düster.

Oft versteckt Weishaupt kleine Hinweise: hier ein liegendes Fahrrad, dort ein Schaulustiger mit Fernglas. Die Titel geben eine Richtung vor, liefern aber keine fertige Deutung. „Meine Bilder erzählen Geschichten, die man sich entweder selbst ausdenken kann oder durch die Titel geleitet wird“, sagt er. Die kegelförmigen Formationen auf „Kappadokien bei Nacht“ erinnern ihn an ein „Schlumpfdorf“. Die bekannte Landschaft aus der Türkei habe er aber Stein für Stein einer realen Ansicht nachempfunden. Nur der Nachthimmel sei erfunden. 

Ein Botschafter des Realismus

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Gegenständlichkeit. Während im Westen weiterhin viel abstrakt gemalt werde, kehre Berlin bereits stärker zur gegenständlichen Kunst zurück, beobachtet Weishaupt. „Schauwert heißt Realismus“, sagt er. Schon während seines Studiums habe er sich an gegenständlich arbeitenden Professoren orientiert.

Der Eingang zu einer Galerie in Opladen

In der Galerie Künstlerbunker an der Karlstraße in Opladen ist die Ausstellung „Schauwert“ ab Sonntag bis zum 13. September zu sehen.

Mit einem Augenzwinkern nennt er sich „Botschafter des Realismus“. Gegenständlich zu malen sei schwieriger, „als ein paar Farben durcheinanderzuwirbeln“. Vielleicht sei er auch „zu simpel“, um in abstrakten Arbeiten immer das zu erkennen, was andere darin entdeckten, sagt er. Schlichte Abbilder der Wirklichkeit sind seine Werke dennoch nicht. Vertraute Motive werden zu rätselhaften Szenen, die Raum für Fantasie lassen. Genau beobachtete Details treffen dabei auf frei erfundene Elemente.

Die Leinwandarbeiten entstanden in Mischtechnik mit Acryl- und Ölfarbe. Keine ist kleiner als 40 mal 60 Zentimeter, das größte Format misst 120 mal 60 Zentimeter. Alle Bilder sind käuflich, die Preise reichen von 300 bis 3600 Euro. Besucher sollten vor allem Zeit mitbringen und sich auf die Bilder einlassen. Dann könnten sie, verspricht Weishaupt, „einen Haufen Geschichten mit nach Hause nehmen“.


Informationen zur Ausstellung

Die Ausstellung wird am Sonntag, 30. August, 11.30 bis 15.30 Uhr, in der Galerie Künstlerbunker, Karlstraße 9 in Leverkusen-Opladen, eröffnet. Sie läuft bis zum 13. September und ist mittwochs, freitags und sonntags jeweils von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter www.AGLeverkusenerKuenstler.de.

https://agleverkusenerkuenstler.de/