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SchulgebäudeAltbau zu marode – GGS Opladen wird komplett neu gebaut

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Baustelle auf dem Gelände der Gemeinschaftsgrundschule Opladen

Baustelle auf dem Gelände der Gemeinschaftsgrundschule Opladen

Der Altbau der Gemeinschaftsgrundschule Opladen hätte eigentlich saniert werden sollen. Doch der markante Querriegel ist zu marode.

Die Zeit drängt an der Hans-Schlehan-Straße in Opladen. Deshalb ist die Bezirksvertretung am Montag vor der Ratssitzung zu einer Sondersitzung zusammengekommen, die nur einen Tagesordnungspunkt beinhaltete: den Stand der Dinge auf der Baustelle der Gemeinschaftsgrundschule Opladen.

Und die Dinge dort sehen nicht gut aus. Viel schlechter jedenfalls, als vor Beginn der Bauarbeiten auf dem Gelände ersichtlich gewesen ist, wie die Fachfrauen aus der Verwaltung in der Sitzung immer wieder betonten. Das betrifft vor allem den markanten Querriegel der Grundschule, der schräg zur Hans-Schlehan-Straße steht und das Schulgelände zur Straße hin abschirmt. Der soll laut Baubeschluss des Stadtrates vom 23. Februar 2023 eigentlich erhalten bleiben, weil ortsbildprägend.

Doch dahinter sahen die Expertinnen große Fragezeichen, nachdem ein weiteres, an diesen Altbau angebautes Schulgebäude abgerissen und der Altbau an Decken, Wänden und Fußböden gründlich untersucht worden war. Die rückwärtige Wand des Schulhauses müsste „abgefangen“ werden, wenn man es erhalten will, wie es in der Ratsvorlage heißt. Außerdem müsste auch die statische Anbindung des Neubaus an den Altbau überdacht werden. 

Arbeiten ruhen derzeit

Die Bauleute und Sachverständigen entdeckten zudem „weitere Schwachpunkte durch schlechte Baumaterialien, Setzungsrisse, Löcher und alte Leitungsführungen“ im Altbau zusätzlich zu den bereits bekannten „statisch am Limit tragenden Hohlraumrippendecken“. Alle diese Punkte brachten in der Fachverwaltung die Frage auf, ob ein „Weiter so wie geplant“ immer noch der richtige Weg für die Erneuerung der Grundschule im Opladener Süden ist. Derzeit ruhen die Arbeiten auf der Baustelle sowieso, weil unter dem abgerissenen Gebäude Leitungen und Rohre gefunden worden waren, die auf keinem Plan verzeichnet waren.

Zwar könne man die Decken statisch mit einer Unterdecke aus Stahlträgern ertüchtigen, so Andrea Pesch, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Gebäudewirtschaft. Mit einer solchen Lösung wäre aber die künftige Nutzung im Lebenszyklus des Gebäudes stark eingeschränkt, so Pesch weiter. Sie und ihre Kolleginnen schlugen den Bezirksvertretern deshalb vor, nicht einfach fortzufahren wie beschlossen, sondern auch den Altbau, der eigentlich erhalten werden sollte, abzureißen und in gleichen Dimensionen und an gleicher Stelle neu zu errichten (Variante B). Als dritte Option (Variante C) boten sie den Stadtteil-Politikern an, das Projekt komplett neu zu planen.

Variante B würde gegenüber dem Weiter-so-Verfahren etwa 1,1 Millionen Euro teurer und wäre etwa sechs Monate später – September statt März 2029 – bezugsfertig. Die Bezirksvertreter waren begreiflicherweise über die schlechten Nachrichten von der Baustelle nicht begeistert und versuchten durch mehrfache Nachfragen herauszufinden, ob der so überaus schlechte Zustand des Altbaus nicht schon vor Beginn der Arbeiten hätte festgestellt werden können. Antwort der Fachfrauen: Man habe Dutzende Probebohrungen gemacht, aber die GGS Opladen sei in unterschiedlichen Baujahren entstanden, die Fußböden und Decken seien unterschiedlich aufgebaut, kurz: Den wahren Zustand des Altbaus habe man erst sehen können, nachdem Decken- und Wandverkleidungen vollständig entfernt und Böden geöffnet worden seien. 

Pesch forderte inständig auf, am Montag eine Entscheidung zu treffen und das Thema nicht in den nächsten Ratsturnus, also den Herbst, zu vertagen, denn: „Jeder Tag zählt. Deshalb sitzen wir hier.“ Dem wollte sich am Ende die Bezirksvertretung Opladen nicht entziehen und entschied sich einstimmig für Variante B, auch wenn Zweifel blieben, ob es jetzt bei sechs Monaten zeitlicher Verzögerung gegenüber der ursprünglichen Planung bleiben wird. Der Stadtrat stimmte in seiner Sitzung anschließend mehrheitlich dafür, das nötige zusätzliche Geld – 2,3 Millionen Euro – für die Variante B freizugeben.