Am Tag des offenen Denkmals bietet der Opladener Geschichtsverein Touren durch die Stadt an. Jugendliche aus halb Europa stellen ihre Leverkusener Erklärung vor.
23. GeschichtsfestWie Leverkusen in Europa eingebettet ist – Fest zeigt Netzwerke

Renate Blum, Michael Schmidt, Harald Krämer und Michael Gutbier vom Opladener Geschichtsverein sowie der städtische Denkmalschützer Jochen Simon (v.l.) stellten das Programm des Geschichtsfestes vor.
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Michael Gutbier und seine Mitstreiter beim Opladener Geschichtsverein (OGV) haben sich für das 23. Geschichtsfest etwas Neues ausgedacht und es geschafft, junge Leute aus einer Vielzahl Leverkusener Partnerstädte und weiterer europäischer Länder in die Stadt zu holen. Rund um den Tag des Geschichtsfestes, Sonntag, 13. September, machen sich die Besucherinnen und Besucher aus sieben EU-Staaten sowie aus Schwedt an der Oder und Jülich in einem mehrtägigen Workshop Gedanken über Erinnerungskultur in Europa und debattieren über die Frage, wie europäische Regionen die Zukunft des Kontinents mitgestalten können.
Die Ergebnisse des Jugend- und Medienworkshops, den das NRW-Europaministerium finanziell ermöglicht hat, münden auch in einer Leverkusener Erklärung, die am Tag des Festes, um 13 Uhr, als eines der Ergebnisse des Workshops vorgestellt werden soll, wie der OGV-Vorsitzende Gutbier am Freitag bei der Ankündigung des Geschichtsfestes erläuterte. Der OGV füllt damit das Motto des Denkmaltages „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur“ auf seine originelle Weise mit Leben, indem er selbst neue Netzwerke anregt und knüpft und Leverkusen als Teil Europas erlebbar macht.
Leverkusen als Teil eines eruopäischen Netzwerks
Die Stadt als Teil eines europäischen Netzwerks ist auch eines der Themen, dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den traditionellen Touren durch die Stadt begegnen werden. Denn fast zwei Jahrhunderte lang war der Deutsche Orden in der Stadt präsent, der über ein europäisches Netzwerk an Standorten verfügte, darunter ab 1616 auch Schloss Morsbroich, wie der städtische Denkmalschützer Jochen Simon erläuterte. Um 10.30 Uhr geht es mit dem Bus von der Villa Römer dorthin. Nach einer Führung durchs Schloss geht es weiter zur Nepomukkapelle in Fettehenne und zurück zur Villa Römer. Die zweite Bustour um 15 Uhr verbindet Schloss Morsbroich mit der Gezelinkapelle in Alkenrath.
Wer lieber zu Fuß die Stadt erkunden möchte, kann sich um 14 Uhr einer Führung durch das Opladener Industrie- und Villenviertel unter Leitung von Walter Beck, Sauerländischer Gebirgsverein, anschließen. Bereits ab 11 Uhr führt Kurt Krefft vom ADFC auf einer Radtour zur Eisenbahn- und Industriegeschichte entlang der Balkantrasse.
Alle Führungen sind kostenfrei, eine Anmeldung auf der Webseite des Geschichtsfestes – dort unter dem Menüpunkt „Aktuell“ – ist aber obligatorisch.
Wie in jedem Jahr gibt es Führungen durch die neue Ausstellung des OGV „Gewachsen. Geplant. Gelungen? – Stadtentwicklung in Leverkusen nach 1945“. Ebenfalls wieder im Programm ist eine Führung zu Baudenkmälern auf dem Opladener Frankenberg und durch das Stadtarchiv. Musikalisch wird das Fest am Morgen klassisch und am Abend ab 18 Uhr mit dem traditionellen Jazzkonzert eingerahmt. „Das Jazzkonzert wurde von Besuchern im vergangenen Jahr vermisst. Also haben wir es wieder aufgenommen“, so Gutbier.
Der Workshop mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Europa soll im Übrigen keine Eintagsfliege sein, wie OGV-Mann Michael Schmidt erläuterte. „Das ist ein Pilotprojekt und soll der Beginn der Zusammenarbeit sein.“ Man wolle sich überlegen, wie die Zusammenarbeit vertieft werden könne und welche Akteure man vielleicht noch hinzuziehen werde.
