Eine Woche Zeit zum Üben, dann steht Maike Bachhausen auf der Bühne. Die 21-Jährige spielt bei der Chormatinee in Opladen Trompete und bringt dabei eine junge Stimme in eine eher alte Chorwelt.
KonzertChöre-Matinee in Opladen – Mit Trompete gegen den Nachwuchsmangel

Im Festzelt vor dem Sängerheim des Männerchors Germania Opladen treffen sich Chöre aus der Region zur Chormatinee.
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Für Maike Bachhausen begann der Auftritt mit einem spontanen Anruf ihres Großvaters: Hast du Lust, bei der Chormatinee des Männerchors Germania Opladen Trompete zu spielen? Eine knappe Woche später steht die 21-Jährige mit ihrem Instrument im Festzelt vor dem Sängerheim an der Campusallee.
„Da konnte ich ja nicht Nein sagen“, sagt Maike Bachhausen. Viel Zeit zur Vorbereitung hatte sie nicht. Das Stück „You Raise Me Up“ sucht sie am vergangenen Sonntag aus und spielt es anschließend jeden Tag einmal durch. Die 21-Jährige studiert Trompete in Wuppertal, aktuell hat sie Semesterferien. Bereits 2023 war sie als Klavierbegleitung bei einem Kirchenkonzert des Männerchors dabei.
Als mein Opa mich gefragt hat zu spielen, da konnte ich nicht Vein sagen.
Mit ihren 21 Jahren ist Maike Bachhausen an diesem Vormittag eine Ausnahme. Auf der Bühne stehen überwiegend ältere Menschen, die schon lange im Chor singen. Neben der Germania Opladen sind die Singgemeinschaft Opladen, der Damenchor Bergisches Echo, der Frauenchor Erkrath 1997 und der MGV Loreley Leverkusen Schlebusch bei der Chormatinee dabei.
Im Festzelt wird gesungen, applaudiert und gelacht. Der Männerchor stimmt unter anderem „What a Wonderful World“ an. Trinklieder sorgen für ausgelassene Stimmung. Auch die Frauenchöre bekommen viel Applaus. Die Singgemeinschaft Opladen eröffnet ihren Auftritt mit „Hereinspaziert“, teilweise singt das Publikum mit. Die Stimmung im Zelt ist gelöst. Zwischen den Auftritten wird geredet und gelacht, immer wieder kommt Applaus auf. Selbst kleine Störungen werden mit Humor genommen. Es ist ein Vormittag, an dem das gemeinsame Singen im Mittelpunkt steht. Doch hinter der guten Stimmung steht eine Frage, die viele der Vereine beschäftigt: Wer kommt nach?

Das Bergische Echo wird im kommenden Jahr 50 Jahre alt.
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Bernd Frank, 79 Jahre alt und erster Vorsitzender des Männerchors Germania Opladen, spricht über die Schwierigkeit, wirbt für neue Mitglieder. Allerdings ist die Probenzeit um 15.30 am Freitagnachmittag, sicherlich nicht so praktisch für Berufstätige.

Musikerin Maike Bachhausen und Chorleiterin Susanne Richter bei der Chörematinee in Opladen.
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Auch Susanne Richter, kennt die Herausforderung. Sie leitet seit 2019 das Bergische Echo und seit 2011 die Singgemeinschaft Opladen. Für die 54-Jährige ist Chorgesang mehr als das gemeinsame Einstudieren von Liedern. „Es ist einfach auch immer nett. Gemeinschaft“, sagt sie. Die Chöre würden sich bei Veranstaltungen wie dieser kennenlernen und später auch zu den eigenen Konzerten einladen. Gleichzeitig versucht Richter, die Programme abwechslungsreich zu gestalten. Neben Volksliedern und geistlichen Liedern gehören auch Filmmusik und modernere Stücke dazu.
Das Bergische Echo wird im kommenden Jahr 50 Jahre alt. Zum Jubiläum ist ein Konzert mit Filmliedern geplant. Auch Humor darf dabei nicht fehlen. Beim „Hefelied“ nehmen die Sängerinnen die vielen Anforderungen, die heute an Frauen gestellt werden, ironisch aufs Korn. Susanne Richter sagt, die Übertreibung sei bewusst. Frauen müssten heute häufig arbeiten, gut aussehen, den Haushalt organisieren, sich um die Kinder kümmern und einen großen Teil der Familienorganisation übernehmen. Das Lied mache sich nicht darüber lustig. „Viel mehr geht es darum zu betonen, dass ich mich als Frau gar nicht rechtfertigen muss.“
