Das Familienseminar der AWO am Berliner Platz in Opladen hat ein neues Jahresprogramm veröffentlicht.
Zwischen Hula-Hoop, Fitness und TrauerNeues Jahresprogramm des Awo-Familienseminars Leverkusen

In der großen Küche werden Kochkurse unter anderem zu verschiedenen Länderküchen und Trendrezepten angeboten.
Copyright: Lotta Hosenfeld
Das Familienseminar der AWO am Berliner Platz in Opladen hat ein neues Jahresprogramm veröffentlicht. Von Juli 2026 bis Juni 2027 werden zahlreiche Veranstaltungen in den vier Bereichen Eltern-Kind, Gesundheit und Vorsorgliches, Interkulturelle Arbeit und Ehrenamt sowie Kochen und Genuss angeboten.
Momentan befindet sich das Team der AWO am Berliner Platz in einer besonderen Situation. Im April kam es zu einem Wasserschaden, weshalb ein gesamtes Gebäude auf dem Gelände aktuell nicht nutzbar ist. In diesem Gebäude befindet sich der Kursraum für Eltern-Kind-Kurse sowie die Gymnastikhalle. Die Räume müssen neu saniert werden und sind mindestens bis Oktober nicht nutzbar. Jetzt müssen einige Veranstaltungen ausgelagert werden, zum Teil in andere Räume am Berliner Platz, zum Teil aber auch in städtische Familienzentren. „Das Programm findet trotzdem statt, aber es ist natürlich nervig für unsere Besucherinnen und Besucher“, sagt Brigitte Kühn, Leitung AWO am Berliner Platz.
Beliebt sind Kochkurse, die in der großen Küche mit fünf Backöfen und drei Spülmaschinen stattfinden. Im neuen Programm finden sich einige Kochevents in Kooperation mit dem Naturgut Ophoven. „Im Grunde geht es bei den Kochkursen aber auch einfach ums Unterhalten und Spaß haben“, sagt Mirjana Karan vom Fachbereich Kochen und Genuss. Auf Anfrage können auch individuelle Kochkurse gestaltet werden, zum Beispiel für Freundesgruppen, Junggesellenabschiede oder auch Firmenfeiern.

Mirjana Karan, Brigitte Kühn und Sofia Moritz (v.l.) freuen sich auf die kommenden Veranstaltungen der Awo am Berliner Platz.
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Im Bereich Kinder und Familie drehen sich die meisten Veranstaltungen darum, dass Eltern und Kinder gemeinsam etwas unternehmen. Einige Angebote richten sich auch an schwangere Frauen: Neu ist der Schwangerenchor, bei dem schwangere Frauen durch Singen ihre Atmung trainieren und eine Verbindung zum Kind aufbauen. Angeboten wird ebenfalls ein Chor für Eltern und ihre Babys oder Kleinkinder. Dort singen hauptsächlich die Eltern, aber die Babys dürfen dabei sein. „Es geht darum, dass die Eltern ihrem Hobby nachgehen können, aber, im Vergleich zu regulären Chören, sich niemand daran stört, wenn mal ein Baby quäkt“, erklärt Sofia Moritz vom Fachbereich Familie. Ebenfalls neu im Programm ist Mawiba, ein Tanzfitnesskurs der sich an schwangere Frauen und Mütter mit ihrem Baby in der Trage richtet.
Beim Programm des Bereiches Gesundes und Vorsorgliches liegt der Fokus auf Bewegung. Zusätzlich zu den klassischen Gymnastik-, Outdoor- und Yogakursen, können die Teilnehmenden im kommenden Jahr mit Hula-Hoop Fitness mal eine unbekanntere Sportart ausprobieren.
Auch mentale Gesundheit spielt eine große Rolle. Zum Thema Trauer ist ein offener Treff zum Austausch über Trauer und Tod geplant. Ebenso ein Trauerspaziergang, um sich dem Thema etwas ungezwungener zu nähern. Am Abend des 15. Oktober, dem internationalen Tag der Sternenkinder, wird mit Musik und Ritualen ein Raum geschaffen, in dem sich Menschen über ihre Erfahrungen mit Fehlgeburten, Totgeburten oder unerfülltem Kinderwunsch austauschen können. „Unser Anliegen ist es, Trauer mehr in die Gesellschaft mit einzubringen. Das Thema hat selten Platz in einer fröhlichen Runde“, sagt Brigitte Kühn.
Für Frauen ist es häufig schwieriger einen öffentlichen Raum zu besetzen. Wir bieten einen geschützten Rahmen, in dem Kinder auch immer willkommen sind.
Der Bereich Interkulturelle Arbeit und Ehrenamt bietet unter anderem interkulturelle Tanzabende und einen interkulturellen Chor an. Einige Programmpunkte richten sich ausschließlich an Frauen. „Für Frauen ist es häufig schwieriger einen öffentlichen Raum zu besetzen. Wir bieten einen geschützten Rahmen, in dem Kinder auch immer willkommen sind“, erklärt Brigitte Kühn. Momentan arbeiten circa 20 Ehrenamtliche bei der Awo am Berliner Platz. Sie geben niedrigschwellige Deutschkurse an Geflüchtete, arbeiten in der Fahrradwerkstatt oder betreuen den Garten.
Einnahmen generiert das Familienseminar durch Kursbeiträge und Vermietung der Räumlichkeiten. Die alte Töpferei auf dem Gelände kann für Partys gemietet werden. Außerdem können private und Firmengruppen Kochkurse und Keramikkurse buchen. Zuschüsse erhält das Familienseminar von der Stadt Leverkusen, bisher ist jedoch noch nicht klar, wie hoch die Summen in diesem Jahr ausfallen, da Familienbildung eine freiwillige Aufgabe der Stadt ist. Gegen eine Energiekostenpauschale werden die Räumlichkeiten außerdem Gruppen wie den Omas gegen Rechts, einem Schachclub oder Selbsthilfegruppen zur Verfügung gestellt.
Das Konzept der Awo ist es aufeinander zu achten, Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen und Vielfalt zu pflegen. „Uns ist es wichtig den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und nicht pädagogisch von oben herab“, sagt Sofia Moritz. „Hier wird nicht bewertet, ob eine Mutter stillt oder nicht oder ob sich ihr Kind gut benimmt, hier kann einfach jeder sein wie er ist“, führt sie fort.
