Im Gespräch lüftet der Leiter des Formats das Geheimnis: Welcher Song wird am 18 Juni gesungen?
„Einfach singen“Wie im Opladener Scala ein 200-Leute-Chor entsteht

Basti Lindenau (l.) und Niklas Genschel wollen wieder das ganze Scala zum Singen bringen.
Copyright: Niklas Genschel
Als Chorleiter, Arrangeur, Schlagzeuger – kurz, als viel beschäftigter Musiker – hat Niklas Genschel natürlich schon viel gesehen auf der Bühne. Dennoch: „Es ist schon schön, in den Raum zu kommen, und noch überhaupt keine Ahnung zu haben, wer da ist, und dann zu gucken, was eigentlich geht.“ Denn zum inzwischen elften Mal stellt sie Genschel mit seinem Musikerkollegen Basti Lindenau die Aufgabe, an einem Abend einen 200-Leute-Chor aus dem Boden zu stampfen.
Das ist im Grunde die Idee hinter „Einfach singen“. Der Leverkusener hat das Format in der Stadt etabliert und will am Donnerstag, 18. Juni, wieder das gesamte Scala in Opladen zum Singen bringen. Es geht darum, an einem Abend ein Stück einzustudieren. Genschel koordiniert von der Scala-Bühne aus den Pop-up-Chor, sodass am Ende alle gemeinsam ihren Song singen. Die Musiker streuen hier und da auch andere Songs ein, um den Singabend abwechslungsreich zu gestalten, im Fokus steht aber das eine Lied.
Niklas Genschel beginnt den Abend mit einem kleinen Einsingen und Stimmübungen. Wichtig: Jeder und jede kann kommen, Vorkenntnisse und Noten sind nicht erforderlich. In den vergangenen zehn Jahren habe sich allerdings gezeigt, dass größtenteils Menschen kämen, die ohnehin häufiger singen. Manche seien schon im Chor, andere wiederum würden gern, hätten aber keine Zeit für regelmäßige Proben, sodass diese einmalige Veranstaltung für sie ideal sei. Die Hürden seien gering. Viele brächten Freunde oder Verwandte mit.
Es geht um den Spaß
Niklas Genschel bringt dann einen möglichst mehrstimmigen Chorsatz zusammen, und probt mit den Spontansängerinnen und -sängern. Wobei das nicht klassisch ein vierstimmiger Satz sei. Denn Niklas Genschel weiß ja gar nicht, wer am Abend überhaupt vor ihm stehen wird. Er leitet dann Gruppen in verschiedenen Stimmlagen und Tonhöhen an, und gibt Stimmen für Frauen und Männer vor. „Da spielt auch Selbsteinschätzung eine Rolle“, sagt er. Jeder könne die Stimme singen, in der er oder sie sich wohlfühle. Dass viele schon Gesangserfahrung hätten, helfe dabei natürlich.
Also alles ziemlich ungezwungen. Es geht um den Spaß: „Es ist ja erwiesen, dass das Singen Freude bereitet und das Wohlbefinden steigert“, sagt der Fachmann. Man werde von der Masse getragen, sagt er. Und das sei immer ein Erlebnis. Und ohnehin sei dieses Gefühl das, was das Chorsingen grundsätzlich ausmache: „Da entsteht immer eine besondere Kraft.“ In der Tat scheint das gemeinsame Singen derzeit groß im Trend zu sein, immer neue Ensembles gründen sich: Die „Grüngürtelrosen“ oder die „Veedelperlen“ sind in der Region wohl die bekanntesten Beispiele für solche modernen Chöre.
In den vergangenen Jahren haben Niklas Genscher und Basti Lindenau unter anderem „Auf uns“ (Andreas Bourani), „Tage wie diese“ (Tote Hosen), „Dancing Queen“ (ABBA) und „Komet“ (Udo Lindenberg und Apache) gesungen. Dem „Leverkusener Anzeiger“ verrät Genschel den diesjährigen Song: „Somewhere only we know“ von der britischen Band „Keane“.
„Einfach singen“, Scala Club, Opladen, Uhlandstraße 9, Donnerstag, 18. Juni, Einlass 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr, Vorverkauf 19 Euro, Abendkasse 23 Euro. Vorverkauf unter www.scala-leverkusen.de.
Scala-Programm im Juni
„Nightwash – Das Sing Ding“, „Das lustigste Mitsingkonzert aller Zeiten“, (Mitsingkonert, Freitag, 5. Juni); „Ding Dong“ Eva Karl Faltermeier (Comedy, Samstag, 6. Juni); „Schon lustig, wenn's witzig ist“ Benni Stark (Comedy, Sonntag, 7. Juni); „Arschbombe Olé“ Mirja Boes (Comedy, Samstag, 13. Juni); „Mutti & Friends“ Tobii Live (Comedy, Sonntag, 16. Juni, Nachholtermin); „All about Joel“ Billy-Joel-Tributeband (Konzert, Samstag, 20. Juni); „The Doors in Concert“ The-Doors-Tributeband (Konzert, Samsstag, 27. Juni)
