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Gesprächsrunde in OpladenWas Kirche und Politik gemeinsam haben

Die Opladener CDU hatte zum Austausch eingeladen, Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche kamen.

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Heinz-Peter Teller (l.) und Bernd-Ekkehart Scholten (r.) diskutierten bei Wohnzimmeratmosphäre zum Thema „Kirche und Politik“.

Heinz-Peter Teller (l.) und Bernd-Ekkehart Scholten (r.) diskutierten bei Wohnzimmeratmosphäre zum Thema „Kirche und Politik“.

Am Dienstagabend trafen sich im „Stilbruch“ in Opladen CDU-Kommunalpolitiker, christliche Kirchenvertreter und interessierte Bürgerinnen und Bürger, um über das Thema „Kirche und Politik“ zu diskutieren. Joshua Kraski-Pauls, Vorsitzender der Christdemokraten in Hitdorf, moderierte im ersten Teil des Abends ein Gespräch zwischen dem katholischen Stadtdechanten Heinz-Peter Teller und dem evangelischen Superintendenten Bernd-Ekkehart Scholten. Im zweiten Teil durften die Gäste Fragen stellen.

„Wir wollten eine Gesprächsveranstaltung außerhalb des Wahlkampfes anbieten. Sowohl die Politik als auch die Kirche stehen momentan vor großen Herausforderungen und als CDU sind wir natürlich daran interessiert, die Kirche zum Gespräch einzuladen. Hier ist ein guter Rahmen, um über Themen nachzudenken, mit denen man sich sonst vielleicht weniger beschäftigt“, sagt Matthias Itzwerth, Vorsitzender des Ortsverbandes der CDU in Opladen und Organisator des Abends. Auch Oberbürgermeister Stefan Hebbel und Landtagsabgeordneter Rüdiger Scholz waren zu Gast.

Die erste Frage, die die Moderation den Kirchenvertretern stellte, betraf die größten Herausforderungen, denen sich die Kirche heutzutage stellen muss. Für den Protestanten Scholten ist es die Frage, wie man das Miteinander gestaltet in Zeiten wachsender Polarisierung in der Gesellschaft und wie die Kirche es schafft, den christlichen Glauben zu verbreiten. Der Katholik Teller sieht ebenfalls den schwindenden Anteil glaübiger Menschen als größte Herausforderung und den damit einhergehenden Personalmangel im kirchlichen Ehrenamt.

Unverbindliche Lebensweise sorgt für Rückgang im kirchlichen Engagement

Beide kritisieren den fehlenden Raum für Dialog in der Gesellschaft und betonen, dass die Kirche genau ein solcher Ort ist, in dem Gespräche möglich sind und auch unterschiedliche Meinungen akzeptiert werden. Auch beim Thema Ehrenamt sind sie sich einig: Ohne Menschen, die sich ehrenamtlich betätigen, würde die Gesellschaft zusammenbrechen.

Das gilt auch für Kommunalpolitiker. „Mich nervt das Prügeln auf Menschen, die sich neben ihren Berufen noch politisch engagieren. Man hört immer, die seien abgehoben, aber wie sollen die es unter den Bedingungen überhaupt schaffen, abgehoben zu werden?“, sagt Scholten. Er wünsche sich von der Politik allerdings, dass es einen Runden Tisch mit der freien Wohlfahrt gibt, wo miteinander nach Lösungen gesucht werde und sie nicht die Lösungen erst am Ende vorgelegt bekommen.

Den Grund für die sinkende Zahl der aktiven und engagierten Gläubigen in der Gesellschaft sieht Teller zum Teil in der unverbindlichen Lebensweise: „Die Sehnsucht nach Spiritualität und die Grundfragen des Lebens, denen sich die Religion widmet, sind in der Gesellschaft nach wie vor von großer Bedeutung. Allerdings hat die Kirche ein altbackenes, mittelalterliches Image und die Menschen wollen sich heutzutage nicht binden in ihrer Spiritualität. Das sieht man schon bei vielen Kirchenchören, die sich auflösen, weil die Mitglieder den einen festen Termin die Woche nicht einhalten wollen“, sagt Teller.

Nach dem 45-minütigen Gespräch stellte das Publikum Fragen zum Verlust von Kirchenstandorten, zur Kirchensteuer und zum interkulturellen Zusammenhalt verschiedener Religionen in Leverkusen. „Es war ein gemütlicher Abend, mit anregenden Fragen und Gesprächen. Die Premiere ist also gelungen. Ich würde das Format nächstes Jahr gerne weiterführen und dann auch einen Vertreter des Islamrats einladen“, sagt Organisator Itzwerth.