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„Zesamme singe“Was die Leverkusener Jecken von den neuen Sessionshits halten

Die „Kölner Stadt-Anzeiger Medien“ veranstalten am 17. November ein Mitsingkonzert in Opladen. Zeit also, sich einmal mit Karnevalsmusik auseinanderzusetzen.

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Tollitäten aus Leverkusen inklusive Teilen des Gefolges sowie Krätzchens-Sänger Philipp Oebel haben sich die neuen Karnevalslieder angehört.

Tollitäten aus Leverkusen inklusive Teilen des Gefolges sowie Krätzjens-Sänger Philipp Oebel haben sich die neuen Karnevalslieder angehört.

Als sie Leverkusener Karnevalisten die unverwechselbare Stimme hören, ist sofort klar, um wen es geht: Peter Brings. „Es gibt zwei Stimmen, die man sofort wiedererkennt“, sagt Martin Woutenar: Tommy Engel und Peter Brings.

Woutenar gehört zur KG Hetdörper Mädche und Junge. Er begleitet das designierte Dreigestirn Prinz Joshua I. (Kraski-Pauls), Jungfrau Andrea (André Wagner) und Bauer Martin (Martin Gnodtke) beim Besuch in der Redaktion des „Leverkusener Anzeiger“. Auch Prinz Stefan I. (Lutz, KG Grün-Weiß Schlebusch) in Begleitung seines Prinzenführers Peter Schmitz war gekommen, um sich einmal die neuesten Karnevalslieder anzuhören.

Denn die „Kölner Stadt-Anzeiger Medien“ laden für Dienstag, 17. November, 17 bis 20 Uhr, zum Format „Brauchtumszeit – Zesamme singe“ ins Probierwerk an der Stauffenbergstraße 14-20 in Opladen ein. Dort können die Gäste, angeleitet von Krätzjen-Sänger Philipp Oebel, miteinander kölsche Lieder singen – vom Ostermann bis zu Brings.

Ohne die Fööss keine kölsche Musik

Die Geschmäcker, was Karnevalsmusik angeht, sind in der Runde nicht immer gleich. Auf ein paar können sich alle einigen. „Immer för immer“, die Kollaboration von Cat Ballou und Brings, kommt sehr gut an. „Damensitzung, vorletzte Nummer“, scherzt Stefan Lutz. Eine Nummer zum Schunkeln. Um sich in den Arm zu nehmen, wenn man schon etwas länger gefeiert hat. Aber letztlich komme das ja auch immer auf die Stimmung an, was gefällt.

Noch nicht so richtig im Ohr haben die Jecken die Stimme von Bläck-Fööss-Sänger Mirko Bäumer. Den erkennt beim ersten Hören von „Uns Sproch“ keiner. Das Lied weckt bei niemandem Störgefühle, es sei aber „aalglatt“. Kein gutes Urteil über ein Karnevalslied. Dennoch stellt natürlich niemand die Bedeutung der Fööss infrage. Experte Philipp Oebel sagt: „Ohne die gäbe es die kölsche Musik so gar nicht.“

Der Musiker achtet bei seiner Bewertung auch auf die Produktion. Kasallas „Mir is et ejal“ kommt bei den Jecken am Mittwochmorgen zwar nicht so an (Kraski: „Das Lied ist mir einfach egal“), aber Obel bescheinigt dem Titel zumindest eine „fette“ Produktionsweise. Und überhaupt: Wenn man die Musik auf einer Sitzung oder einer Party höre, höre man ja vieles ganz anders.

Mit denen machste nix falsch, die reißen aber auch niemanden vom Hocker
Urteil über viele Karnevalslieder

Was den Jecken beim Durchhören auffällt, ist die zunehmende Vermischung von Ballermann und Karneval. Das kommt bei ihnen nicht gut an. Früher, so sagt Stefan Lutz, sei die Trennung da viel strikter gewesen: da Karneval, da Partymusik. „11:11“ von Mätropolis überschreitet bei manchen in der Runde die Ballermann-Grenze, bei manchen aber auch nicht. Kraski-Pauls findet gut, dass es auch mal eine Frauen-Karnevalsband gibt. Die Szene ist nämlich ziemlich Männer-dominiert.

Dass aus den gehörten Titeln ein echter Klassiker wird, glauben die Hörer eher nicht. Zumal die Halbwertszeit gefühlt immer kürzer werde, weil es inzwischen so viele Karnevalsbands gebe. Die „Karnevalsmaus“ von Druckluft, die wird sicher auch noch in einigen Jahren auf Partys gehört, sind sich alle einig. Der neue Druckluft-Song „11 von 11“, reihe sich musikalisch in den Stil ein. Das Urteil: „Einfache Struktur, gute Melodie, einfache Message“.

Dass das nicht für alle Karnevalslieder zutrifft, wenn sie Erfolg haben wollen, wissen die Hörer. Zu unterschiedlich sind viele Nummern. Manche allerdings auch zu ähnlich. „Nippes oder kipp es“ von Amago, „POV Kamelle“ von Lupo oder die schon erwähnten Nummern von Kasalla und den Fööss – „mit denen machste nix falsch, die reißen aber auch niemanden vom Hocker“.

Der „Sensemann“ von Miljö, „Lilly Marleen“ von den Paveiern oder „Alaafbereitschaft“ von Klüngelköpp da schon eher, lautet das Urteil. Grundsätzlich, so ist der Tenor, sind aber alle froh über die kölsche Musiklandschaft. Martin Gnodtke fasst das passend zusammen: „Es ist schon klasse, womit Köln da aufwartet.“

„Brauchtumszeit – Zesamme singe“, Mitsingkonzert der „Kölner Stadt-Anzeiger Medien“, Dienstag, 17. November, 17 bis 20 Uhr, Probierwerk Opladen, Stauffenbergstraße 14–20, Karten kosten 11,20 Euro, Kaffee, Tee, Wasser und Apfelsaft sind im Preis enthalten.

https://rausgegangen.de/events/ksta-medien-brauchtumszeit-zesamme-singe-0/


Der Festausschuss Leverkusener Karneval (FLK) lädt für Mittwoch, den Elften im Elften, um 11 Uhr, zur Sessionseröffnung und Prinzenvorstellung von Prinz Stefan I. in den Saal Norhausen an der Felderstraße 17 in Rheindorf ein. Der Eintritt ist frei, Einlass ist um 10 Uhr. Proklamiert wird Stefan dann am Samstag, 21. November, 19 Uhr (Einlass 18 Uhr), im Forum, Am Büschelter Hof 9. Karten gibt es für 39 Euro, sie müssen per E-Mail bestellt werden. karten@flk-lev.de

Die Hetdörper proklamieren ihr Dreigestirn am Samstag, 14. November, in der Hitdorfer Stadthalle, Hitdorfer Straße 113. Einlass ist um 18 Uhr. (nip)