Das vor wenigen Wochen ins Leben gerufene Bürgerforum bildet ein Gegengewicht zum Netzwerk NSG Ententeich, das die Erweiterung ablehnt.
FreizeitparkNeues Bürgerforum in Brühl betont positive Aspekte des Phantasialand-Ausbaus

Eberhard Meyer hat das Bürgerforum Phantasialand ins Leben gerufen.
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Die Diskussion über die Erweiterung des Phantasialands bewegt die Brühler Bürgerschaft – bislang liegt der Fokus auf dem Protest gegen den Ausbau des Freizeitparks auf Kosten des teils unter Naturschutz stehenden Areals rund um den sogenannten Ententeich. Eberhard Meyer will nun einen anderen Akzent setzen.
Zusammen mit einer Handvoll Mitstreiter hat er vor wenigen Wochen das Bürgerforum Phantasialand ins Leben gerufen. Dieses soll möglichst bald zu einem Verein werden und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragen, um die Interessen jener Brühler zu bündeln, die einer Erweiterung grundsätzlich positiv gegenüberstehen.
Aufnahme des Bauleitverfahrens wird begrüßt
„An der derzeitigen Diskussion stört mich, dass vor allem Bedenken, Risiken und Gefahren die öffentliche Wahrnehmung bestimmen“, sagt der Vertriebler, der betont, nicht politisch aktiv zu sein und nicht in besonderer Beziehung zu dem Freizeitpark zu stehen. Die Chancen und Möglichkeiten eines Ausbaus träten hingegen in den Hintergrund, so der Brühler Diplom-Kaufmann, der sich als Sprecher des Bürgerforums engagiert.
Man solle eine „verantwortungsvoll umgesetzte Erweiterung als Chance begreifen“, findet der Brühler, immerhin habe der Park mehr als 800 neue Arbeitsplätze angekündigt und wolle die Rodung der Fläche „mit der dreifachen Fläche an Wald und einem neuen Feuchtbiotop ausgleichen“. Es sei selbstverständlich, dass ein Ausbau des Parks nur dann erfolgen könne, wenn die relevanten Gutachten eine Gefährdung für Menschen und Lebensqualität ausschlössen. Alle Fragen zu den Auswirkungen der Erweiterung auf Umwelt, Verkehr und Lebensqualität müssten faktenbasiert beleuchtet werden. Dafür biete das vor wenigen Tagen gestartete Bauleitverfahren einen guten Rahmen, findet Meyer.
Damit vertritt er eine andere Meinung als Teile der Politik und das Netzwerk NSG Ententeich, das den Widerstand gegen das Phantasialand bündelt und mit einem Bürgerbegehren stoppen will. Denn diese sehen in der Aufnahme des Bauleitverfahrens eine entscheidende Weichenstellung für die Erweiterung und kein Verfahren mit gänzlich offenem Ausgang. „Dem kann ich nicht folgen. Nun kommen doch alle Fakten auf den Tisch und machen eine neutrale Bewertung durch unabhängige Gutachter und Sachverständige möglich“, so Meyer.
Das sei nur fair, denn das Phantasialand warte seit vielen Jahren auf Klarheit und „die Stadt und wir als Bürgerinnen und Bürger profitieren seit rund sechs Jahrzehnten vom Freizeitpark“. Zudem haben die Stadt eine Verantwortung gegenüber Unternehmen – zumal wenn es sich um wichtige Steuerzahler handele. Das gelte umso mehr in Zeiten klammer öffentlicher Kassen. Das Feld alleine der Politik zu überlassen – immerhin sind die Befürworter des Ausbaus im Rat deutlich in der Mehrheit – will Meyer nicht. Es brauche bürgerschaftliches Engagement, weil die Angelegenheit die Stadt über die Kommunalwahl-Periode hinaus beschäftigen werde.
