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„Tour de Verkehrswende“Fahrradaktivisten erinnern an den tödlichen Unfall in Hürth

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Das Foto zeigt eine große Gruppe auf Fahrrädern, teils mit Flaggen und Bannern.

Mit dem Fahrrad kamen die Aktivisten bei der Tour de Verkehrswende nach Hürth, um an den tödlichen Unfall auf der Frechener Straße zu erinnern.

Teilnehmer warfen den Behörden bei einer Mahnwache Untätigkeit vor. Eine Schülerin (10) und ein Begleiter (25) waren bei dem Unfall gestorben.

Ende Juli gedachten hunderte Menschen mit einem Schweigegang und einer Mahnwache der zehnjährigen Schülerin Avin und des 25-jährigen Schulbegleiters Luis. Beide waren am 4. Juni beim Überqueren der Frechener Straße an einer Ampel von einem Auto angefahren und tödlich verletzt worden. Um die Erinnerung wach zu halten, hielten am Freitag (29. August) 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fahrrad-Demo „Tour de Verkehrswende“ an der Unfallstelle inne. Axel Fell, Vorsitzender des ADFC Rhein-Erft und Mitorganisator der Mahnwache, stellte ernüchtert fest: An der Unfallstelle habe sich bis heute nichts geändert.

Eine Etappe der jährlichen „Tour de Verkehrswende“, organisiert vom Verein Changing Cities mit lokalen Partnern, führt in diesem Jahr auch von Düren durch den Rhein-Erft-Kreis nach Köln. Am Donnerstagabend trafen sich die Fahrradaktivisten in Kerpen mit Verkehrsminister Oliver Krischer, tags darauf gab es eine Kundgebung vor dem dortigen Rathaus.

Hürth: Teilnehmende schoben ihre Fahrräder schweigend zur Unfallstelle

In Hürth schoben Teilnehmenden ihre Fahrräder schweigend von der Kreuzung Sudetenstraße, wo im Dezember 2021 ein 15-jähriger Radfahrer ums Leben gekommen war, rund 500 Meter die Frechener Straße hinauf bis zur kleinen Gedenkstätte auf Höhe der Einmündung Theresienhöhe.

„Wir stehen jetzt hier, drei Monate nach dem Unfall“, sagte Dr. Ingo Benz, Mitinitiator einer Petition für mehr Verkehrssicherheit. „Über 10.000 Menschen haben sich unserer Petition angeschlossen: Wir fordern Tempo 30 und weitere Maßnahmen, damit sowas nie wieder passieren kann.“ Benz warf der Stadt vor, nichts zu Verbesserung der Sicherheit getan zu haben. Stattdessen werde darauf verwiesen, dass der Unfall auf das Fehlverhalten eines einzelnen Autofahrers zurückzuführen sei.

Initiatoren der Mahnwache in Hürth üben scharfe Kritik an den Behörden

„Das sehen wir nicht so“, sagte Benz: „Diese Straße hat keinerlei Hindernisse. Hier kann ich mit 250 entlang brettern, und es stört keinen. Hier ist noch nicht einmal eine Radarkontrolle installiert. Das hat die Stadt Hürth nicht für nötig gehalten.“ Schon in der Vergangenheit habe es Forderungen nach einer „drastischen Reduzierung der Geschwindigkeit“ auf der Frechener Straße gegeben. Doch die Stadt habe sich für nicht zuständig erklärt.

Benz appellierte an Politiker aller Parteien: „Das ist keine politische Frage, das ist eine Sicherheitsfrage, die geht alle an.“ Auch der ADFC-Vorsitzende Fell kritisierte die Verantwortlichen in Stadt und Kreis scharf. „Das einzige, was hier darauf hinweist, dass das eine gefährliche Stelle ist und hier ein tödlicher Unfall passiert ist, ist unsere Mahnwache, sind die Blumen und Stofftiere“, so Fell. „Nichts, was eine Kommune, ein Kreis, eine Straßenverkehrsbehörde machen könnte, ist hier sichtbar.“