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„Rheinflanke“-AusbildungsbörseVom Tischkicker zum Job

Lesezeit 3 Minuten
Dirk Gärtner von den Ford-Werken bei der „Rheinflanke“-Ausbildungsbörse mit Schülern beim Kickerspiel

Dirk Gärtner von den Ford-Werken bei der „Rheinflanke“-Ausbildungsbörse mit Schülern beim Kickerspiel

Um Schülerinnen und Schüler mit potenziellen Arbeitgebern zusammenzubringen, hat die „Rheinflanke“ eine moderne Ausbildungsbörse ins Leben gerufen.

Unter der Devise „Kick it! – spielend in die Ausbildung“ hat die „Rheinflanke“ zu einer Ausbildungsbörse in die Straßenkicker-Base von Lukas Podolski eingeladen. 400 Schülerinnen und Schüler trafen in Mülheim auf mehr als 25 Firmen — die einen suchten einen Ausbildungsplatz, die anderen Auszubildende.

Die Mitarbeitenden der „Rheinflanke“ haben eigens für dieses Event eine App entwickelt, deren Algorithmus so programmiert ist, dass immer ein Personaler und drei Jugendliche an einem Tisch spielen. „Vorstellen, Tore schießen und nach dem Abpfiff sollten die Personalverantwortlichen die Jugendlichen zu einem Gespräch mit an ihren Unternehmenstisch nehmen. Das Format ist sehr niederschwellig, man kommt spielend ins Gespräch. Der Tischfußball dient dabei als Eisbrecher“, sagt Dennis Diedrich, der bei der „Rheinflanke“ für die Ausbildungsbörse zuständig ist.

„Rheinflanke“ bietet modernes Berufsberatungsformat

Die „Rheinflanke“ ist eine anerkannte Trägerin für sportbezogene Jugend- und Bildungsarbeit. Die gemeinnützige Organisation legt einen besonderen Fokus auf Kinder und Jugendliche mit vermindertem Zugang zu Bildung und damit auch zu gesellschaftlicher Teilhabe. „wir helfen“ unterstützt seit Jahren viele Projekte der „Rheinflanke“.

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Die Jugendlichen von heute müssen über ein modernes Berufsberatungsformat angesprochen werden, davon ist Dirk Gärtner von der Ausbildungsabteilung der Ford-Werke überzeugt: „Berufsausbildung macht dann Spaß, wenn die Unternehmen sie vernünftig transportieren. Deshalb ist das Format der ‚Rheinflanke‘, über das Kickern ins Gespräch zu kommen, perfekt. Das merken wir an der Zahl der Bewerber nach so einer Veranstaltung.“

Ausbildung macht dann Spaß, wenn die Unternehmen sie vernünftig transportieren. Deshalb ist das Format der Rheinflanke, über das Kickern ins Gespräch zu kommen, perfekt.
Dirk Gärtner, Ford-Werke

Gekommen sind mehr als 400 Schülerinnen und Schüler aus zehn Kölner Schulen, die im nächsten Jahr einen Ausbildungsplatz suchen. Die Mitarbeitenden der „Rheinflanke“ hatten im Vorfeld die ausgewählten Schulen an drei Terminen besucht und vorgefiltert, wer sich für welchen Beruf interessiert. So ist garantiert, dass die potenziellen Bewerberinnen und Bewerber zielgerichtete Fragen über mögliche Ausbildungswege stellen können.

Konkrete Ansprechpartner für die Bewerbung

Yuseff ist vor vier Jahren mit seiner Familie aus Syrien gekommen und besucht die zehnte Klasse des Berufskollegs Deutzer Freiheit. „Ich möchte Automechaniker werden, habe mit Leuten von Fleischhauer und der Spedition Emons Kicker gespielt. Das war gut, ich habe jetzt konkrete Ansprechpartner und werde meinen Lebenslauf direkt an sie schicken.“ Sein „Kontaktmann“ bei der Emons Spedition, Colins Kingunza, zeigte sich zufrieden: „An unserem Stand waren heute über 50 Interessenten und es waren einige potenzielle Kandidaten und Kandidatinnen dabei. Auch in unserer Firma gibt es einen großen Fachkräftemangel. Wir stellen jährlich allein in Köln 20 Azubis ein, deutschlandweit haben wir 150 Lehrstellen anzubieten.“

Auch bei Fleischhauer, der Drogeriemarktkette „DM“, dem Landschaftsverband Rheinland, bei der Bundeswehr oder der Justizverwaltung NRW stehen Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Akademische und handwerkliche Ausbildungen müssten in unserer Gesellschaft einen gleichen Stellenwert haben. Der Weg zum Millionär ist im Handwerk wesentlich kürzer als in einem Konzern
Matthias Heidmeier, Staatssekretär im NRW-Arbeitsministerium

Selma, 18, kommt vom Berufskolleg Lindenstraße und schwankt noch, was sie werden möchte. „Vielleicht etwas Soziales oder doch Chemikantin, sicher ist, dass ich nicht den ganzen Tag im Büro sitzen möchte. Ich habe mich am Stand der Rheinenergie und bei Lanxess informiert und die Namen der Berater notiert, das gibt mir ein gutes Gefühl“, sagt sie.

„Rheinflanke“: Fliegenfänger im positiven Sinn

„Wir verstehen uns im positiven Sinne als Fliegenfänger, haben einen guten Zugang zu den Jugendlichen, weil wir in unseren außerschulischen Projekten eng mit ihnen zusammenarbeiten. Wir versuchen, sie zu motivieren, sich rechtzeitig mit der beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen“, sagt Sebastian Koerber, Geschäftsführer der „Rheinflanke“.

In diesem innovativen Berufsberatungsformat sah auch Matthias Heidmeier, Staatssekretär im NRW-Arbeitsministerium, ein zukunftsweisendes Instrument, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „20 Prozent der Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss, wir müssen alle Potenziale nutzen, um alle in berufliche Ausbildung zu bringen. Akademische und handwerkliche Ausbildungen müssten in unserer Gesellschaft einen gleichen Stellenwert haben. Der Weg zum Millionär ist im Handwerk wesentlich kürzer als in einem Konzern.“


So können Sie helfen

  • Mit unserer aktuellen Jahresaktion „wir helfen: weil jedes Kind wertvoll ist“ bitten wir um Spenden für Projekte und Initiativen in Köln und der Region, die helfen, dass t jeder junge Mensch einen Platz findet, an dem er gesund, sicher und glücklich aufwachsen kann.
  • Die Spendenkonten lauten: „wir helfen – Der Unterstützungsverein von M. DuMont Schauberg e. V.“
  • Kreissparkasse Köln, IBAN: DE03 3705 0299 0000 1621 55
  • Sparkasse Köln-Bonn, IBAN: DE21 3705 0198 0022 2522 25
  • Wünschen Sie eine Spendenquittung, notieren Sie +S+ vor Ihrem Namen. Wollen Sie nicht in der Spenderliste genannt werden, vermerken Sie bitte ein +A+. Legen Sie auf beides Wert, schreiben Sie +AS+.
  • Hier finden Sie mehr Infos über die Hilfsaktion des Kölner Stadt-Anzeigers
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