Der kulturaffine Verleger führte das Familienunternehmen fort und formte den DuMont-Verlag zu einer Mediengruppe um.
150 aus 150Alfred Neven DuMont baute die Kölner Medienlandschaft aus

Der Verleger Alfred Neven DuMont auf der Frankfurter Buchmesse 2012. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 75. Teil der Serie geht es um den Verleger Alfred Neven DuMont.
Bedeutung
Alfred Neven DuMont leitete in elfter Generation das Verlagshaus M. DuMont Schauberg und baute dieses zur Mediengruppe aus. Nach Kriegsende studierte er Philosophie, Geschichte und Literatur in München und arbeitete erfolgreich als Schauspieler und Regieassistent. Dem Drang zur Bühne widerstand er zugunsten der Fortführung des Familienunternehmens. Er machte praktische Erfahrungen als Journalist bei Springer und beim Süddeutschen Verlag. Anschließend studierte er Journalistik in Chicago.
1953 begann er beim „Kölner Stadt-Anzeiger“, wo er nach zwei Jahren die publizistische Leitung übernahm. 1960 wurde er Herausgeber und 1990 Aufsichtsratsvorsitzender bis kurz vor seinem Tod. Mit der Boulevard-Zeitung „Express“ setzte er 1964 ein Gegengewicht zur „Bild“-Zeitung. Nach der Wiedervereinigung engagierte sich Neven DuMont 1991 in Halle/Saale mit der Herausgabe der „Mitteldeutschen Zeitung“.
Alfred Neven DuMont
Geboren: 29. März 1927 in Köln
Gestorben: 30. Mai 2015 in Rösrath
2006 stieg er bei „Frankfurter Rundschau“ und der israelischen Zeitung „Ha’aretz“ ein, in den Folgejahren bei weiteren Titeln. Von 1980 bis 1984 war Neven DuMont Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger und von 1990 bis 1998 Präsident der IHK Köln. In diesem Amt setzte er sich für die regionale Zusammenarbeit im Rheinland ein.
Wirken in Köln
Neven DuMont äußerte sich – auch in Leitartikeln – häufig über Zustände in seiner Heimatstadt. Dabei sprach er aus, was viele dachten. Als Vorsitzender des Stifterrats des Wallraf-Richartz-Museums & Foundation Corboud sorgte der kulturaffine Verleger dafür, dass die Sammlung Corboud nach Köln kam.
Bemerkenswert
Mit 27 Jahren übernahm er 1955 die Rolle des Prinzen im Kölner Dreigestirn. Seine Erinnerungen daran veröffentlichte er unter dem Titel „18 Tage Narrenfürst“. Im Alter verfasste der Kosmopolit und Bildungsbürger mehrere Romane, Erzählungen und den ersten Teil seiner Autobiographie. 2001 erhielt er die Honorarprofessur für Medienpolitik und -ökonomie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er stiftete die Restaurierung des Jesus-Sirach-Fensters im Dom.
Spuren in der Stadt
2001 wählte ihn der Rat der Stadt Köln zum Ehrenbürger. Sein Grab befindet sich auf dem Melatenfriedhof.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
