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150 aus 150Sigmar Polke schuf ironische Kunstwerke

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Künstler Sigmar Polke im Jahr 2005

Künstler Sigmar Polke im Jahr 2005

Der Künstler experimentierte mit verschiedenen Kunst- und Medienformen. Einige seiner Werke werden im Museum Ludwig ausgestellt.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 74. Teil der Serie geht es um den Künstler Sigmar Polke.

Bedeutung

Sigmar Polke zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit. Sein Gesamtwerk umfasst Malerei, Graphik, Objekte, Foto und Film. Er absolvierte in Düsseldorf eine Lehre als Glasmaler und studierte von 1961 bis 1967 an der dortigen Kunstakademie. Während des Studiums organisierte er mit seinen Kommilitonen, unter ihnen Gerhard Richter, Kunstaktionen. Im Februar 1964 stellten sie ihre großformatigen Bilder in den verschneiten Vorgarten der Wuppertaler Galerie Parnass. Polke suchte einen neuen Umgang mit der Realität und transformierte Bilder aus den Massenmedien in seine berühmten Rasterbilder.

In vielen Werken verknüpfte Polke unterschiedliche Medienarten. Er experimentierte mit verschiedenen Stoffen, etwa Schneckensaft oder Meteoritenstaub. Früh war er ein gefragter Künstler mit vielen Ausstellungen, auch im Ausland. Bereits 1976 erfolgte die erste Retrospektive. Polke setzte sich in seinen Kunstwerken mit der Realität der Bundesrepublik auseinander, dazu gehörten die Verdrängung des Nationalsozialismus, die Konsumgier der Wirtschaftswunderzeit und die neuen sozialen Bewegungen.


Sigmar Polke

Geboren: 13. Februar 1941 in Oels (Schlesien)

Gestorben: 10. Juni 2010 in Köln


Er begegnete politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Traditionen mit Skepsis, aber auch mit bunten Bildern und Ironie. Polke erklärte seine Werke nicht, er forderte die Betrachter zur eigenen Auseinandersetzung heraus. „Die Dinge sehen, wie sie sind“ lautet der Titel eines Bildes, in dem der Schriftzug spiegelverkehrt zu sehen ist. Auch die Kunstwelt war vor seiner kritischen Ironie nicht sicher. Dabei erzielten seine Werke auf Auktionen Höchstpreise.

Wirken in Köln

Seit 1978 lebte und arbeitete Polke in Köln. 2015 fand seine erste posthume Ausstellung – nach Stationen in New York und London – im Museum Ludwig statt.

Bemerkenswert

Seit den 1960er Jahren filmte Polke seine künstlerische Praxis. Der Künstler gab nur äußerst selten Interviews. Zur Eröffnung des von ihm gestalteten deutschen Biennale-Pavillons in Venedig 1986 begegnete er den Fotografen mit einer Kamera vor dem Gesicht.

Spuren in der Stadt

Das Museum Ludwig besitzt mehrere Arbeiten. 2018 gründete seine Tochter in Köln die Anna-Polke-Stiftung, die sich dem Werk des Vaters widmet.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.