Das Paar lernte sich beim Kunststudium kennen. Ihre bedeutende Kunstsammlung ist nicht nur im Kölner Museum Ludwig zu sehen.
150 aus 150Irene und Peter Ludwig stifteten Köln ein bedeutendes Kunstmuseum

Irene und Peter Ludwig vor ihrem Privathaus, Aachen, 1988. (Archivfoto)
Copyright: Peter und Irene Ludwig Stiftung,
Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 145. Teil der Serie geht es um die Kunstsammler und Museumsstifter Irene und Peter Ludwig.
Bedeutung
Irene und Peter Ludwig waren herausragende Kunstsammler. Er stand mehr in der Öffentlichkeit, aber ihre Sammlung war eine gemeinsame. Irene Ludwig stammte aus der Aachener Schokoladenfabrikantenfamilie Monheim. Die beiden lernten sich während des Studiums der Kunstgeschichte in Mainz kennen. Bereits vor der Hochzeit 1951 erwarben sie Kunstwerke. Peter Ludwig stieg bei Monheim ein und war bis 1979 in der Geschäftsführung tätig, danach im Aufsichtsrat.
1986 verkauften die Eigentümer das Unternehmen. Ludwig übernahm die deutschen Marken in eine eigene Firma. Die Ludwigs sammelten anfangs vor allem Alte Meister. 1966 lernten sie in New York die Pop Art kennen und widmeten sich fortan der modernen Kunst. Weltweit bestückten sie 20 Museen mit Leihgaben und Schenkungen.
Irene und Peter Ludwig
Geboren: 17. Juni 1927 in Aachen / 9. Juli 1925 in Koblenz
Gestorben: 28. November 2010 in Aachen / 22. Juli 1996 in Aachen
Wirken in Köln
1968 übergaben Irene und Peter Ludwig dem Wallraf-Richartz-Museum eine Sammlung zeitgenössischer Kunst mit 70 Werken internationaler Künstler als Dauerleihgabe. 1976 schenkten sie diese – inzwischen angewachsen auf 350 Werke von 92 Künstlern und eine große Anzahl von Druckgraphiken – der Stadt. Für Köln entschieden sie sich wegen des hiesigen Engagements für die moderne Kunst. Mit der Schenkung verbunden war der Neubau eines Museums durch die Stadt, das den Stifternamen tragen sollte.
1986 wurde das Wallraf-Richartz-Museum / Museum Ludwig mit der Philharmonie am Rhein eingeweiht. 1994 schenkten die Ludwigs Köln 90 Werke von Picasso. Das WRM erhielt ein eigenes Gebäude. Dies führte zwar zu Diskussionen, aber das Museum Ludwig erhielt damit Weltbedeutung. 2001 schenkte Irene Ludwig ihm weitere 774 Arbeiten von Picasso. Weitere Werke folgten testamentarisch. Auch Rautenstrauch-Joest-Museum und Schnütgen-Museum profitierten vom Mäzenatentum der Ludwigs.
Bemerkenswert
1977 gaben sie moderne Kunst als Leihgabe nach Ost-Berlin und kauften Werke von DDR‑Künstlern. 1982 erwarben sie als westliche Pioniere Kunst in der UdSSR.
Spuren in der Stadt
1970 erhielt Peter, 2000 Irene Ludwig die Jabach-Medaille für Verdienste um die Kölner Museen. Er wurde 1975 zum Ehrenbürger ernannt, sie als erste Frau 1995.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
