Blitzer und neue RegelnDas Ende eines Experiments – So läuft es jetzt an der Venloer Straße

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Zu sehen ist die Venloer Straße in Köln, die jetzt eine geänderte Verkehrsführung hat und jetzt Einbahnstraße ist.

Die Venloer Straße hat eine geänderte Verkehrsführung und ist jetzt Einbahnstraße.

Die neue Einbahn-Regelung im Herzen Köln-Ehrenfelds ist in Kraft. Die Radwege sind nicht mehr durchgekreuzt und Fußgänger können sich über etwas freuen.

Am Montagvormittag herrscht zwischen Ehrenfeldgürtel und Piusstraße nicht viel Verkehr auf der Venloer Straße, der Berufsverkehr ist schon durch. Kurz vor der Kreuzung Ehrenfeldgürtel fahren ein Müllfahrzeug und ein Pkw aneinander vorbei. Ein Bild, das ab heute eigentlich der Vergangenheit angehören sollte. Es ist Tag eins der neuen Einbahnstraßen-Regelung, die der ersten, missglückten Phase des Verkehrsversuchs ein Ende setzt.

Die Tempo-20-Zone auf dem Abschnitt zwischen Piusstraße und Ehrenfeldgürtel ist nun endgültig Geschichte. „In der Nacht wurden die Einengungen auf der Fahrbahn entfernt, auch die gelben X-Zeichen, mit denen die Radspuren auf der Fahrbahn markiert waren, sind weg“, sagt Tim Queitsch von der Stadt Köln, der die Umsetzung der neuen Regelung vor Ort begleitet.

Ein Schild informiert über die geänderte Verkehrsführung auf der Venloer Straße.

An der Einmündung Piusstraße und Franz-Geuer-Straße steht jetzt das Schild mit dem Hinweis auf die neue Regelung. Das alte Tempo-20-Schild ist im Hintergrund noch zu sehen.

Tatsächlich macht die Straße gleich einen aufgeräumten Eindruck, die Radspuren sind wieder einheitlich rot, es gibt keine Knubbelei mehr vor den einengenden Elementen, dafür wurde die Ampel an der Josephskirche um Punkt 8 Uhr wieder eingeschaltet. Hier können Fußgänger nun wieder auf Knopfdruck sicher über die Straße bekommen, ein Punkt der vor allem den Ehrenfelder Bezirksvertretern sehr am Herzen gelegen hatte. Auch weitere Querungen hatten diese gefordert. An der Sömmeringstraße stehen schon die Verkehrszeichen, die auf einen weiteren Zebrastreifen auf dieser Höhe der Venloer Straße hinweisen. Dieser wird in den nächsten Tagen auch auf der Fahrbahn markiert.

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Ein Auto biegt aus einer Seitenstraße auf die Venloer Straße ab.

Links Abbiegen aus der Kepler- auf die Venloer Straße ist nicht mehr erlaubt.

Auch viele Anwohner hatten die Situation zuvor kritisiert. „Es herrschte das reinste Chaos, die Rechts-vor-Links-Regel hat keiner befolgt“, sagt etwa der Betreiber des Kaffeestands am Geisselmarkt. Doch noch haben längst nicht alle Verkehrsteilnehmer die neue Zeitrechnung in Ehrenfeld verinnerlicht. An der Einmündung Keplerstraße, eine der wenigen Verbindungen zwischen Vogelsanger und Venloer Straße, bildet sich ein langer Rückstau. 

Viel genutzter Fußgängerüberweg an der Einmündung Keplerstraße

Von hier aus geht es jetzt nur noch rechts ab auf die Venloer. Unmittelbar nach dem Abbiegen liegt ein viel genutzter Zebrastreifen, der den Rückstau mitverursacht, weil ständig Fußgänger queren. Auf der anderen Seite ist die Rewe-Filiale. Eine Autofahrerin in einem Kleinwagen gibt auf Nachfrage an, von der neuen Abbiegeregelung noch nichts gehört zu haben. Sie biegt nach rechts ab, der Wagen vor ihr nach links.

Dass es von den Seitenstraßen aus nur noch stadteinwärts geht, signalisieren neu aufgestellte Verbotsschilder mit weißem Balken, die an jeder Einmündung an diesem Vormittag sukzessive beginnend bei der Piusstraße enthüllt wurden. Auch aus anderen Seitenstraßen wie der Körner- oder der Wahlenstraße wird noch Richtung stadtauswärts abgebogen. Möglich, dass einige Autofahrer auch schon bewusst den kurzen verbotenen Schlenker machen, um gleich darauf links in die Geisselstraße abzubiegen, um dann über die Vogelsanger Straße stadtauswärts zu fahren.

Ein Blitz-Gerät steht auf einem Parkplatz, der mit Pollern abgesperrt ist.

Der neue Blitzer steht vor dem Haus mit der Nummer 273.

An der Kreuzung Piusstraße/Franz-Geuer-Straße blockiert ein Baustellenfahrzeug plus Absperrbake die Weiterfahrt Richtung Ehrenfeldgürtel. Besonders Autofahrer mit auswärtigen Kennzeichen scheinen überrascht und biegen gezwungenermaßen in die Piusstraße ab. Weil am Morgen nicht viel Verkehr herrscht, gelingt es auch dem ein oder anderen Autofahrer, sich an dem Hindernis vorbeizumogeln und wie gewohnt geradeaus zu fahren.

Wie streng Polizei und Ordnungsamt Verstöße gegen die neue Regelung zu Beginn der zweiten Phase des Verkehrsversuchs ahnden werden, ist noch nicht klar. Sicher ist aber, dass beide ihre Präsenz in den ersten Wochen der neuen Einbahn-Regelung erhöhen werden.

Vor dem Haus Venloer Straße 273 wurde am Morgen ein Blitzgerät platziert. Der Parkplatz vor dem Waffengeschäft wurde dafür eigens abgepollert. Das Gerät soll zunächst für ein Jahr die Einhaltung der neuen Höchstgeschwindigkeit Tempo 30 überwachen. Wer hier zu schnell fährt, wird auf jeden Fall ein Bußgeld zahlen müssen. Die Funktionsfähigkeit des Geräts ist auf jeden Fall gegeben.

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