Köln – In den derzeitigen Verhandlungsgesprächen über ein mögliches Bündnis im neu gewählten Stadtrat spielt die Besetzung von Posten im Stadtvorstand eine zentrale Rolle. Die Grünen als stärkste Fraktion hätten gerne das Vorschlagsrecht für die Position des Stadtdirektors, die nach der Wahl Stephan Kellers (CDU) zum Düsseldorfer Oberbürgermeister vakant ist. Es handelt sich innerhalb der Stadtverwaltung um den zweitwichtigsten Posten hinter dem von Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
Die CDU gilt alleine schon aufgrund der Tatsache, dass die Partei ebenso wie die Grünen die parteilose Henriette Reker im OB-Wahlkampf unterstützte, als erste Wahl der Grünen. Die Christdemokraten sehen sich trotz der Tatsache, dass sie bei der Kommunalwahl hinter Grünen und SPD nur auf Platz drei landeten, allerdings nicht in der Rolle eines Juniorpartners. Sie wollen ebenso gerne das Vorschlagsrecht für den neuen Stadtdirektor für sich verbuchen, ist aus dem Rathaus zu hören. Insofern gehört diese Personalie zu den größten Hürden, die Grüne und CDU überwinden müssen, bevor sie ihre Verhandlungsgespräche vertiefen und konkretisieren können.
Kölner Grüne wollen Dörte Diemert als neue Stadtdirektorin
Als Favoritin der Grünen gilt bereits seit Monaten die von ihnen vorgeschlagene Stadtkämmerin Dörte Diemert.

Kämmerin Dörte Diemert
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Sie war vor ihrem Wechsel nach Köln Stadtdirektorin in Duisburg, wo sie mit dem SPD-Oberbürgermeister Sören Link zusammenarbeitete. Die formalen Voraussetzungen erfüllt sie also – hinzu kommt, dass sie wie ihr Vorgänger Juristin ist.
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Ein vorstellbares Modell könnte so aussehen, dass Diemert Kämmerin bleibt und gleichzeitig Stadtdirektorin wird, allerdings lediglich den Aufgabenbereich Recht und Vergabe zusätzlich übernimmt. Die weiteren Ressorts des bisherigen Stadtdirektors, zu denen unter anderem Personal, Ordnung und Feuerwehr gehören, könnte ein anderer, von der CDU vorgeschlagener Dezernent übernehmen. Dem Vernehmen nach wäre die Machtfülle einer Stadtdirektorin und Stadtkämmerin in Personalunion jedoch nicht bei allen Spitzenkräften im Rathaus gerne gesehen.
In Köln soll ein achtes Dezernat geschaffen werden
Ein weiteres Personalthema schwebt über den Verhandlungen, da ein achtes Dezernat geschaffen werden soll. Die Grünen könnten sich dem Vernehmen nach gut vorstellen, die Bereiche Umwelt und Digitalisierung zu bündeln, um die wichtigen Zukunftsthemen – vor allem den Kampf gegen den Klimawandel – voranzubringen. Zur Verhandlungsmasse gehört zudem eine Neubesetzung des Kulturdezernats – Amtsinhaberin Susanne Laugwitz-Aulbach soll keinen neuen Vertrag erhalten. Ihre Nachfolge ließe sich so regeln, dass die CDU das Vorschlagsrecht erhielte. Gleiches würde gelten, falls die Grünen doch ein Bündnis mit der SPD schmieden sollten. Das gilt nach wie vor als die unwahrscheinlichere Variante, da ein grün-rotes Bündnis mit einer grün-schwarzen Oberbürgermeisterin nur schwer vorstellbar wäre.
Jenseits der Personalien soll dem Vernehmen nach die Erweiterung des FC-Trainingsgeländes bei den Gesprächen mit CDU und SPD eine Rolle spielen. Die Grünen sollen den Ratsbeschluss für den Bau neuer Sportplätze demnach gerne revidieren wollen. Da SPD und CDU für den Ausbau stimmten, sollen die Fronten an dieser Stelle jedoch verhärtet sein.



