Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds wollen die Stadtwerke Köln bis 2035 zwölf Milliarden Euro in neue Fahrzeuge und Technologien investieren. Möglich wird das auch durch Unterstützung der Stadt Köln.
Programm bis 2035Stadtwerke Köln wollen Milliarden in Innovation investieren

Die Zentrale der Rhein-Energie am Parkgürtel. Die Gewinne des Energieversorgers sind die Haupteinnahmequelle der Stadtwerke Köln.
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„Wir sind sehr erleichtert und auch sehr zufrieden“, betonte Andreas Feicht, Chef der Rhein-Energie und der Stadtwerke Köln (SWK). Bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2025 würdigte er den Beschluss des Kölner Stadtrats vom Vorabend als „starke Unterstützung unserer Arbeit und der aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern für die Transformation unserer Infrastrukturen, für die Dienstleistungen und für die Daseinsvorsorge“. Durch die Entscheidung seien die SWK in der Lage, „bis 2035 zwölf Milliarden Euro in unsere Infrastrukturen zu investieren. Das sind die Häfen, das ist die Telekommunikation, das ist die Wärmeversorgung, die Stromversorgung, das ist der öffentliche Personennahverkehr.“
Mit Andreas Feicht, Michael Theis, Netcologne-Chef Timo von Lepel und KVB-Chef Marcel Winter war die gesamte SWK-Geschäftsführung angetreten, um die Konzernzahlen des vergangenen Jahres zu präsentieren. Ein Überblick.
Stadtwerke Köln GmbH: Die Konzernholding musste 2025 einen Umsatzrückgang um 1,9 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro hinnehmen, verbesserte aber ihr Ergebnis gegenüber 2024 um 1,8 Prozent auf 79,2 Millionen Euro. Davon werden 77,5 Millionen Euro an den Alleingesellschafter Stadt Köln ausgeschüttet.
Rhein-Energie: Das ertragreichste Unternehmen im Konzernverbund der Stadtwerke erwirtschaftete 2025, wie bereits berichtet, ein überdurchschnittliches Ergebnis von 275,6 Millionen Euro. Aus dem Gewinn des Energieversorgers werden Defizite anderer SWK-Töchter ausgeglichen.
Kölner Verkehrs-Betriebe: Voriges Jahr waren mehr Menschen mit der KVB unterwegs. 237,5 Millionen Fahrten wurden registriert – 1,3 Millionen mehr als 2024. Die Zahl der Stammkunden wuchs um sechs Prozent auf 354.800 Personen. Unterm Strich stand ein Fehlbetrag von 174,4 Millionen Euro. Das waren 10,7 Millionen weniger als das Rekord-Defizit des Jahres 2024 und 5,5 Millionen weniger als geplant. Ein Grund für die Verbesserung waren höhere Ticketerlöse. Sie stiegen um 9,6 Prozent, unter anderem wegen der Preiserhöhung ab Januar.
Man habe 280 Menschen eingestellt und bei der Ausbildung von Fahrpersonal große Fortschritte erzielt, sagte KVB-Chef Marcel Winter. Das habe dazu geführt, dass die KVB im laufenden Jahr nur noch 0,2 Prozent personalbedingte Ausfälle verzeichne. Schwerer wiegt für den Fahrbetrieb das Problem, dass die KVB zu wenige Fahrzeuge hat und die bei Alstom georderten Bahnen erst ab der zweiten Jahreshälfte 2027 mit mehr als vier Jahren Verspätung ausgeliefert werden. In Kürze sollen 69 neue Niederflur-Bahnen als Ersatz für die Serie K4500 ausgeschrieben werden.
Häfen und Güterverkehr Köln AG: Dem Logistiker HGK haben Millionenverluste bei seiner Beteiligung Rhein-Cargo die Bilanz verhagelt. Zwar stieg der Umsatz der HGK trotz eines schwierigen Marktumfelds auf 646,7 Millionen Euro (plus 2,7 Prozent). Doch beim Jahresergebnis stand unter dem Strich ein dickes Minus von 6,4 Millionen Euro. 2024 hatte die HGK noch einen Rekordgewinn von 11,6 Millionen Euro verbucht. Grund für die Misere ist eine massive Abschreibung auf den Beteiligungsbuchwert der Rhein-Cargo in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Die Rhein-Cargo ist ein Joint Venture der HGK und der Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH), ihr Geschäft besteht aus Hafenumschlag, Immobilienvermietung und Eisenbahngüterverkehr. Offenbar sind die Gewinnaussichten des Unternehmens so schlecht, dass der Buchwert der Beteiligung zum großen Teil abgeschrieben werden musste.
Laut Feicht verdienen zwar die Häfen sowie die Werks- und Regionalverkehre der Eisenbahn Geld, doch der Eisenbahn-Fernverkehr steckt tief in den roten Zahlen. „Insofern ist die Rhein-Cargo auch betroffen von dem miserablen Zustand des Netzes der Deutschen Bahn AG.“ Permanent würden Strecken gesperrt, und Güterzüge müssten Hunderte von Kilometern Umleitung fahren, sagte Feicht. Diese Kosten könne man aber nicht an die Kunden weitergeben. Dann falle es „sehr schwer, wirtschaftlich zu bleiben“. Zudem sei die Rhein-Cargo wie auch andere Unternehmen innerhalb der Stadtwerke derzeit von der „strukturellen Krise der deutschen Industrie“ betroffen.
Netcologne: Der Telekommunikationsanbieter steigerte seinen Umsatz auf 347,2 Millionen Euro (plus 1,4 Prozent) und investierte laut Timo von Lepel die Rekordsumme von 91 Millionen Euro in Rechenzentren und den Ausbau des Glasfasernetzes.
Abfallwirtschaftsbetriebe: Die AWB GmbH konnte dank höherer Abfallgebühren sowohl Umsatz als auch Gewinn steigern. Das Jahresergebnis lag mit 22,2 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahr (16,9 Millionen Euro).
Kölnbäder: Der Jahresfehlbetrag der Kölnbäder fiel mit 23,9 Millionen Euro etwas geringer aus als geplant. Die Umsatzerlöse lagen auf dem Niveau des Vorjahres. Der Verlust pro Besucher erhöhte sich um 68 Cent auf 8,40 Euro. Das hing damit zusammen, dass mehrere Bäder wegen Instandhaltungsarbeiten längere Zeit geschlossen waren. Die Zahl der Badegäste ging um knapp 100.000 auf rund 2,4 Millionen zurück. Dagegen wurde im Bereich Eislaufen ein neuer Rekord von 254.873 Besuchern verzeichnet.
Investitionen: Sie haben sich im Vergleich zu 2021 mehr als verdoppelt. Insgesamt 813 Millionen Euro haben die SWK-Unternehmen 2025 investiert. Dieses Niveau werde man halten und weiter steigern, so Feicht. Zu den größten Projekten zählt der Bau einer Flusswasser-Großwärmepumpe im Niehler Hafen durch die Rhein-Energie. Es sei ein wichtiges Signal, dass die Stadtwerke trotz der wirtschaftlichen Lage in Innovation und Wettbewerbsfähigkeit investieren, betonte von Lepel.
