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Mozart zum JubiläumPastor Dörpinghaus aus Mechernich hatte stets ein Faible für die Musik

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Pastor Felix Dörpinghaus (Mitte) steht mit vier weiteren katholischen Geistlichen in liturgischen Gewänddern an einem Altar.

Wurde vor 60 Jahren zum Priester geweiht: Pastor Felix Dörpinghaus (Bildmitte).

Felix Dörpinghaus feierte in der Mechernicher Pfarrkirche St. Johannes Baptist sein diamantenes Priesterjubiläum.

Ein seltenes Ereignis feierte der Pastorale Raum Mechernich an diesem Wochenende in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Das diamantene Priesterjubiläum von Pastor Felix Dörpinghaus war der Anlass zu einem Festgottesdienst, der mit reichlich Musik begangen wurde. Chor und Orchester der Basilika Steinfeld unter der Leitung von Erik Arndt spielten die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart.

Eine schweißtreibende Angelegenheit war die Messe am Sonntagvormittag. Denn die Hitze der Vortage hatte das Kirchengebäude so aufgeheizt, dass es unmöglich war, zu entscheiden, wo die Luft schlechter war, draußen oder drinnen. Mit einem Handventilator spendete Pastor Erik Pühringer sich und dem 88-jährigen Jubilar zumindest ein wenig Erfrischung.

Pühringer fasste auch kurz den Lebensweg von Dörpinghaus zusammen. Denn der ist bemerkenswert. Dessen Vater, Bruno Dörpinghaus, war ein enger Berater des ersten deutschen Bundeskanzlers nach dem Zweiten Weltkrieg, Konrad Adenauer, und eines der ersten Mitglieder der neu gegründeten Christlich Demokratischen Union (CDU). „Er hatte die Mitgliedsnummer 3“, erinnert Dörpinghaus. Das Verhältnis von Adenauer zu seinem Vater sei sehr eng gewesen, der Kanzler sei in ihrem Haus ein und aus gegangen.

Dörpinghaus' Schwester wurde als „malende Nonne“ berühmt

Doch politische Ambitionen der drei Kinder hatte das nicht zur Folge. „Politik hat mich nicht berührt“, so Dörpinghaus. Seine Eltern seien aber sehr religiöse Menschen gewesen. Ihn habe, genauso wie seine Zwillingsschwester, dagegen der christliche Glaube fasziniert. „Sie ging als Erste in ein Kloster“, erzählt er. Maria Geroldine Dörpinghaus war ab 1952 im Frauenorden der Schwestern Unserer Lieben Frau (SND) sowie als Kunstpädagogin und Malerin tätig. Sie wurde als „malende Nonne“ bekannt.

Chor und Orchester der Basilika Steinfeld unter der Leitung von Erik Arndt bei einem Auftritt in der Mechernicher Pfarrkirche.

Mit der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart gestalteten Chor und Orchester der Basilika Steinfeld unter der Leitung von Erik Arndt die Jubiläumsmesse.

Der geistliche Weg ihres Bruders Felix begann bei den Salvatorianern im Kloster Steinfeld. „Pater Markus“ war auch als Lehrer im Hermann-Josef-Kolleg tätig. An Peter und Paul 1966, dem 29. Juni, wurde er im Passauer Dom von Bischof Simon Conrad zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er in seiner Heimatgemeinde in Roisdorf.

Doch Dörpinghaus hielt es nicht bei den Salvatorianern. Er verließ den Orden und war fortan als Priester im Bistum Aachen aktiv. Unter anderem als Vikar an St. Mariä Himmelfahrt in Mönchengladbach, bevor er als Pfarrer nach Vossenack ging. Von 1988 bis 1997 wirkte er dort an der Gemeinde St. Josef.

Verbindung nach Steinfeld und in die Eifel riss nie ab

Aus dieser Zeit habe er immer noch eine Verbindung in die Eifel und nach Steinfeld. „Ich habe immer noch einen sehr guten Kontakt zu den Salvatorianern“, betont Dörpinghaus. Im Gegensatz zu anderen sei die Verbindung zu dem Orden nie abgerissen.

„Eigentlich wollte ich bis zu meinem Lebensende in Vossenack bleiben“, gesteht er im Gespräch. Doch 1999 ging er nach Mechernich. „Nicht mehr als Pfarrer, doch ich bin bis zum heutigen Tag tätig und unterstütze, das war für mich selbstverständlich“, sagt er. Er habe vielen Menschen helfen dürfen, sagt er dankbar. Bis heute wirkt er bei Gottesdiensten, Wallfahrten und Gemeindefeiern mit.

Was Dörpinghaus auszeichne, seien die ungeheuren Veränderungen, die er in seinem Leben mitmachte, sagte Pühringer in seiner Predigt. „Als er seine Priesterweihe erhielt, wurde noch die tridentinische Messe mit dem Rücken zur Gemeinde gefeiert“, machte er die zeitlichen Dimensionen deutlich. Das sei erst mit dem Vatikanischen Konzil aufgegeben worden. „Durch das Konzil hat sich viel geändert“, bestätigt Dörpinghaus im Gespräch. Er sei eher ein konservativer Mensch, deshalb habe er die Heilige Messe so lange wie möglich noch in der alten Form gefeiert. Doch die Kirche müsse eine Einheit sein, deshalb habe er sich letztendlich der veränderten Form angeschlossen.

Der Jubilar verzichtete auf Geschenke und bat um Spenden

„Über 60 Jahre hat Dörpinghaus die Botschaft treu verkündet, dass Gottes Liebe allen gilt“, charakterisiert Pühringer den Jubilar. Sich selbst nehme er dagegen komplett zurück. „So hat er auch darum gebeten, auf Geschenke zu verzichten, und stattdessen um eine Spende für die Eifeler Brunnenhilfe gebeten, diese Menschen hätten es nötig, er brauche es nicht“, sagt Pühringer. Er sei ein sehr verlässlicher und zuverlässiger Mitbruder, mit dem es immer wieder schön sei, Gottesdienste zu feiern.

Eine große Leidenschaft ist für Dörpinghaus die Musik. „Von Kind auf habe ich die Musik geliebt“, sagt er. Für ihn sei die Aufführung der Krönungsmesse bei seinem Jubiläumsgottesdienst das Höchste und Schönste gewesen, betont er und bedankte sich nach der Messfeier herzlich und begeistert bei den Ausführenden. Eine große Freude sei auch die lange Reihe der Gratulanten gewesen, die nach dem Gottesdienst bei der Feier im Johanneshaus zu ihm gekommen seien.