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ProtestantenEvangelische Kirche Opladen verkauft Quettinger Gotteshaus

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Evangelische Kirche Quettingen und Kindergarten

Die evangelische Kirche Quettingen vom benachbarten Kindergarten aus gesehen.

Kirche und Gemeindehaus an der Kolberger Straße zu verkaufen, war seit Längerem erklärtes Ziel. Nun ist der Verkauf vollzogen.

Dass die evangelische Kirche in Opladen sich von zwei ihrer drei Standorte trennen und das Gemeindeleben in und um die Bielertkirche im Zentrum konzentrieren will, ist seit Jahren bekannt. Doch nun meldet die Gemeinde erneut Vollzug: Sie hat das Gotteshaus und das Gemeindezentrum in Quettingen an der Kolberger Straße 16 an die Seniorenpark Kerpen GmbH verkauft. Das Unternehmen ist ein Betreiber von Altenwohnheimen. Die Gesellschaft gehört der Cureus Holding im norddeutschen Winsen an der Luhe.

Die Seniorenpark Kerpen GmbH plant nach Angaben der evangelischen Kirchengemeinde auf dem Gelände ein Altenwohnheim mit 195 Plätzen. Auf der Webseite der Cureus Holding ist dagegen von einer geplanten Seniorenresidenz mit 110 Plätzen die Rede.

In der evangelischen Kirche in Quettingen wurden die Pläne für die Bielertkirche vorgestellt.

2023 stellte die Gemeinde in der evangelischen Kirche in Quettingen die Pläne für die Bielertkirche im Opladener Zentrum vor, die vom Hochwasser 2021 schwer beschädigt worden war.

Der Verkauf, so die Gemeinde, sei Teil eines „vor fünf Jahren beschlossenen Konzepts, um die Gemeindearbeit künftig an einem gemeinsamen Standort um die Bielertkirche zu bündeln“. Der Beschluss, den Standort in Quettingen und den in Lützenkirchen aufzugeben, fiel vor sechseinhalb Jahren.

Zwischenzeitlich scheint auch die jüdische Gemeinde an einem Kauf der Kirche in Quettingen interessiert gewesen zu sein. Jedenfalls gab es dazu im Jahr 2022 mehrere Gespräche mit jüdischen Gemeindevertretern in Düsseldorf, die relativ weit gediehen, denn im Mai 2022 wollte die evangelische Kirche sogar eine Absichtserklärung für den Verkauf an die jüdische Gemeinde unterzeichnen. Doch offenbar kam man doch nicht zueinander, denn jetzt ist der Verkauf an die Seniorenpark Kerpen GmbH besiegelt.

Das Innere des Quettinger Kirchengebäudes während eines Konzerts

Das Innere des Quettinger Kirchengebäudes während eines Konzerts

Der künftige Betreiber habe Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde bekundet, teilt die Gemeinde weiter mit, die insgesamt noch etwa 9000 Mitglieder hat. So könne ein im Seniorenzentrum vorgesehenes Café als Treffpunkt für die evangelische Seniorenarbeit dienen.

Übergabe in Quettingen Ende 2027

Einstweilen nutzt die evangelische Kirche in Opladen das Quettinger Gotteshaus aber weiter für Gottesdienste und andere Aktivitäten. Denn die Renovierung des Innenraums der beim Hochwasser im Juli 2021 schwer beschädigten Bielertkirche dauert noch bis Ende kommenden Jahres. Die Arbeiten liegen den Angaben zufolge im Zeitplan.

Die Übergabe von Kirche und Gemeindezentrum an die neuen Eigentümer sei deshalb erst für Ende 2027 vorgesehen. Einen genauen Termin kann die Gemeinde auf Anfrage des „Leverkusener Anzeiger“ noch nicht nennen. „Für den Fall, dass es beim Innenausbau unvorhergesehene Verzögerungen gibt, ist mit der neuen Eigentümerin besprochen, dass eine um einige Wochen spätere Übergabe kein Problem darstellt“, sagte dazu Fabian Blum, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit in  der Opladener Kirchengemeinde.

Evangelische Kirche Quettingen Bild: Ralf Krieger

Der Eingang zur evangelischen Kirche in  Quettingen

Mit der Aufgabe des Quettinger Standorts endet eine etwas mehr als 60-jährige Kirchbaugeschichte an der Kolberger Straße. Eine Pfarrstelle für Quettingen gab es seit 1954, aber erst 1964 wurde die von dem Düsseldorfer Architektenteam Helmut Duncker und Martin Gröbing entworfene sechseckige Kirche mit 400 Sitzplätzen geweiht.

Kirche in Lützenkirchen 2024 verkauft

Ihren dritten Standort hatten die Opladener Protestanten bereits 2024 aufgegeben. Anfang des Jahres verkauften sie das 1972 eingeweihte Kirchengebäude an der Ecke Lehner Mühle/Im Kirchfeld mit der markanten roten Fassade, nebst Gemeindezentrum und angrenzender Kindertagesstätte an der Pfarrer-Klein-Straße. Käufer sind die HKM Stiftung des Leverkusener Bauunternehmerehepaars Heike und Klaus Müller und die HKM-Bauprojektentwicklung, die von den drei Söhnen des Ehepaars geleitet wird. Ende Oktober 2024 erfolgte die Schlüsselübergabe.

Klaus Müller berichtete auf Anfrage, dass die Stiftung die Baugenehmigung für die Aufstockung der Kita mit zwei Gruppen vor wenigen Tagen erhalten habe. „Die Gruppen sind ausschließlich für U-2-Kinder gedacht“, so Müller. Etwa 40 Kinder sollen dort betreut werden können. Für die Bauphase soll die bisher dreigruppige Kita in das ehemalige Gemeindezentrum als Provisorium umziehen. „Das haben wir für diesen Zweck renoviert und ertüchtigt“, so Müller. Im Sommer 2027 soll die aufgestockte Kita fertiggestellt sein.

Ab Anfang 2028, so die Planung, will die HKM Bauprojektentwicklung auf dem Gelände dann 40 bis 50 Seniorenwohnungen errichten. Die Baugenehmigung ist beantragt. Analog zu dem Vorhaben an der Bruchhauser Straße soll es unter dem Titel „Lebensraum“ dort kleine, bezahlbare Wohnungen sowie Gemeinschaftsräume geben. Ein Concierge soll als Ansprechpartner für kleine und größere Alltagsprobleme da sein. Die HKM Bauprojektentwicklung will die Wohnungen im Bestand behalten. „Wir machen das, weil wir älteren Menschen Wohnraum bieten wollen, wo sie unter Gleichgesinnten Anschluss finden, wenn sie möchten. Und wenn nicht, können sie die Tür hinter sich zumachen“, erläuterte Müller.