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„Lieblingsorte“Mit dem Fahrrad durchs Leverkusener Wiembachtal

3 min
Im Wiembachtal gibt es einige kleine und größere Teiche, die von Angelvereinen oder Privatpersonen genutzt werden.

Im Wiembachtal gibt es einige kleine und größere Teiche, die von Angelvereinen oder Privatpersonen genutzt werden.

Ein persönlicher Blick auf das Wiembachtal – wie ein Stück Natur in Leverkusen zu einem neuen Zuhause werden kann.

Zwischen alten Buchen, dem Plätschern des Wiembachs und dem Duft feuchter Erde fällt der Alltag erstaunlich schnell von mir ab. Kaum biege ich auf meinem Fahrrad in den Wald ein, wird es ruhiger. Autos höre ich nur noch gedämpft, stattdessen begleiten mich die Geräusche der Natur. Es reichen wenige Minuten, damit der Kopf wieder frei wird.

Als ich vor rund drei Jahren von Köln nach Leverkusen gezogen bin, hätte ich nicht gedacht, dass ausgerechnet dieses Tal einmal zu einem meiner Lieblingsorte werden würde. Ich bin ehrlich: Ich bin ein Großstadtmensch. Den Umzug aus der Kölner Südstadt habe ich mit gemischten Gefühlen erlebt: Unsere kleine Wohnung zwischen Rhein, Cafés und Kneipen tauschten wir gegen ein Haus mit Garten und gegen deutlich mehr Ruhe und Platz für unsere Familie.

Mehr Ruhe als erwartet

Ein großer Pluspunkt war allerdings von Anfang an das Wiembachtal direkt vor unserer Haustür. Erst bei der Recherche für diesen Artikel habe ich erfahren, dass das Wiembachtal gemeinsam mit dem Oelbachtal seit 2006 ein geschütztes Biotop bildet. Naturnahe Buchenwälder, Feuchtwiesen, Erlenbruchwälder und alte Obstwiesen sind Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Entlang der Wege liegen immer wieder kleine und größere Teiche, die von Angelvereinen oder Privatpersonen genutzt werden. Die meisten Wege sind gut ausgebaut und deshalb auch für Menschen geeignet, die keine geübten Wanderer sind. Also auch für Menschen wie mich.

In Leverkusen hat Charlotte Breidohr einen Ort gefunden, an dem der Alltag für einen Moment Pause macht: das Wiembachtal.

In Leverkusen hat Charlotte Breidohr einen Ort gefunden, an dem der Alltag für einen Moment Pause macht: das Wiembachtal.

Der Wiembach fließt vorbei am Frei- und Hallenbad Wiembachtal und am NaturGut Ophoven, die sich ebenfalls gut für einen Zwischenstopp eignen. Von seiner Quelle in Burscheid bis zur Mündung in die Wupper legt der Bach rund 10,5 Kilometer zurück. Ich würde mich trotzdem nicht als Naturfreundin bezeichnen. Denn mir geht es weniger um seltene Pflanzen oder Vogelarten. Ich genieße vielmehr das Gefühl, in der Mittagspause eine halbe Stunde durchzuatmen oder sich am Wochenende aufs Rad zu schwingen und einfach loszufahren.

Zwischen Fahrradtour und Familienzeit

Besonders gern bin ich hier mit meiner Familie unterwegs. Mein Mann ist gebürtiger Opladener und kennt Wege, kleine Brücken und versteckte Ecken, die ich allein wahrscheinlich nie entdeckt hätte. Unsere Fahrradtouren führen fast ohne Straßenverkehr durch das Tal. Gerade mit Kind ist das ein großer Vorteil.

Ich gebe zu: Manchmal vermisse ich Köln noch immer. Unsere alte Hausgemeinschaft. Unsere Lieblingsrestaurants um die Ecke. Die Möglichkeit, spontan zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln überall hinzukommen. Und vor allem den Kölschen Karneval direkt vor der Haustür. Doch jedes Mal, wenn wir durch das Wiembachtal fahren oder laufen, wird mir einmal mehr bewusst, warum wir diesen Schritt gegangen sind. Ich bin dort, wo ich gerade genau sein möchte: mit meiner Familie in Leverkusen und dem Wiembachtal direkt vor der Haustür.


Serie „Lieblingsorte“

Erst kürzlich stellte das TV-Format „TV Total“ die These auf, dass Leverkusen zu den hässlichsten Städten der Welt gehört. Das stimmt nicht, findet die Redaktion des „Leverkusener Anzeiger“. Ihre Lokalreporterinnen und Lokalreporter stellen deshalb Plätze in Leverkusen, Leichlingen und Burscheid vor, auf denen sie sich gerne aufhalten. (nip)