InsolvenzDie auch in Oberberg ansässige IB West spricht von erfolgreicher Sanierung

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Der Sozialdienstleister IB West trennt sich in Waldbröl von seinem Sprachinstitut und schließt den Jugendmigrationsdenst. Das Insolvenzverfahren gegen die gemeinnützige Gesellschaft ist nun beendet.

Der Sozialdienstleister IB West trennt sich in Waldbröl von seinem Sprachinstitut und schließt den Jugendmigrationsdenst. Das Insolvenzverfahren gegen die gemeinnützige Gesellschaft ist nun beendet.

Doch wie viele Stellen in Waldbröl und Gummersbach gestrichen worden sind, hat der Dienstleister mit Hauptsitz in Köln bisher nicht mitgeteilt.

Durchatmen bei der IB West, der gemeinnützigen Tochtergesellschaft des Internationalen Bundes: Das Insolvenzverfahren gegen den auch in Waldbröl und Gummersbach ansässigen Träger von Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit vor dem Amtsgericht in Köln ist beendet. Das teilt Thomas Schulz als Sprecher für die IB West mit: „Einstimmig haben die Gläubiger den Insolvenzplan angenommen.“

Im November vergangenen Jahres war ein Schutzschirm-Verfahren eröffnet worden, nachdem die Gesellschaft in wirtschaftliche Schieflage geraten war. Ziel war es, eine finanzielle Sanierung in Eigenregie vorzunehmen und schließlich die Geschäfte verlässlich und stabil fortzuführen sowie die Dienstleistungen weiterzuentwickeln – das allerdings mit einem reduzierten Ausmaß.

Waldbröler Sprachinstitut wird von einem anderen Träger fortgeführt

So trennt sich die IB West in Waldbröl von ihrem Sprachinstitut, das zu Beginn der 1980er Jahre gegründet worden ist. „Dieses übergeben wir in Kürze an einen neuen Träger“, berichtet Bereichsleiter Thomas Michalske. Beginnen soll die Übergabe Mitte dieses Monats und im Juli dann beendet sein. „Sie wird schrittweise vollzogen und richtet sich nach dem Auslaufen der Kurse und Module.“ Damit gehe kein Job verloren: Insgesamt 16 Mitarbeitende der IB West in der Marktstadt wechseln nach Angaben von Sprecher Schulz zu einem neuen Arbeitgeber.

Zum 30. Juni 2026 eingestellt wird in Waldbröl dagegen der Jugendmigrationsdienst. Dieser begleitet seit 1986 Menschen im Alter von zwölf bis 27 Jahren auf ihrem Weg in die sprachliche, schulische, berufliche und soziale Integration – ein schmerzlicher Verlust, sagt Bereichsleiter Michalske. Wie viele Kündigungen in Oberberg ausgesprochen worden sind, dazu macht die IB West indes keine Angaben. Die Zahlen der heute Beschäftigten dort beziffert Schulz auf 103 in Waldbröl und 159 in Gummersbach.

Auch in Waldbröl wechseln Beschäftige in die Dienste anderer Träger

Diese weichen erheblich von den zuvor genannten Zahlen ab, eine Erklärung dazu gibt es auf Nachfrage der Redaktion nicht. Tätig ist der Sozialdienstleister in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Schulz: „104 Verträge sind im gesamten Gebiet der IB West ausgelaufen und 180 Mitarbeitenden wurde gekündigt.“ Zudem wechselten insgesamt rund 200 Beschäftigte mit ihren bisherigen Aufgaben zu anderen Trägern. Mehr als 1100 Menschen arbeiten seinen Angaben zufolge nun bei der Gesellschaft, vormals waren es rund 1600.

Künftig will der Dienstleister mit Hauptsitz in Köln eigenen Angaben zufolge seine „Angebote in den leistungsstarken Kernregionen gezielt weiterentwickeln“. Zu den tragenden Säulen im Tagesgeschäft zählten auch die etablierten und „sozialräumlich vernetzten Angebote“ in Gummersbach und Waldbröl, heißt es.

Mirjam Michalski, Geschäftsführerin der IB West, sagt: „Wir bleiben ein bedeutender Träger und verlässlicher Partner in der sozialen Arbeit und der beruflichen Aus- und Weiterbildung.“ Zur erfolgreichen Sanierung hätten die Beschäftigten maßgeblich beigetragen.

Gemeinsam mit der Geschäftsführung der Gesellschaft, so ergänzt der Kölner Sprecher Thomas Schulz, „haben Christopher Seagon und Stefan Hofherr, beide sind Experten für die Restrukturierung in Diensten der Heidelberger Sozietät Wellensiek, in den vergangenen Monaten umfangreich operative und finanzwirtschaftliche Sanierungen umgesetzt“.