Der 47-Jährige gibt auch Workshops für Drohnenflug. Seine beeindruckenden Aufnahmen erfordern oft bürokratische Vorbereitungen.
DrohnenfotografSo schafft Bernd Lehnert aus Frechen neue Perspektiven aus der Luft

Eine Frage der Perspektive - Bernd Lehnert ist begeisterter Drohnenfotograf.
Copyright: Elke Petrasch-Brucher
Es summt wie ein ganzer Insektenschwarm, wenn Bernd Lehnert seine Drohne startet. Zufrieden schaut er ihr hinterher, wie sie sich schnell in die Luft schraubt und dann die ehemalige Brikettfabrik Grube Carl von oben fotografiert. Er ist gespannt, ob heute ein spektakulärer Schnappschuss dabei ist. „Das ist Glücksache“, meint der 47-jährige Fotograf aus Leidenschaft. „Wenn das Wetter mitspielt und etwas Spannendes passiert, habe ich manchmal den Zufall auf meiner Seite“, verrät er und strahlt.
Schon als Jugendlicher ging er in Bautzen kaum ohne seine „Praktica“ – so der Name einer Marke für Spiegelreflexkameras – aus dem Haus. Er liebte schon damals geheimnisvolle Fotos, die in der Dämmerung oder in der „blauen Stunde“ entstehen. Seit 1998 lebt Bernd Lehnert im Rheinland. Er zog fortan mit einer „Nikon“ los, studierte in Köln, wurde Diplom-Fotoingenieur. Mit der Zeit machte er sich mit Event- und Immobilien-Fotografie, Business-Fotos und als Fototrainer einen Namen.

Luftaufnahme der größten Braunkohlegrube Europas, dem Tagebau Hambach. copyright: Bernd Lehnert
Copyright: Bernd Lehnert
Eine erfolgreiche, schöne Zeit, die durch Corona ein jähes vorläufiges Ende nahm. Die Not machte auch ihn erfinderisch. Bernd Lehnert legte sich 2020 seine erste Drohne zu, viele weitere folgten. Nach einem erfolgreich absolvierten Drohnenführerschein konnte es mit den Drohnenfotos losgehen. Fast. Denn hinter jedem Drohnenfoto stehen aus Gründen der Sicherheit jede Menge Planung und Bürokratie.
Frechen: Atemberaubende Aufnahmen vom Kölner Dom und Motiven im Rhein-Erft-Kreis

Luftaufnahme vom Kölner Dom mit Weihnachtsmarkt. copyright: Bernd Lehnert
Copyright: Bernd Lehnert
Doch die atemberaubenden Drohnen-Aufnahmen, die dabei entstehen – vom Kölner Dom, dem Tagebau Hambach, der Abtei Brauweiler oder Grube Carl – erfüllen ihn mit Stolz. An die Entstehung jeder einzelnen Fotografie kann sich Bernd Lehnert erinnern. „Als ich mal ein U-Boot im Rhein fotografieren wollte, gab es plötzlich am Tanzbrunnen davor ein Feuerwerk. Das war wirklich ein Geschenk.“
Die Tauben wurden schnell aufdringlich, kamen immer näher und griffen mich und meine Drohne an
Weniger erfreulich war hingegen seine Bekanntschaft mit sechs neugierigen Tauben in Wuppertal. „Die wurden schnell aufdringlich, kamen immer näher und griffen mich und meine Drohne an“, erinnert sich Bernd Lehnert und schüttelt lachend den Kopf. „Ich musste zweimal notlanden und hatte hinterher hauptsächlich Taubenflügel auf den Fotos. Das habe ich schon persönlich genommen.“
Manchmal fährt er auch mit seinem Lastenfahrrad und einer Drohne nach Köln oder in die Eifel – und wenn er ankommt, beginnt es zu regnen. „Das sehe ich inzwischen sportlich“, verrät er. Bernd Lehnert ist im Vorstand des Flug- und Modellsportvereins Frechen und informiert dort in Workshops über die Kunst des Drohnenflugs. Obwohl er sich eigentlich nicht so sehr als Künstler, sondern mehr als Foto-Handwerker sieht. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, freut sich der Fotograf. „Und wenn ab und zu einzigartige Drohnenfotos aus der Luft entstehen, bin ich glücklich.“
Einige Drohnenfotos von Bernd Lehnert sind bis Mitte April 2026 im Café Schnörkellos in Frechen, Hauptstraße 28, ausgestellt.
