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Bangen um RheinfähreBürger in Langel demonstrieren für den Erhalt im Kölner Norden

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Mattis Dieterich, Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes im Kölner Norden, sprach zu den Demonstrierenden.

Mattis Dieterich (l.), Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes im Kölner Norden, sprach zu den Demonstrierenden.

In den Rheindörfern gibt es Befürchtungen, dass die Fährverbindung nach Leverkusen dauerhaft eingestellt werden soll. Dagegen wurde nun demonstriert.

Seit der Havarie der Fähre „Fritz Middelanis“ im Dezember liegt die Fährverbindung zwischen Köln-Langel und Leverkusen-Hitdorf auf Eis. Das wird auch mindestens den Februar über so bleiben, wie die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) verlautbaren ließ, die 50 Prozent an der Betreibergesellschaft Rheinfähre Langel GmbH hält. Schlechte Nachrichten etwa für die Karnevalisten der Rheindörfer, die die Fähre nutzen, um Wagen und Traktoren für die Veedelszüge zu transportieren.

Doch Anwohner, Vereine und örtliche Politik befürchten, dass die Fährverbindung ganz eingestellt werden könnte. „Durch Gespräche mit der Stadt Leverkusen, die die übrigen 50 Prozent der Betreiberfirma hält, haben wir erfahren, dass auf einer Gesellschafterversammlung der Weiterbetrieb der Fähre infrage gestellt wurde“, weiß etwa Mattis Dieterich zu berichten, der Vorsitzende des Ortsverbands der SPD im Kölner Norden.

Ein breites Aktionsbündnis aus Politik, den Bürger- und Sportvereinen der Rheindörfer sowie der örtlichen Gastronomie hatte daher am vergangenen Sonntag zu einer Demonstration an der Langeler Anlegestelle aufgerufen, der bis zu 400 Personen gefolgt waren. Zeitgleich fand auch am Hitdorfer Ufer eine Demonstration statt – insgesamt hatten sich gut 750 Personen an den Demonstrationen beteiligt, schätzt Dieterich. „Die Stadt Leverkusen hat bereits erklärt, dass sie weiterhin Interesse am Betrieb der Fähre hat, jetzt geht es darum, ob dieser Wille auch auf Kölner Seite vorhanden ist“, sagt er.

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Fähre im Kölner Norden: Zukunft ungewiss

Christian Lorenz, Pressesprecher der HGK, verwies auf das hohe Alter der „Fritz Middelanis“. „Die Fähre ist seit gut 60 Jahren im Betrieb und zuletzt immer häufiger wegen technischer Mängel ausgefallen“, sagt er. „Die Havarie im Dezember aber war so dramatisch, dass uns die Sicherheit grundlegend gefährdet schien, darum mussten wir sie auf den Prüfstand stellen.“ Die HGK gab drei Gutachten in Auftrag, um Bordelektronik, Hydraulik und Steuerung zu untersuchen. „Zwei der Gutachten sind fertig, das dritte steht noch aus. Dessen Ergebnis warten wir noch ab“, so Lorenz.

Für die Anwohner bedeutet die Fähre mehr als nur ein Mobilitätsangebot, weiß Dieterich. „Die Fährverbindung gibt es mindestens seit dem 15. Jahrhundert, sie ist Teil der regionalen Identität“, sagt er. Ein Wegfall hätte jedoch auch ganz konkrete Auswirkungen: aufgrund der schlechten Infrastruktur auf Kölner Seite nutzen viele Langeler die Fährverbindung, um auf Hitdorfer Seite einkaufen zu gehen. „Für uns gehört der Fährbetrieb zur Daseinsvorsorge“, meint Dieterich, „Wenn die HGK nicht mehr dazu bereit ist, müssen andere Lösungen gefunden werden.“

Am Dienstag soll die Fähre Thema einer Aufsichtsratssitzung sein, so Lorenz. „Es wird auch in Zukunft einen Fährbetrieb geben“, versichert dieser, „aber wie und in welcher Form können wir noch nicht sagen. Sicherheit geht vor“.

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