Die Pläne für die Schule auf dem Gelände des Lindweiler Hofs stoßen bei den Anwohnern auf heftige Kritik. Nach einer Sondersitzung hat die Politik erneut diskutiert.
Schulbau in BickendorfSPD möchte den geplanten Bau von fünf auf vier Geschosse verkleinern

Auf dem Gelände des Lindweiler Hofs haben bereits vorbereitende Arbeiten stattgefunden.
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Die Sondersitzung zum geplanten Schulneubau auf dem Gelände des Lindweiler Hofs Anfang Februar hat Spuren bei den Ehrenfelder Bezirksvertretern hinterlassen. „Einige von uns sind da traumatisiert rausgegangen“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Bossinger in Erinnerung an die teils lautstarken Proteste und hämischen Zwischenrufe der rund 100 Besucher aus Bickendorf. Nach mehr als drei Stunden, nach Präsentationen, Erklärungen und offener Diskussion, hatte es kaum Annäherungen zwischen den Bürgern auf der einen und Politik und Verwaltung auf der anderen Seite gegeben: die Größe der Gebäude, die Verkehrsplanung, der Einfluss auf das Ortsbild und der Überflutungsschutz sind nach wie vor umstritten.
Zum Abschluss der Sondersitzung hatten die Bezirksvertreter die Verwaltung lediglich aufgefordert, über noch mögliche Änderungen nachzudenken. Doch „weil von der Verwaltung bislang nichts gekommen ist“, so der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Hanselmann (SPD), legten die Sozialdemokraten nun eigene Vorschläge vor. Die allerdings stießen bei den übrigen Bezirksvertretern auf große Bedenken.
SPD fordert, auf eine Kita in einer weiterführenden Schule auf dem Gelände des Lindweiler Hofs in Köln-Bickendorf zu verzichten
So fordert die SPD, auf die Kita zu verzichten, die nach den vorliegenden Plänen ins Erdgeschoss eines fünfstöckigen Gebäudes gleich neben der Feltenstraße und St. Rochus einziehen soll. Während der Sondersitzung hatten einige Bickendorfer darauf hingewiesen, dass sich ein Kita-Betrieb und der damit verbundene Lärm nicht gut mit der weiterführenden Schule vertrage - was bei der Verwaltung zumindest Nachdenklichkeit auslöste. Auch mit der Höhe des Gebäudes waren viele Besucher nicht einverstanden, weil es das historische Kirchengebäude verdecke.
Ersatzweise sollte die Kita in dem leerstehenden Kindergarten-Gebäude an der Teichstraße untergebracht werden, meinen die Genossen. Dann hätten die künftigen Schüler ihre Ruhe und das Gebäude könnte um ein Geschoss reduziert werden. Außerdem möchte die SPD einen Kiss & Ride-Bereich am Haupteingang der Schule beantragen, um das Problem der Elterntaxis zu entschärfen. Auch eine umfassende Fassadenbegrünung sowie die „Ausschöpfung aller technischen Möglichkeiten zur zusätzlichen Regenwasserrückhaltung und -versickerung vor dem Gebäude Subbelrather Straße 546“, dem tiefsten Punkt in der Umgebung, gehört zum Forderungskatalog. „Das soll aber keine Neuplanung nach sich ziehen, wir möchten nur nachsteuern“, sagte Udo Hanselmann.“

Die Schule an der Rochusstraße 80 soll teils fünfgeschossige Gebäude erhalten. Das ist vielen Bickendorfern zu überdimensioniert.
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Genau das bezweifelte Bettina Tull von der Grünen-Fraktion allerdings vehement: „Ein Stockwerk wegnehmen - das geht nicht mal einfach so.“ Dann würden umfangreiche Umplanungen notwendig, und die Verwaltung habe keinen Zweifel daran gelassen, dass Änderungen an den bereits zur Genehmigung eingereichten Plänen des Totalunternehmers erhebliche Kosten verursachen würden.
Zudem stehe das Kindergarten-Gebäude an der Teichstraße nicht zur Verfügung: „Es gehört nicht der Stadt, sondern einem privaten Investor, der wohl seine eigenen Pläne damit hat. Er wird das Grundstück nicht der Stadt verkaufen, und wenn, dann wird das sehr teuer.“ Im Übrigen sei ein Kiss & Ride-Bereich an einer weiterführenden Schule überflüssig, weil nur ein kleiner Teil der Schüler mit Elterntaxis anreist, alle anderen würden durch solche falschen Anreize sogar zusätzlich gefährdet. Und was den Schutz vor Überflutungen bei Starkregen angehe: „Die Verwaltung hat uns ausführlich erklärt, welche Maßnahmen getroffen werden. Diese Leute haben Ahnung, denen sollten wir einfach mal vertrauen.“
Vertreter von CDU und FDP sahen das ganz ähnlich, und Bezirksbürgermeister Volker Spelthann (Grüne) wies darauf hin, dass die Sondersitzung erst wenige Wochen zurückliege, man solle der Verwaltung noch ein wenig Zeit geben. Dann würden sicher Vorschläge kommen. Zuletzt erklärte sich die SPD damit einverstanden, die Abstimmung über ihren Antrag auf die nächste Sitzung im Mai zu vertagen.

