Das Wohnungsbauprojekt „Lerchenweg“ in Köln-Bocklemünd wurde leicht überarbeitet. Die Kita entfällt zugunsten von mehr Wohnraum.
Stadtplanungsamt prüft Bau-Turbo-GenehmigungWohnungsbauprojekt in Bocklemünd wird angepasst

Der Zugang zum künftigen Wohngebiet an der Schaffrathsgasse ist relativ schmal.
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Einige Bocklemünder werden sich noch an das Wohnungsbauprojekt „Lerchenweg/Schaffrathsgasse“ erinnern: Im Juni 2021 fand dazu eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung statt, und zwar als Livestream, denn draußen herrschte Pandemie. Ein Planungskonzept für das rund 1,3 Hektar große ehemalige Gewerbegebiet konnte der Bauherr, die zur Bauwens-Gruppe gehörende PE Lerchenweg, danach auch vorstellen. Die Arbeiten sollten noch 2023 beginnen und zwei Jahre dauern. Doch dann wurde es ruhig um das Projekt.
„Aufgrund geänderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen“, so teilte das Stadtplanungsamt nun den Ehrenfelder Bezirksvertretern mit, habe der Vorhabenträger 2023 den Wunsch geäußert, einige „Anpassungen“ in den Plänen vorzunehmen. Es ging dabei um eine mögliche Vergrößerung des zu bebauenden Geländes sowie zusätzliche Geschosse.
Kita gestrichen – Planungskonzept bleibt im Kern unverändert
„Nach intensiven Gesprächen“, so die Verwaltung, habe die PE Lerchenweg jetzt das überarbeitete Planungskonzept vorgelegt. Es weiche aber nur geringfügig von der ursprünglichen Planung ab, die der Stadtentwicklungsausschuss 2023 abgesegnet hatte. Der auffälligste Unterschied ist der Verzicht auf die zunächst vorgesehene Kita. Im „zeitlichen Betrachtungshorizont“ bis 2035, so das Stadtentwicklungsamt, sei mit einem Rückgang der Geburtenzahlen zu rechnen. In Bocklemünd, wie in vielen anderen Stadtteilen auch, wird daher ein Überhang an Betreuungsplätzen erwartet.
Der somit frei werdende Platz wird für zusätzliche Wohnungen genutzt. Außerdem bekommt der Gebäuderiegel entlang der Militärringstraße im Unterschied zur früheren Planung ein fünftes Geschoss hinzu. Die acht Mehrfamilienhäuser im Innenbereich bleiben aber vier- beziehungsweise dreigeschossig.
Daher steigt die Wohnfläche von den 2023 vorgesehenen insgesamt rund 13.050 Quadratmetern nur geringfügig auf knapp 13.700 Quadratmeter an. Statt vormals 174 sollen jetzt 178 Wohnungen entstehen, 30 Prozent davon gemäß dem kooperativen Baulandmodell im öffentlich geförderten Segment. Ein 790 Quadratmeter großer öffentlicher Spielplatz ist ebenfalls Teil des Konzepts.
Das neue Quartier soll nahezu autofrei sein. Mit Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Fassadenbegrünung, Car-Sharing-Angeboten und Ladeplätzen für E-Mobile wird dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung getragen. „Grünwerk“ nennen die Bauherren daher ihr Projekt. Für den Gestaltungsbeirat der Stadt, in der das leicht veränderte Konzept im Februar vorgestellt wurde, darf es allerdings noch etwas grüner sein: Der Beirat empfahl eine erneute Überarbeitung der Pläne, nicht zuletzt mit dem Ziel, den Anteil an Grünflächen zu erhöhen.
Parallel dazu wird aber das Planungsverfahren voranschreiten. Das Stadtplanungsamt prüft, ob das Projekt zur Genehmigung über den Bau-Turbo geeignet ist.
