Auf dem Max-Becker-Gelände entsteht mit 1700 Wohnungen ein neues urbanes Quartier. Ein bunter Mix an Einrichtungen und Grün sollen dabei sein.
Max-Becker-ArealPolitiker wollen ihre Vorstellung vom neuen Quartier in Köln-Ehrenfeld festzurren

So soll die Wohnbebauung auf dem Max-Becker-Areal in Ehrenfeld aussehen. Insgesamt sollen 1700 Wohneinheiten entstehen.
Copyright: PANDION AG
Statt Metallschrott urbanes Leben, eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Kultur, Einzelhandel und Grünflächen: Das hörte sich auch für die Ehrenfelder Bezirksvertreter vielversprechend an. Damit der neue Eigentümer Pandion AG seine Pläne zur künftigen Nutzung der ehemaligen Grundstücke der Max Becker AG und der Rhein-Energie umsetzen kann, hatte die Bezirksvertretung (BV) im Herbst auch der rechtlich notwendigen Umwidmung des jetzigen Gewerbegebiets in ein Mischgebiet zugestimmt. Doch nun geht es um konkretere Vorgaben für eine künftige Bebauung, und da schauen die Politiker noch einmal genauer hin.
So schlossen sie sich einstimmig den Vorschlägen des Rahmenplanungsbeirats Braunsfeld/ Müngersdorf/Ehrenfeld an, wonach die Vorlage des Stadtplanungsamts für einen „Vorgabenbeschluss“ um einige Punkte ergänzt werden soll. Empfohlen wird vor allem, den im Bebauungskonzept angestrebten Nutzungsmix in einem städtebaulichen Vertrag festzulegen. Das Konzept für das rund 9,7, Hektar große Gebiet an der Widdersdorfer Straße östlich des Maarwegs wurde auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs sowie einer Bürgerbeteiligung entwickelt.
Kitas, Einzelhandel, eine Bummelmeile und ein Kulturbaustein
Festgesetzt werden soll etwa der „Anteil belebender Nutzungen“ in den Erdgeschossen, wo kulturelle und soziale Einrichtungen, Kitas, Einzelhandel und Gastronomie entlang einer „Bummelmeile“ vorgesehen sind. Auch ein eigener „Kulturbaustein“ und die Integration einer Pflegeeinrichtung sind Teil des Konzepts.
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Die künftige Entwicklung des Max-Becker-Areals an der Widdersdorfer Straße wird Politik und Öffentlichkeit noch einige Jahre auf Trab halten.
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Neben der Größe und Höhe der neuen Gebäude müsse in dem Vertrag der zugesagte Anteil von 30 Prozent an öffentlich geförderten, also im Mietpreis günstigen Wohnungen festgeschrieben werden. Von den angekündigten rund 1700 neuen Wohneinheiten sollen weitere 20 Prozent Mietwohnungen sein, beziehungsweise für den genossenschaftlichen Wohnungsbau oder für Baugruppen reserviert bleiben.
Am Maarweg soll ein sieben Hektar großer Gleisbogenpark entstehen
Auch den versprochenen neuen Grünflächen gilt die Aufmerksamkeit der Lokalpolitiker. Weil die gesamte „Weststadt“, also das rund 500 Hektar große Gebiet zwischen Militärring, Aachener Straße, Melatengürtel und Venloer Straße, in dieser Hinsicht unterversorgt sei, müsse auch die geplante, rund 14 000 Quadartmeter große Grünfläche vertraglich abgesichert werden. Inklusive einiger Spielplätze und der Gaskugel der Rheinenergie, die „als historische Landmarke des industriellen Erbes“ erhalten bleiben soll. Die Grünflächen sollen so schnell wie möglich angelegt und genutzt werden können.
Auch die Anbindung des Max-Becker-Areals an die so genannte „Annex-Fläche“ am Bahndamm auf der anderen Seite des Maarwegs, wo auf noch einmal gut 7 Hektar der „Gleisbogenpark“ geplant ist, ist der BV wichtig. Hier müssten die eigentumsrechtlichen Fragen für eine Fuß- und Radweg-Verbindung rechtzeitig geklärt werden.
Auf Anregung von Julia Lottmann (Grünen) fordert die BV außerdem, dass die auf dem Max-Becker-Areal geplante Grundschule wegen des allgemeinen Mangels an Schulplätzen „prioritär geplant und gebaut“ wird. Geprüft werden soll auch, ob statt eines Bürohochhauses an der Vitalisstraße, am westlichen Ende des künftigen Gleisbogenparks, bezahlbare Studentenwohnungen bereitgestellt werden können. Oder Wohnungen für Auszubildende, wie auf Vorschlag der SPD-Fraktionsvorsitzenden Petra Bossinger hinzugefügt wurde.
Diese Ergänzungswünsche aus Ehrenfeld werden nun dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegt, der darüber entscheidet, ob sie Aufnahme in die Verwaltungsvorlage finden. Über das gesamte Bebauungsprojekt soll noch in diesem Jahr im Rahmen einer Bürgerbeteiligung mit der Öffentlichkeit diskutiert werden.