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Tag der KinderhospizarbeitAmbulanter Kinder- und Jugendhospizdienst bildet Menschenkette am Kölner Dom

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Menschenkette am Kölner Dom

Anlass für die Aktion war der bundesweite Tag der Kinderhospizarbeit.

Ein grünes Band zog sich am Dienstag einmal um den Dom herum, außerdem bildete sich vor der Kathedrale eine sehr lange Menschenkette. Zu der Aktion aufgerufen hatte der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Köln (AKHD). Anlass war der bundesweite Tag der Kinderhospizarbeit. Er geht darauf zurück, dass am 20. Februar 1990 sechs Familien, deren Kinder lebensverkürzend erkrankt waren, den Deutschen Kinderhospizverein gründeten. Heute ist er an 33 Standorten vertreten.

Fast 150 ehrenamtliche Kräfte beim ambulanten Dienst im Einsatz

Der ambulante Dienst in Köln ist vor 20 Jahren entstanden und verfügt mittlerweile über vier Büros. „Er hat sich toll entwickelt“, sagte vor der Aktion die ehemalige Olympiasiegerin Heike Henkel, die von Anfang an Schirmherrin des Vereins ist. Sie habe nicht lange gezögert, die Aufgabe zu übernehmen, denn die Idee habe sie „total angesprochen“. Das Konzept: Ehrenamtliche Kräfte unterstützen die betroffenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor allem zu Hause, aber auch in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Im Gegensatz zu Erwachsenen-Hospizen kann die Begleitung mehrere Jahre dauern, denn die Patienten und Patientinnen, die zwischen wenigen Tagen und 21 Jahren alt sind, werden nicht erst in der Sterbephase betreut, sondern es beginnt direkt nach der ärztlichen Diagnose.

Große Menschenkette am Kölner Dom

Ein grünes Band zog sich am Dienstag einmal um den Dom.

Zurzeit sind laut AKHD-Pressesprecherin Claudia von Ley in Köln 146 ehrenamtliche Kräfte bei 85 Familien im Einsatz. Sie kümmern sich hauptsächlich um die Erkrankten selber, aber auch um deren Geschwister und Eltern. Die Nähe und Unterstützung, die sie bieten, sollen die Familien entlasten und für mehr Normalität in deren Alltag sorgen. Weitere Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen, die vor ihrem Einsatz vier Monate lang geschult werden, sind willkommen. Das gilt auch für Spenden, mit denen der Verein zu rund 70 Prozent seine Arbeit finanziert.

Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst hat viele prominente Unterstützer

Zu den prominenten Unterstützern, die sich in die Menschenkette einreihten, gehörte Henning Krautmacher, Ex-Frontmann der Höhner. Früher habe er ein „sehr gespaltenes Verhältnis zum Begriff Hospiz“ gehabt, sagte er, und sich wie so viele ein Haus vorgestellt, in dem „alle traurig sind“. Dann, vor zehn Jahren, habe sein Bruder im Sterben gelegen, und dessen sehnlichster Wunsch sei gewesen, „zu Hause in Würde zu sterben“. Irgendwann werde auch für die Angehörigen eine solche Situation schwierig. Damals habe er sich näher damit beschäftigt, was Hospize leisten, sagte Krautmacher, und seine Haltung habe sich „grundlegend geändert“.

Henning Krautmacher mit seiner Frau Anke

Henning Krautmacher mit seiner Frau Anke (rechts im Bild)

Schauspielerin Nina Vorbrodt wies darauf hin, dass der Erlös des Kölner Comedy-Abends, den sie am 18. Mai in der Volksbühne moderiert, dem Deutschen Kinderhospizverein zugute kommt. FC-Geschäftsführer Philipp Türoff sagte, als Ehemann einer Ärztin, die seit Jahren eine Notaufnahme leite, bekomme er mit, in welche Situationen Familien geraten können, deren Kinder schwer erkranken. Er habe nicht lange überlegen müssen, an der Aktion teilzunehmen. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln, sagte, der Verein gebe „den Leuten Kraft, die Kraft brauchen“, und schenke da Freude, wo sie leicht zu kurz komme.

Auch Karnevalisten waren Teil der Menschenkette, darunter Helmut Schüßler, Reitercorpskommandant der Nippeser Bürgerwehr. Im Nippeser Dienstagszug werden ehrenamtliche Helfer und Helferinnen des AKHD und unterstützte Familien mitgehen.