Damit Wasser von Dormagen in die Tagebaue fließen kann, baut RWE eine große Leitung. Vorbereitend zum Baustart im März erfolgte die Rodung.
Für RheinwasserleitungRWE rodet Bäume am Radrundweg in Bergheim-Glesch

RWE hat mit Rodungen für die Rheinwassertransportleitung begonnen.
Copyright: Rafael Greboggy
Der Energiekonzern RWE hat am Radrundweg Terra Nova (Speedway) in Glesch Rodungen durchführen lassen. An der zusammenhängenden Baum- und Gehölzreihe, die auf einer Erhebung parallel zum Speedway verläuft, klafft nun ein großes Loch.
Hintergrund ist der Bau der Rheinwassertransportleitung (RWTL), wie RWE auf Anfrage bestätigt. Damit in den Tagebauen Hambach und Garzweiler Seen entstehen, baut der Energiekonzern eine Trasse, die von Dormagen bis in die Tagebaue führt.
Bergheim: Bäume für Rheinwasserleitung gefällt
Auch wenn der Baustart für die Rheinwasserleitung erst Anfang März geplant ist, hatte RWE bereits mit dem Erhalt der Genehmigung für den Bau angekündigt, vorbereitende Maßnahmen wie Grünschnitt treffen zu wollen. Hierzu zählen auch die Rodungen in Glesch.
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Der Konzern lässt Bäume entlang des Radrundwegs Terra Nova (Speedway) auf der Höhe von Glesch fällen.
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„Die Arbeiten haben am 3. Februar begonnen und sind mit dem einhergehenden Abtransport des Rückschnitts bis Ende Februar abgeschlossen und werden durch eine fachliche, ökologische Baubegleitung überwacht“, so ein Sprecher des Energiekonzerns.
Naturtreff Bedburg sieht Eingriff kritisch
Rolf Thiemann, der sich beim Naturtreff Bedburg engagiert, habe viele empörte Anrufe wegen der Rodungen bekommen, wie er im Gespräch mit der Redaktion erzählt. Für ihn stellen sich die Tagebauseen und auch der Bau der Leitung als starker Eingriff in die Natur dar.

Umweltschützer sorgen sich um die Haselmaus, die im Ort vorkommt und auf zusammenhängende Gehölze angewiesen ist.
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In Glesch käme neben der Rodung auch noch die Beunruhigung durch den Bau der Leitung an sich hinzu, sagte Thiemann. Er sorgt sich etwa um die Haselmaus, die dort vorkommt. Diese lebe von einem vernetzten Biotop. „Sie wandert durch zusammenhängende Bäume, wie ein Eichhörnchen“, sagt der Naturschützer. Offene Bereiche meide sie – und damit sei ein Loch im Baumnetz für die Haselmaus ein Problem. Seiner Beobachtung nach werden die Lücken solcher Biotopvernetzungen immer größer, etwa weil es weniger Gehölze zwischen Feldern gebe.
RWE will andernorts Bäume als Ersatz pflanzen
Was tut RWE also, um den ökologischen Eingriff auszugleichen? Der Energiekonzern erklärte, dass es im Vorfeld artenschutzrechtliche Überprüfungen gab. „So wurden beispielsweise Haselmausbestände in aufgewertete, angrenzende Bereiche umgesetzt. Zudem finden die Arbeiten außerhalb der Vogelbrutzeiten innerhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraums statt“, so der Konzern.
Dazu will der Konzern auf Flächen in Bergheim, Rommerskirchen und Elsdorf einheimische Laubbaumarten als Ersatz für die gefällten Bäume pflanzen. „Dabei wird insgesamt mehr Waldfläche aufgeforstet (2,6 Hektar), als für die Bauarbeiten der 45 Kilometer langen Rheinwassertransportleitung insgesamt in Anspruch genommen wird (2,1 Hektar)“, so ein RWE-Sprecher.
Thiemann überzeugt das nicht. Bei vielen Aufwertungsprojekten fehle ihm die Nachhaltigkeit. Er habe den Eindruck, dass sie sich vor allem an der Abschöpfung von Fördergeldern orientieren und nicht am Wert für die Natur. Überhaupt habe er den Eindruck, dass Naturschutz aktuell keine hohe Priorität genießt und Menschen, die sich hier engagieren, schnell als radikal abgestempelt würden. „Wir wollen doch unsere Umwelt und unsere Tierwelt für unsere Kinder erhalten“, sagt Rolf Thiemann.

