- Die Metropolregion Rheinland (MRR) ist die jüngste Metropolregion in Deutschland.
- Obwohl es in einigen Kategorien einen Vorsprung gegenüber Hannover, Frankfurt, Berlin, Stuttgart und München hat, hat das Rheinland laut einer aktuellen Studie der MRR in anderen Bereichen noch klaren Nachholbedarf.
- Ein grafischer Überblick einer aktuellen Studie
Köln – Sechs deutsche Metropolregionen stehen im Wettbewerb um Fachkräfte, Unternehmen und Wissenschaftler. Die Metropolregion Rheinland (MRR) ist die jüngste unter ihnen und wurde erst im Februar 2017 mit dem Ziel gegründet, „das Rheinland im nationalen Wettbewerb vorne zu positionieren“.
Obwohl es in einigen Kategorien einen Vorsprung gegenüber Hannover, Frankfurt, Berlin, Stuttgart und München hat, hat das Rheinland laut einer aktuellen Studie der MRR in anderen Bereichen noch klaren Nachholbedarf.

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Bei der Zahl der Forschungseinrichtungen schneidet die Region bereits gut ab und landet hinter Berlin (225 Einrichtungen) auf dem zweiten Rang. Eine dichte Forschungslandschaft ist auch deshalb wichtig, weil Wissenschaftler mit ihrem Sachverstand, ihren Laboren und technischen Geräten wichtige potenzielle Kooperationspartner für lokale Unternehmen sind.
Als Paradebeispiel nennt die MRR das Forschungszentrum Jülich, das Industrie und Wissenschaft die Rechenkraft seiner Supercomputer zur Verfügung stellt und damit zur Lösung hochkomplexer Probleme beiträgt.

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Die Forschungstätigkeit in Unternehmen ist im Rheinland jedoch deutlich unterentwickelt: Stuttgart nimmt mit im Schnitt 27, 9 Angestellten in Forschung und Entwicklung (FuE) je 1000 Erwerbstätigen den Spitzenplatz vor München und Hannover ein. In NRW kommen auf 1000 Erwerbstätige nur 7,1 FuE-Beschäftigte, nur in Berlin ist die Quote noch niedriger.
Den Vorsprung anderer Regionen führen die Autoren der MRR-Studie auf die Branchenstruktur ansässiger Unternehmen zurück. Dass in München, Stuttgart und der Region Hannover-Braunschweig der forschungsintensive Automobilbau eine dominante Rolle einnehme, erkläre die Verteilung.

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Aber auch im Rheinland gibt es bedeutende Forschungszentren von Unternehmen, etwa von Bayer in Wuppertal, wo der Konzern die Behandlung von Krebs und Herzkreislauferkrankungen erforscht. Mit zahlreichen Chemieunternehmen ist das Rheinland darüber hinaus trotz des Rückstands ein wichtiger europäischer Standort einer forschungsintensiven Branche.
Bei der Zahl der Hochschulen und Schulen – allgemein- und berufsbildenden – ist das Rheinland mit 2041 indes Spitzenreiter. Die MRR stehe vor allem „vor der Herausforderung die dort ausgebildeten, hoch qualifizierten Experten von morgen in der Region zu halten“. Aktuell veranlasse die große Anziehungskraft internationaler Unternehmen Absolventen der rheinischen Hochschulen, die Region im Anschluss an das Studium zu verlassen.

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Die Autoren der Studie fordern, das Rheinland stärker als attraktiven Standort für Forschung und innovative Unternehmensgründungen zu vermarkten. So sollen mehr attraktive Arbeitsplätze im Rheinland geschaffen werden, um Fachkräfte an die Region zu binden.
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Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Vorsitzende der MRR, sagt, das Rheinland biete beste Bedingungen für Studierende und Forschende: „Wir verschließen aber nicht den Blick davor, dass es in einigen Bereichen Handlungsbedarf gibt. Wir müssen das Rheinland als Standort international positionieren und damit bekannter machen.“ Rheinländer zeichne eine besondere Aufgeschlossenheit und Offenheit aus, die es als Stärker herauszustreichen gelte.


