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SparmaßnahmenSo viel bezahlt Leverkusen für den Sicherheitsdienst

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Polizeiauto vor dem Leverkusener Rathaus

In zwei Jahren musste zweimal die Polizei zu Vorfällen in Bürgerämtern wie dem Wiesdorfer Rathaus zugezogen werden.

Fünf städtische Gebäude werden aktuell von einem Sicherheitsdienst bewacht. Auch andere Städte geben dafür viel Geld aus.

Wer in Leverkusen ein städtisches Gebäude mit Publikumsverkehr betritt, trifft stets auf einen uniformierten Sicherheitsdienst. Fünf städtische Verwaltungsgebäude werden aktuell bewacht: das Rathaus, das Verwaltungsgebäude am Goetheplatz, die Zulassungs- und Führerscheinstelle an der Haus-Vorster-Straße 8, das Bürgerbüro am Wiesdorfer Platz 32 sowie das Wiesdorfer Eck an der Hauptstraße 119. Die Kosten dafür: 540.000 Euro brutto im Jahr 2025.

Musikschule, Bibliothek, VHS, an allem soll massiv gespart werden, gegen alle Kürzungen gibt es Proteste aus der Bevölkerung. Da kann man sich fragen: Wenn überall gekürzt wird, braucht es die Menschen an den Türen noch, die mehr oder weniger streng kontrollieren, ob jemand einen Termin hat?

Keine körperlichen Übergriffe

Die Stadtverwaltung findet: Ja. Eine Sprecherin schreibt auf Nachfrage, die bestehenden Maßnahmen würden in der städtischen Arbeitsgruppe „Beschäftigtensicherheit“ kontinuierlich überprüft. Ziel sei es, den Einsatz von Sicherheitsressourcen so effizient und kostengünstig wie möglich zu gestalten, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen.

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Die Stadt halte den Einsatz weiter für sinnvoll: In den vergangenen zwei Jahren sei es in einigen Fällen zu Situationen gekommen, in denen Bürgerinnen oder Bürger ein „übermäßig unkooperatives oder verbal aggressives Verhalten“ zeigten. In all diesen Fällen habe der hauseigene Sicherheitsdienst frühzeitig und konsequent eingegriffen und die Situation „schnell und friedlich“ beruhigt. Lediglich in zwei Fällen habe man Polizei und kommunalen Ordnungsdienst zur Hilfe holen müssen. Durch das professionelle Zusammenspiel aller Sicherheitskräfte sei es zu keinerlei körperlichen Übergriffen auf städtische Verwaltungsmitarbeitende gekommen.

Am Rathaus kontrolliert ein Sicherheitsdienst, ob Besucher einen Termin haben.

Am Rathaus kontrolliert ein Sicherheitsdienst, ob Besucher einen Termin haben.

Die Sorge vor solchen Übergriffen ist nicht unberechtigt: Eine umfangreiche Befragung des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2020 ergab: Jeder vierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst hat bereits Gewalt gegen sich erlebt. Die Befragung von mehr als 10.000 Beschäftigten bezog sich aber nicht nur auf Verwaltungsmitarbeitende, sondern alle öffentlich Beschäftigten, also etwa auch Polizei- und Vollzugsbeamte. Gleiches gilt für eine Umfrage, die Forsa 2025 für den Beamtenbund durchgeführt hat. Von den im öffentlichen Dienst beschäftigten Befragten gab die Hälfte an, schon einmal bei ihrer Tätigkeit behindert, beschimpft oder tätlich angegriffen worden zu sein.

Die Verwaltung betont in diesem Zusammenhang: Bei allen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen stehen ein sicheres Arbeitsumfeld für die Belegschaft und ein reibungsloser, geschützter Publikumsverkehr zu jeder Zeit an erster Stelle und sollten „vollumfänglich garantiert“ bleiben.

Eine Million Euro für zwei Jahre

Dennoch scheint mehr als eine Million Euro für zwei Jahre recht viel, bei zwei ernsthafteren Vorfällen plus der Vermutung, dass die pure Anwesenheit des Dienstes eine abschreckende Wirkung zeigt. Wie gehen vergleichbare Städte damit um?

Solingen, mit rund 158.000 Einwohnern ähnlich groß wie Leverkusen, bewacht drei städtische Gebäude: das Rathaus am Walter-Scheel-Platz, die Ausländerbehörde und das Jobcenter. Die Gesamtkosten für alle drei Standorte lagen 2025 nach Angaben der Stadt im niedrigen sechsstelligen Bereich – also wohl deutlich unter dem, was Leverkusen ausgibt.

Hoher Etat in Remscheid

Remscheid ist mit rund 111.000 Einwohnern deutlich kleiner. Die ausgewiesenen Sicherheitskosten allerdings deutlich höher: 1.129.354,93 Euro weist eine Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke für das Jahr 2024 aus. Allerdings sind hier in die Berechnung neben den beiden Verwaltungsgebäuden an der Elberfelder Straße und der Haddenbacher Straße auch weitere städtische Einrichtungen aufgeführt, die bewacht werden: eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete, ein Parkhaus, zwei Schulen, eine Obdachlosenunterkunft sowie ein Übergangswohnheim. Die Intensität variiert stark: Manche Objekte haben nur wenige Stunden Nachtwache, die Erstaufnahmeeinrichtung wird ganztägig mit Personenschutz gesichert. Die von der Stadt Leverkusen angegebenen 540.000 Euro umfassen dagegen nur die Eingangskontrollen an Verwaltungsgebäuden, sind also schwer vergleichbar.

Die Stichprobe zeigt: Sicherheitsdienste an städtischen Gebäuden sind mittlerweile durchaus üblich, die Kosten fallen unterschiedlich aus. Kurzfristig könnte die Stadt Leverkusen das Thema gar nicht auf die Sparagenda setzen: Der Rahmenvertrag mit dem Dienstleister läuft bis April 2027.