„Probiert? Kapiert!“Industriemuseum lädt zu Mitmach-Ausstellung nach Engelskirchen ein

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Mehrere Kinder schauen gespannt auf Holzplatten, die als Dominosteine in einer Reihe aufgebaut wurden. Ein Junge stößt den ersten Stein an.

Ausstellungseröffnung im Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen: Probiert? Kapiert! heißt die neue Experimentier-Ausstellung im LVR-Industriemuseum.

„Probiert? Kapiert!“ ist Titel der interaktiven Schau im LVR-Industriemuseum Engelskirchen, die sich an Tüftler jeden Alters richtet.

Die Gäste zählen einen Countdown herunter, dann lösen Ellie und Leo die Kettenreaktion aus. Über Zahnräder, Rutschbahnen, Rollwagen und Dominosteine wandert der Impuls über den Parcours, bis er am Ziel einen Luftballon platzen lässt. Das Gemeinschaftswerk der 2a von der KGS Loope hat bei der Ausstellungseröffnung ganz gut funktioniert, nur zweimal müssen die Kinder ein bisschen nachhelfen.

Versuch und Irrtum ist das Lernprinzip in der neuen Mitmachausstellung im Industriemuseum des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in Engelskirchen. „Probiert? Kapiert!“ ist Titel der interaktiven Schau, die sich an Tüftler jeden Alters richtet. In kleinen Gruppen oder auch allein gilt es, verschiedene Herausforderungen zu bestehen.

An den Stationen spiegelt sich der industrielle Alltag der historischen Ausstellungsstätte wider. Wie einst in der Textilfabrik Ermen & Engels geht es um die Prinzipien von Energie, Transport, Lagerung und Produktion. Alte Fotos und authentische Exponate verweisen auf die bergische Technikgeschichte.

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Mehrere Kinder spielen mit großen, weichen und bunten Bausteinen.

Bei der Ausstellung in Engelskirchen ist Mitmachen erwünscht. Das freut vor allem jüngere Besucher.

End- und Höhepunkt ist die Kettenreaktion, für die Sonja Faller und Jasmin Schäfer einen großen Fundus an Geräten und Materialien zusammengetragen haben, mit dem die Besucher frei hantieren können, um eine möglichst raffinierte Reaktionskette zusammenzufügen. Die beiden Museumspädagoginnen aus der Oberhausener Zentrale haben die Ausstellung konzipiert und sie bereits im Vorfeld mit den Looper Kindern getestet.

Die Schau „Probiert? Kapiert!“ erlebt auf der großzügigen Ausstellungsfläche in Engelskirchen ihre Premiere und soll dort zunächst bis zum 22. Oktober, nach der Winterpause aber auch noch eine weitere Saison lang Besucher anlocken. Im Sommer wird eine identische Zweitversion in der Ratinger Textilfabrik Cromford eröffnet. Danach wandert „Probiert? Kapiert!“ durch die Industriemuseen in Oberhausen, Euskirchen, Bergisch Gladbach und Solingen.

Zwei Jungen stehen an mehreren bunten Zahnrädern.

Die kleinen Gäste der Ausstellung dürfen auch selbst experimentieren.

Zur Ausstellung „Probiert? Kapiert!“ gehört ein Begleitprogramm. Museumsleiterin Sonja Nanko berichtet, dass die ersten Termine für Kettenreaktion-Workshops schon vergeben sind. Dazu kommen   Aktionstage, bei denen die Teilnehmer eine Automatenbox oder einen Flipper bauen. Christina Klein, neue wissenschaftliche Referentin am Engelskirchener Standort, versichert: „Wir haben noch Ideen für mindestens drei Jahre.“

Zur Eröffnung in Engelskirchen ist Prof. Dr. Jürgen Wilhelm angereist. Der stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung weist darauf hin, dass die Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Verständnisses zum Leitbild der LVR-Industriemuseen gehöre. Die Ausstellung setze darauf, dass das „Denken mit den Händen“ in jedem Alter funktioniert: „Beim intuitiven Arbeiten lernt man manchmal mehr als aus einem Buch.“

Engelskirchens Bürgermeister Dr. Gero Karthaus bestätigt das aus eigener Erfahrung. Beim Spiel mit Märklin-Eisenbahn und Fischer-Technik-Baukasten, vor allem aber beim Frisieren seines Mofas habe er viel gelernt. „Die Ausstellung eignet sich besonders für junge Menschen zum Einstieg in das Thema.“   Das neue Angebot trage zur weiteren Aufwertung der Engelskirchener Museumsmeile bei, die das LVR-Haus mit dem Engel-Museum und dem historischen Pfad rund ums Rathaus bildet. Karthaus wirbt: „Auf dem Gelände kann man einen ganzen Tag verbringen.“


Die Mitmachausstellung „Probiert? Kapiert!“ ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5,50 Euro (mit Dauerausstellung 6,50 Euro), Kinder und Jugendliche frei. Eine Kettenreaktion als Gruppenaktion zu bauen, mit Kindern (ab fünf Jahren), Jugendlichen oder Erwachsenen (etwa zum Teambuilding) kostet ab 85 Euro. An jedem ersten Sonntag im Monat kann man von 14 bis 16 Uhr auch an einer großen Gemeinschaftskettenreaktion mitbauen.

Zum Rahmenprogramm gehören mehrere Aktionstage: Am Donnerstag, 25. Mai, 18.30 Uhr, basteln Erwachsene an einer Kettenreaktion unter dem Motto: „Angestoßen! Tüfteln am Abend“. Am Sonntag, 25. Juni, 13 bis 17 Uhr, gibt es Mitmachaktionen am Oelchenshammer unter dem Titel „Platsch!“ Im Juli gibt es weitere Angebote. 

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