Die Geschäftsführung bezeichnet die große Photovoltaikanlage auf dem Werksgelände als Investition in die Zukunft des Standorts.
EnergiewendeBrühler Eisenwerk deckt einen Teil des eigenen Strombedarfs mit Sonnenenergie

Per Knopfdruck nahmen die Geschäftsführer Thomas Friedrich (l.) und Jörg Brotzki gemeinsam mit NRW-Ministerin Mona Neubaur die Photovoltaikanlage am Eisenwerk in Betrieb.
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Das Brühler Eisenwerk erzeugt künftig einen Teil des benötigten Stroms selbst und setzt dabei auf Sonnenenergie. Gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) nahmen die Geschäftsführer Thomas Friedrich und Jörg Brotzki die neue Photovoltaikanlage auf dem Werksgelände und einem Teil der angrenzenden Parkflächen in Betrieb.
Das Gießereiunternehmen investierte rund 4,2 Millionen Euro in die nach eigenen Angaben größte Photovoltaikanlage in Brühl. 500.000 Euro stammen aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen mit rund 1500 Beschäftigten produziert Motorenblöcke und andere Gussteile für die Automobilindustrie.
Brühl: Photovoltaikanlage deckt bis zu sieben Prozent des Strombedarfs
Mehr als 10.000 Solarmodule liefern eine Leistung von 7,1 Megawatt in der Spitze und können nach Angaben von Projektleiter Jan Arens bis zu 6,9 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren. Das würde für 2000 Haushalte reichen. Allerdings wird der Solarstrom nicht ins Netz eingespeist, sondern direkt im Werk genutzt, unter anderem für die Elektroschmelzöfen. Die Anlage deckt sechs bis sieben Prozent des Strombedarfs des energieintensiven Betriebs.
„Diese Photovoltaikanlage ist weit mehr als ein Energieprojekt“, sagte Geschäftsführer Thomas Friedrich. „Sie ist eine Investition in die Zukunft unseres Standorts hier in Brühl.“ Mit der neuen Anlage leiste das Unternehmen einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz und mache sich gleichzeitig unabhängiger von Preisschwankungen auf den Energiemärkten. Friedrich kündigte bis 2029 weitere Millioneninvestitionen in Umwelttechnik an, um die CO₂-Emissionen weiter zu senken.
Ministerin: Ausbau der erneuerbaren Energien kommt schneller voran
Ministerin Neubaur bezeichnete die Investition als starkes Bekenntnis zum Standort und zur klimaneutralen Produktion. Die direkte Nutzung des Solarstroms vor Ort sei besonders effizient und entlaste die Stromnetze. Zugleich hob sie die Bedeutung der Gießereiindustrie hervor und forderte wettbewerbsfähige Energiepreise für energieintensive Betriebe wie das Eisenwerk.
Neubaur verwies bei der Station ihrer „Gigawatt-Tour“ in Brühl auf den schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien im Rheinischen Revier. Nach Angaben der Ministerin sind in der Region bereits 4,5 Gigawatt Leistung aus Wind-, Solar- und Bioenergie installiert. Das Ziel des Gigawattpakts von fünf Gigawatt bis 2028 könnte bereits Anfang 2027 erreicht werden.
Die Photovoltaikanlage am Brühler Eisenwerk läuft bislang allerdings erst im Testbetrieb. „Wir warten auf die Freigabe des Netzbetreibers“, sagte Projektleiter Arens.
