Friedhof in SchlebuschDas ist der dritte Ruhegarten in Leverkusen

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Nicole Hastrich und ihre Mitarbeiter arbeiten an einem Beet.

Nicole Hastrich und ihre Mitarbeiter haben den Ruhegarten in vier Monaten fertiggestellt.

Seit gut vier Wochen ist der dritte Ruhegarten auf Leverkusener Stadtgebiet eröffnet.

Schon am frühen Morgen wuseln drei Menschen unter den hohen Eichen des „NaturRuh-Gartens“ im Friedhof Scherfenbrand in Schlebusch. Es sind Projektleiterin Nicole Hastrich und die Mitarbeitenden ihres Betriebs von Grabpflege Hastrich. Innerhalb von vier Monaten hat ihr Team den Garten angelegt und durfte ihn am 8. Mai dieses Jahres eröffnet. Nun hat der Bestattungsgarten seit vier Wochen geöffnet, in denen es schon vier Beisetzungen gegeben hat. Insgesamt bietet die Fläche Platz für 400 Bestattungen.

Der Bestattungsgarten in Schlebusch ist in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) entstanden, allen Beteiligten war es ein Anliegen, den Platz nachhaltig zu gestalten. So gibt es hier Insektenhotels und Nistmöglichkeiten sowie Wasserstellen für Vögel. In nächster Zeit sollen hier unter anderem Bienen, Vögel und Fledermäuse ein Zuhause finden.

Ruhegarten in Leverkusen-Schlebusch.

400 Plätze gibt es auf dem Ruhegarten in Leverkusen-Schlebusch.

Auch bei der Gestaltung der Beete wird ein besonderer Fokus auf die Nachhaltigkeit gelegt. In der Regel werden die Gräber auf Friedhöfen je nach Saison bepflanzt, mehrmals im Jahr neu. Im „NaturRuh-Garten“ werden jedoch Stauden zur Grabbepflanzung verwendet. Die sind nachhaltig und so ist der Ruhegarten das ganze Jahr über lebendig, da die Stauden zu unterschiedlichen Zeiten sprießen und so das ganze über immer mindestens eine Pflanze blüht.

Sowohl Hastrich als auch ihren Mitarbeitenden, die die Gräber pflegen, merkt man das Herzblut an, das in dieses Projekt geflossen ist. „Das hat irre viel Spaß gemacht“, schwärmt sie. Auch von Besuchern des Friedhofs komme seit der Eröffnung immer wieder positives Feedback. Seit Anfang Mai gab es schon vier Bestattungen und 20 Reservierungen für Gräber im „NaturRuh-Garten“.  

Ein „Blühendes Staudenmeer“ im dritten Leverkusener Ruhegarten.

Ein „Blühendes Staudenmeer“ im dritten Leverkusener Ruhegarten.

Nicole Hastrich geht davon aus, dass die hohe Nachfrage auch durch den Wunsch älterer Menschen, nach ihrem Ableben niemandem zur Last zu fallen, bedingt ist. Tatsächlich fällt die Sorge um die Pflege bei einem Grab im Bestattungsgarten weg, denn diese ist durch einen Vertrag für die nächsten 20 Jahre geregelt. In dem Vertrag, den Hastrich auch als „Rundum-sorglos-Paket“ bezeichnet, ist auch ein personalisierter Findling inbegriffen, der laut Flyer aus „heimischem und hochwertigem Naturstein“ gefertigt ist.

In dem Garten gibt es insgesamt drei verschiedene Themenbereiche, „Inseln der Verbundenheit“, „Unter den alten Eichen“ und „Blühendes Staudenmeer“. Diese sind unterschiedlich bepflanzt und haben verschiedene Preisklassen. Ein Urnenplatz im Ruhegarten ist 50 mal 50 Zentimeter groß und kostet, je nach ausgewähltem Themenblock, 3900 bis 4600 Euro. Den Platz von ungefähr 700 Quadratmeter für den Bestattungsgarten hat die Stadt Leverkusen zu Verfügung gestellt. Im Bestattungsgarten gibt es sowohl die Möglichkeit zur Urnen- als auch zur Erdbestattung, dabei  liegt der Fokus jedoch eher auf ersterem aufgrund des gesamtgesellschaftlichen Trends.

Doch der Bestattungsgarten soll nicht nur ein Ort der Trauer sein, es geht auch um Erinnerung, Verbundenheit, Begegnung, Naturerfahrung und Erholung. Dazu lädt der Garten, mit seiner natürlichen, lebendigen Bepflanzung und den kleinen Wegen und Bänken, die angelegt wurden, damit sich die Menschen immer wieder hinsetzen und hier Zeit verbringen, ein.

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