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Wohnen in KölnWeniger Baugenehmigungen bei wachsendem Bedarf

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Schöne Altbau-Zeilen prägen das Agnesviertel.

Schöne Altbau-Zeilen prägen das Agnesviertel.

Köln – Zu langsam, zu unentschlossen, zu bürokratisch − Konrad Adenauer, Vorsitzender des Kölner Haus- und Grundbesitzer-Vereins, und Geschäftsführer Thomas Tewes lassen kein gutes Haar an der Wohnungsbaupolitik von NRW-Minister Michael Groschek und der Stadt Köln. Statt die Innenstädte mit immer mehr Wohnungsbau zu verdichten, „bis die Bürger auf die Barrikaden gehen“, sollten besser neue Baugrundstücke am Stadtrand ausgewiesen werden, so ihre Forderung.

Hier aber gebe es kein ausreichendes Angebot in Köln, zudem seien die Genehmigungsverfahren quälend langsam. So seien die Baugenehmigungen im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 28,9 Prozent auf 3333 Wohneinheiten zurückgegangen. Dies sei umso unverständlicher, als jedes Jahr die mehrfache Menge an Neubauwohnungen gebraucht werde, um den Bedarf der wachsenden Stadt zu decken.

Reker fordert mehr Druck auf die Verwaltung

Tatsächlich habe Köln nach Düsseldorf die geringste Bauquote der sieben größten Städte in Deutschland, nämlich 30 Wohnungen auf 10000 Einwohner. Frankfurt erreiche das Doppelte. Oberbürgermeisterin Henriette Reker riefen die Hausbesitzer dazu auf, stärker selbst Entscheidungen auf diesem Gebiet zu treffen und mehr Druck auf die Verwaltung auszuüben.

Alles zum Thema Henriette Reker

Im Immobilienbereich verzeichnete der Verein einen stetigen Anstieg der Preise für Eigentumswohnungen in der Innenstadt und dem „Speckgürtel“ nahe gelegener Stadtteile. In der Kernstadt sei der Quadratmeterpreis binnen drei Jahren von 3000 bis 4000 Euro pro Quadratmeter auf mehr als 4000 Euro angestiegen.

Wem Neubauwohnungen zu teuer seien, der wende sich eben älteren Wohnungen zu, deren Preise dadurch anzögen. Auch entlang der Aachener Straße stiegen die Preise an. Demgegenüber ist das Rechtsrheinische noch ein Niedrigpreis-Paradies, in dem kaum 2500 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Dies liege aber auch an der schlechteren Verkehrsanbindung.

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