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Weiberfastnacht in Köln
Regen treibt Jecke in die Kneipen – Polizei zieht erste Bilanz

Lesezeit 28 Minuten

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Köln hat Weiberfastnacht gefeiert. Die Stadt bereitete sich in den vergangenen Tagen bereits auf den Ansturm vor. Unser Liveblog

Endlich ist es so weit: Weiberfastnacht (8. Februar) läutet traditionell die jeckste Phase des Karnevals ein. Um 11.11 Uhr fiel der offizielle Startschuss für den Straßenkarneval. In ganz Köln wurde gefeiert – allerdings machte das Wetter vielen einen Strich durch die Rechnung.

Alle Ereignisse rund um Weiberfastnacht und die jecken Tage in Köln gibt es hier in unserem Liveblog:

Freitag, 9. Februar, 6.52 Uhr: Polizei meldet ruhige Karnevalsnacht

Die Kölner Polizei meldet in der Nacht von Donnerstag auf Freitag keine größeren Einsätze. In den Abendstunden habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Der Sondereinsatz sei in der Nacht beendet worden, da die Auslastung zu gering gewesen sei. Schon am Abend hatte die Polizei erklärt, dass es im Vergleich zu den Vorjahren einen ruhigen Start in den Straßenkarneval gegeben hatte.

Alles zum Thema Weiberfastnacht

20.40 Uhr: Polizei hatte weniger zu tun als in Vorjahren

In einer vorläufigen Bilanz spricht die Kölner Polizei von einem – wetterbedingt – eher ruhigen Start in den Straßenkarneval. Es wurden zehn Personen in Gewahrsam genommen und 21 Strafanzeigen wegen Körperverletzungsdelikten (18), Raub (1), Widerstand (1) und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (1) erstellt. Zudem wurden bei der Polizei bislang vier Sexualdelikte angezeigt, bei denen Frauen begrapscht wurden sowie eins wegen exhibitionistischer Handlungen.

Bei einem 16-Jährigen auf der Zülpicher Straße wurde eine Taschenlampe mit integriertem Taser sichergestellt. Auf dem Hohenzollernring gab es eine Auseinandersetzung mehrerer Personen, bei der ein 25 Jahre alter Mann zu Boden ging und durch Tritte gegen den Kopf schwerverletzt wurde. Zwei Tatverdächtige konnten flüchten. Die Ermittlungen laufen.

20.20 Uhr: Vorläufige Bilanz der Stadt 

Die Einsatzkräfte von Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr hatten im Tagesverlauf weniger Arbeit als in den Vorjahren. Der Auftakt des Straßenkarnevals sei bis zum späten Nachmittag weitaus ruhiger verlaufen als am 11. 11. oder Weiberfastnacht 2023, sagte eine Sprecherin der Stadt. Zu einem größeren Einsatz am Breslauer Platz. Bei einem Unfall mit einem Karnevalswagen wurden zwei Menschen verletzt. Der Rettungsdienst wurde zu 345 Einsätzen gerufen, an den Unfallhilfsstellen wurden 135 Behandlungen durchgeführt.

Im Umfeld der Zülpicher Straße wurden 72, in der Altstadt sechs Wildpinkler erwischt. 30 hilflose Betrunkene wurden im Zülpicher Viertel den Sanitätsdiensten übergeben, in der Altstadt waren es drei.

Neben rund 200 Mitarbeitenden des Ordnungsamtes waren rund 1000 Kräfte eines privaten Sicherheitsunternehmens im Einsatz und überwachten die Eingänge ins Zülpicher Viertel und die Zugänge zur Ausweichfläche auf der Uniwiese sowie die Einhaltung des Glasverbots. Bei der Kontrolle des Sicherheitspersonals wurden 54 Personen vom Ordnungsamt abgelehnt — unter anderem, weil nach Angaben der Stadt Dokumente nicht vorhanden oder unvollständig waren.

19.53 Uhr: Zülpicher Straße ist nicht ganz voll

Auf der Zülpicher Straße ist die Stimmung gut, die Jecken feiern ausgelassen auch auf der Straße. Dennoch kommt es immer wieder zu unschönen Szene: Wildpinkler stehen in den Ecken, und auch Feiernde, die sich offenbar überschätzt haben, verunreinigen die Straße. Dies liegt sicherlich auch daran, dass das Publikum hier im Vergleich sehr jung ist. Ganz voll ist es nicht, die „Zülpi“ ist zur Hälfte oder zu einem Drittel gefüllt.

19.30 Uhr: Kneipenkarneval in Ehrenfeld läuft seit dem Morgen

In den „Hängenden Gärten“ in Ehrenfeld ist die Stimmung großartig. Inhaber Thomas Pollmann singt und schunkelt mit Anna, einer ehemaligen „Gärtnerin“, die seit 23 Jahren mit dabei ist. Die „Gärten“ haben dieses Jahr schon um 10 Uhr aufgemacht und ab 10:45 Uhr war die Kneipe schon gut gefüllt. Auch Nicht-Kölner feiern hier: Nicole kommt aus Bottrop und ist zum ersten Mal hier zum Karneval. Die Stimmung findet sie großartig.

19.10 Uhr: Wanderbewegung Richtung Zülpicher

Auf der Schaafenstraße wird besonders bunt Karneval gefeiert. Obwohl die Wirte hier im Vorfeld Bedenken gegen die neue Bühne auf dem Hohenstaufenring hatten, ist die Partylaune gut. Auf den Ringen sind Karnevalisten unterwegs, die größtenteils in Richtung Zülpicher Straße strömen, um die Feier hier in den Kneipen fortzusetzen.

18.25 Uhr: Pinkel-Probleme am Brüsseler Platz

Der Brüsseler Platz füllt sich immer mehr, denn auch das Wetter bleibt stabil. Einige Geschäfte haben ihre Schaufenster mit Spanplatten geschützt. Weite Teile des Platzes vor der Kirche wurden vorab abgesperrt. Die verbliebenen Flächen werden von den Jecken bislang vor allem als Verbindungswege zwischen den Kneipen, Restaurants und Büdchen genutzt. Die Stimmung ist gut.

Allerdings gibt es Pinkel-Probleme, da das Toilettenhäuschen in dem abgesperrten Bereich liegt. Dixi-Klos scheinen Mangelware zu sein. Ein Wildpinkler, auf frischer Tat ertappt, sagt leicht hilflos: „Was soll ich machen? Wenn ich mir in die Hose mache, ist der Abend vorbei!“

17.55 Uhr: Neue Bühne auf dem Hohenstaufenring wird nur schlecht angenommen

An der neuen Bühne auf dem Hohenstaufenring bleibt es an Weiberfastnacht auffallend leer. Die wenigen Feiernden, die an Weiberfastnacht das neue Angebot zwischen Schaafenstraße und Schaevenstraße aufgesucht haben, stellten sich zwischendurch lieber in die Hauseingänge statt an die Bühne. Die neue Bühne soll sich als Ausweichfläche für die üblicherweise brechend volle Zülpicher Straße etablieren. Kritik gibt es von den Wirten der Schaafenstraße. 

17.30 Uhr: Party am Tanzbrunnen trotzt dem Regen

Die Weiberfastnachtsparty von Radio Köln und Kölner Stadt-Anzeiger Medien am Tanzbrunnen findet am Donnerstag unter freiem Himmel statt. Die Besucherinnen und Besucher hat das nicht abgehalten. Die Kostüme wurden angepasst: in Wetterfrosch, eine Schneeflocke, Aprilwetter und Regen, noch ein paar Regencapes drübergezogen und fertig.

Auf der Bühne stehen mit Kasalla, Cat Ballou, den Bläck Fööss, Miljö, Lupo, Planschemalöör und vielen weiteren Bands so ziemlich alles, was der Karneval aktuell musikalisch zu bieten hat.

16.45 Uhr: Polizei bereitet sich auf Abend vor

Die Polizei bereitet sich derzeit auf die späten Stunden in der Stadt vor. Im Fokus stehen auch heute Abend und in der Nacht die üblichen Hotspots Zülpicher Viertel, Ringe und Altstadt. Ein Sprecher der Polizei sagt: „Wir bleiben wachsam, auch wenn insgesamt bisher heute weniger los ist als sonst an Weiberfastnacht.“

Allmählich steigt auch die Zahl der Auseinandersetzungen und Schlägereien – wie üblich mit späterer Uhrzeit und zunehmender Alkoholisierung – aber alles auf niedrigerem Niveau als sonst.

16.20 Uhr: Jecke trotzen dem Regen und feiern ausgelassen Wieverfastelovend

Ein erstes Fazit zum Vormittag: Der Dauerregen an Weiberfastnacht konnte die Stimmung bei der traditionellen Eröffnung des Straßenkarnevals nicht trüben.

Fünf Minuten vor dem großen Konfetti-Countdown stimmt Prinz Sascha I. auf der Bühne a cappella „En unserem Veedel“ an, der Alter Markt singt und schunkelt mit dem Kölner Dreigestirn. Um Punkt 11.11 Uhr – der Countdown läuft nach Atomuhr – explodieren Konfettikanonen mit eben jenen Papierschnipseln in den Farben der Altstädter, die traditionell den Straßenkarneval auf dem Alter Markt eröffnen. Das Konfetti wirbelt fröhlich durch die Luft, die Jecken jubeln.

16 Uhr: Totale Tristesse am Aachener Weiher

Totale Tristesse am Aachener Weiher. Auf der großen Wiese, wo am 11.11. noch tausende gefeiert haben, grasen Gänse. Nur vereinzelte Jecke verlaufen sich heute in den Hiroshima-Nagasaki-Park. Die Wäldchen links und rechts des Hügels sowie der Weiher selbst sind erstmals mit Bauzäunen eingegittert, um eine Vermüllung zu verhindern. Abfall fällt aber kaum an. Auch die Müllcontainer, die die AWB aufgestellt hat, sind leer.

15.45 Uhr: Statements von Henriette Reker und Kuckelkorn

15.15 Uhr: Polizeipräsident zieht erstes Fazit

Johannes Hermanns erlebt den Straßenkarneval in Köln zum ersten Mal in der Funktion als Polizeipräsident. Er spricht von einer insgesamt ruhigen Lage für die Polizei. „Als ich eben meinen Blick über die Zülpicher Straße schweifen ließ, dachte ich: Das ist ja schon ganz schön voll hier“, schildert er. „Aber meine Kollegen haben mir versichert, dass nicht viel los ist im Vergleich zu sonst.“

Er sagte, bis zum Nachmittag sei es aus Sicht der Polizei „völlig ereignislos“ geblieben. „Der Regen hat vermutlich dazu beigetragen. Es sind auch nicht so viele Menschen in der Stadt, wie am 11.11. oder im vergangenen Jahr.“ Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) erklärte sich das mit den Worten: „Die nur saufen wollen, sind eben zu Hause geblieben.“ Sie klang dabei nicht unglücklich.

15.10 Uhr: Polizei-Pressesprecher zu der aktuellen Lage

„Man sieht, Weiberfastnacht scheint dieses Wasser ins Wasser zu fallen“, sagt ein regennasser Wolfgang Baldes, Pressesprecher der Kölner Polizei, zu der Lage an den Uniwiesen. Der Dauerregen hat die Jecken von der aufwendig aufgebauten Feier-Ausweichfläche vertrieben. „Kaum ein Mensch ist hier noch auf der Uniwiese, alles geht jetzt ins Zülpicher Viertel und viele offensichtlich auch schon zu den Bahnen, um nach Hause zu fahren.“ Die Uniwiese sollte als Ausweichfläche für Feiernde dienen, wegen mangelndes Regenschutzes ist das mit Bodenplatten ausgelegte Areal aber recht uninteressant für viele Feiernde geworden.

15.05 Uhr: Blick in die Veedel: So wurde in Mülheim gefeiert

Weil die Organisatoren kurzfristig für Zelte gesorgt hatten, konnten Mülheims Jecken trotz Regens weitgehend trocken feiern.

Mülheims Jecken ließen sich auch vom Regen nicht aufhalten, auf dem Wiener Platz ihre Weiberfastnacht zu feiern. Der Verein der Freunde und Förderer des Wiener Platzes hatte wieder eingeladen. „Wir tragen die Verantwortung für diese Veranstaltung seit 2020“, berichtet Klaus Damnig, einer der Aktiven. In den Vorjahren wurde für die Feier von verschiedenen Vereinen organisiert

15 Uhr: Kneipen in der Südstadt weiterhin rappelvoll

Die Kneipen in der Südstadt sind weiter rappelvoll. Immer noch stehen Menschen an und hoffen darauf, Einlass zu bekommen. So zum Beispiel vor der Bagatelle oder dem Dialog. In den Nebenstraßen stehen auch zahlreiche Grüppchen und haben die Party nach Draußen verlegt. Allerdings ist es insgesamt deutlich leerer, als noch im vergangenen Jahr.

14.55 Uhr: Jungfrau Frieda kann doch nicht an allen Terminen des Tages teilnehmen

Trotz Gehhilfen und gutem Willen kann Jungfrau Frieda nicht wie erhofft an allen 18 Terminen teilnehmen. Er muss zwischendurch Pausen einlegen, der Muskelfaserriss setzt ihm zu sehr zu. Bei der Straßensitzung der „Höhenhauser Naakskühle“ konnte er nicht dabei sein und Prinz Sascha I. und Bauer Werner mussten als Zweigestirn auftreten. Nun wolle er aber wieder in die Dreigestirnstour einsteigen, heißt es vom Festkomitee.

14.30 Uhr: Stimmung im Zülpicher Viertel wird immer aufgeheizter

Die Einsätze der Polizei im Zülpicher Viertel häufen sich mit steigendem Alkoholpegel. Immer wieder kommt es zu kleinen Pöbeleien und Auseinandersetzungen zwischen den Feiernden, die Stimmung wird immer aufgeheizter. Doch zu größeren Zwischenfällen ist es bislang noch nicht gekommen.

14.05 Uhr: Blick in die Veedel: Auch in Worringen wurde gefeiert

Getreu dem diesjährigen Prinzenmotto „Mer stonn unger Strom“, strömten zahlreiche kostümierte Jecke in die Ortsmitte von Worringen nahe der katholischen Kirche, um mit ihrem Prinzen und seiner Gesellschaft die letzten Sekunden herunterzuzählen.

14 Uhr: Loses Gewusel auf der Zülpicher Straße

Auf der Zülpicher Straße ist weiterhin loses Gewusel. Immer wieder tragen Sanitäter Jugendliche auf Tragen davon, die es mit dem Alkohol übertrieben haben.

13.50 Uhr: Zahlreiche Kneipen, Jecke und KGs „donnern gegen Rechts“

Pünktlich um 12.05 Uhr erschallte aus vielen Lautsprechern „Kein Kölsch für Nazis“, um so ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Viele Kneipen, Jecke und KGs folgten dem Aufruf des neuen Bündnisses „Donnern gegen Rechts“, das den Song von Brings, Lugatti & 9ine und Querbeat zeitgleich aus den Boxen schallen lassen wollte. In sozialen Netzwerken teilen viele Videos der Aktion. „Spätestens seit den Correctiv-Recherchen schlägt unsere Uhr 5 nach 12“, hieß es in der Ankündigung des Bündnisses.

13.45 Uhr: Blick in die Veedel: Auch in Nippes wurde gefeiert

Rund 2000 Jecke trotzten dem Dauerregen und feierten mit der Nippeser Bürgerwehr den Straßenkarnevals-Auftakt. Das Kölner Dreigestirn und viele Bühnenstars waren dabei.

Und die Anwesenden wurden mit einem wie immer hochkarätigen Programm belohnt: Neben dem Kölner Dreigestirn schauten die Domstürmer, die Boore, Eldorado, Mo Torres, Bel Air und Cat Ballou auf der Bühne neben der Wilhelmstraße plus großer Videoleinwand vorbei. „Wir sorgen dafür, dass euch hier nicht kalt wird. Mer schunkele vun links noh räächs“, verkündete Boore-Frontmann Chris Koch – und los ging's mit dem Klassiker „Rut sin de Ruse“, bald gefolgt von der Prince-Hommage „Lila Rään“ (Purple Rain), sogar mit Konfettikanone und Feuerwerksfontänen. „Ihr sehr so mega gut aus mit den Schirmen!“, lobte Koch die munter wippende Menge. Im Anschluss sorgten Eldorado mit „Verlieb dich nie“ (Thekenmädche) für Stimmung.

13.30 Uhr: So war die Stimmung auf der Zülpicher Straße

13.20 Uhr: Feuerwehr Köln zieht erstes Zwischenfazit

Die Feuerwehr Köln meldet eine „sehr ruhige“ Lage bislang. An den verschiedenen Unfallhilfsstellen sowie im erstmals eingerichteten Notfallversorgungszentrum am Perlengraben herrsche nur ein „minimales Patientenaufkommen“ - was aus Sicht der Retter sehr erfreulich sei. Mit Augenzwinkern sagt ein Feuerwehrsprecher: „Die Kollegen stehen da und schauen dem Regen beim Fallen zu.“

13.10 Uhr: Neue Bühne am Hohenstaufenring zieht nur wenige Feiernde an

Die neue Karnevalsbühne auf dem Hohenstaufenring zwischen Ecke Lindenstraße und Schaafenstraße sollte am Vormittag eigentlich für Entlastung sorgen. Doch viel los war nicht.

Joachim Zöller, Präsident der „KG Die Grosse von 1823“, zieht ein erstes Zwischenfazit: „Dass der Regen sich so auswirken würde, hätten wir nicht gedacht“. Und meint damit, dass sich nur wenige Jecken vor der neuen Bühne am Ring versammelt haben. Aber er bleibt gelassen: „Wir wollten eine Alternative schaffen und keinen weiteren Hotspot“. Die neue Bühne könne erst dann als Ausweichfläche eingesetzt werden, wenn sie sich wirklich etabliert. Das könne schon auch drei bis vier Jahre dauern. „Wir haben auch nicht viel geworben vorher, es ist eine Gratwanderung“.

13 Uhr: Feiernde suchen sich regengeschützte Party-Spots – Polizei greift ein

Not macht erfinderisch: Eine Miniparty findet unter der Brücke an der Ecke Lindenstraße/ Zülpicher Wall statt. Da ist es trocken, die Feiernden knubbeln sich auf dem kleinen Stück.

Doch lange dauert es nicht, bis die Polizei die Party aus Sicherheitsgründen auflöst. Security-Mitarbeiter stehen mittlerweile an der Brücke und fordern jeden auf, weiterzugehen, der stehen bleibt.

12.35 Uhr: Einlassstopp im Backes in der Südstadt

Um kurz nach 12 heißt es Einlasstopp im Backes in der Südstadt. Es ist brechend voll in der Kneipe. Die Stimmung ist bestens. Die Gäste tanzen, schunkeln, singen lauthals mit. Kölschkränze wandern über die Köpfe hinweg. Hier feiern Einheimische und Immis aus Bornheim, Schwäbisch Hall und Berlin gemeinsam. Draußen stehen noch rund 20 Leute in der Schlange im Regen

12.20 Uhr: Jecke durchbrechen Absperrung Richtung Luxemburger Straße

Beim Ausgang zur Luxemburger Straße auf der Moselstraße haben Jecke die Absperrung durchbrochen. Weil sich die Menge am schmalen Ausgang staute, haben mehrere Menschen die Zäune umgeschmissen um hinauszugelangen. Dabei gröhlten sie „der Zaun muss weg“.

Etwa zehn Minuten später war die Polizei vor Ort, die die überforderten Sicherheitsordner am Ausgang unterstützen und die Absperrung wieder aufbauten.

Grund für den Stau war wohl, dass viele Jecke unter der Bahnbrücke auf der Luxemburger Straße Unterschlupf vor dem Regen suchen. Das Ergebnis ist, dass dort weder Autos noch Fußgänger weiterkommen. Die Polizei leitet den Verkehr um. Ein Polizist bittet die Jecke per Lautsprecher weiterzulaufen.

12.15 Uhr: Kneipen werden immer voller – „Kein Kölsch für Nazis“ um fünf nach 12

In der Kneipe „Excorner“ in der Schaafenstraße wird es langsam voller. Kneipe ist für viele die bessere Option zum Regenwetter. Pünktlich um 12:05 läuft das Lied „Kein Kölsch für Nazis“ von Querbeat, Lugatti&Nine und Brings. Die Kölner Kneipen hatten sich geeinigt, das Lied zur selben Uhrzeit zu spielen, um auch im Karneval ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

12.10 Uhr: „Da hat man das einfach im Blut“ – Mit regentauglichem Outfit am Tanzbrunnen

Kölsche Mädcher wissen, was zu tun ist: Einmal in der Kostümkiste gekramt, den Friesennerz, gestreifte Strümpfe und die Kapitänsmützen hervorgeholt, und fertig ist das regentaugliche Karnevalskostüm. „Das hatten wir letztes Jahr schon an und haben es nochmal hervorgeholt“, erzählt Monika. Gemeinsam mit Ute, Andrea und Uschi machen sie vor der Bühne am Tanzbrunnen das Beste aus dem Wetter. „Ich feiere Karneval, seit ich 13 bin“, sagt Ute. „Da hat man das einfach im Blut.“ Ob sie heute den ganzen Tag im Regen durchhalten, wissen sie gegen 12 Uhr mittags noch nicht. „Wenn es reicht, dann reichts. Dann gehen wir noch in die Kneipe“, sagt Ute.

12.05: Gute Stimmung vor der Weiberfastnachtsbühne im Tanzbrunnen

12 Uhr: Farbpalette im Backes unterwegs

Neun Frauen, nach eigenen Angaben „um die 50“, feiern seit über 15 Jahren im Backes. Sie gehen als Farbpalette. Seit kurz nach 8 standen sie in der Schlange und gehören zu den Ersten in der Südstadtkneipe, die um 11 Uhr die Tür geöffnet hat

11.40 Uhr: Mitarbeiter des Ordnungsamts mit Flaschen beworfen

Auch das Ordnungsamt patrouilliert durch das Wirrwarr der Zülpicher Straße und hat es dabei auch auf Glasflaschen abgesehen, die einige Jecke trotz Verbot hereingeschmuggelt haben.

Als vier Beamte Richtung Ausgang Roonstraße laufen, schmeißt jemand aus der Menge plötzlich mit einer Glasflasche. Unser Reporter beobachtet, wie die Beamten den jungen Mann anschließend abführen – die Stadt Köln konnte diesen Einsatz allerdings nicht bestätigen.

Auch der ein oder andere Wildpinkler ist dieses Jahr in den Nebenstraßen der Zülpicher Straße zu sehen.

11.35 Uhr: Frösche von der Loreley in grünen Regencapes

Vorbereitung ist alles: Die Frösche von der Loreley haben am Dienstag noch grüne Regencapes bestellt. Amazon Prime hat’s möglich gemacht. Die Freundinnen sind jedes Jahr am Alter Markt, haben auch den 11.11. hier gefeiert. Grund ist Köln-Fan und Lukas-Podolski-Ultra Laura.

„Meine Mutter war früher auch immer hier und seit ein paar Jahren fahren wir auch.“ Sie sei dieses Jahr jedes Wochenende in Köln gewesen, etwa beim 1. FC Köln oder in der Lachenden Kölnarena. Zum Regen sagt sie nur: „Wir werden schon wieder trocken.“

11.25 Uhr: Zülpicher Straße leert sich

Etliche Feiernde gehen auf der Zülpicher Straße Richtung Ausgang. Es leert sich.

11.20 Uhr: Straßenkarneval in Sülz eröffnet

Trotz der Regenfälle eröffnen die Feiernden den Straßenkarneval an der Nikolauskirche in Sülz vergnügt. Die Begrüßung übernimmt Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp: „Das Wetter ist nicht mit uns, aber wir lassen uns den Spaß an der Freud nicht verderben.“

11.11 Uhr: Alaaf! Tausende Jecke feiern pünktlich um 11.11 Uhr die Eröffnung des Straßenkarnevals

Kurzer, lauter Jubel um Punkt 11.11 Uhr. Der kollektive Countdown, der irgendwo zwischen 7 und 9 startete, zählt die letzten Sekunden vor Beginn des Straßenkarnevals und vereint die Feiernden auf der Zülpicher Straße kurz. Nachdem sich alle kurz bejubelt und umarmt haben, geht das Stimmen- und Musikwirrwarr weiter.

11.05 Uhr: Kurz vor 11.11 Uhr: Regen an der Zülpicher setzt ein

Kurz vor 11.11 Uhr setzt der Regen ein. Viele Jecken auf der Zülpicher Straße sind aber gut vorbereitet und haben den Regenschirm gezückt. Vom schlechten Wetter lassen die Menschen sich hier jedenfalls nicht die Laune verderben. Auch der Alkoholpegel scheint um kurz vor 11 seinem Höhepunkt zuzusteuern.

11 Uhr: Programm an der neuen Bühne am Ring läuft

Steffen und Dorin wollen eigentlich ab 11 Uhr zum Feiern in die Schaafenstrasse. Vorher trinken sie noch ein Bier an der neuen Bühne am Ring. Ein wenig besorgt waren sie schon, was das Festival hier für Auswirkungen auf die Schaafenstraße haben wird. „Am 11.11. wurden wir von Jugendlichen angepöbelt. Jetzt sieht es noch ruhig aus, aber mal sehen, wie der Tag wird. Durch die Absperrung wirkt es auf jeden Fall sicherer“, sagt Steffen, der regelmäßig aus dem Kölner Umland zum Feiern in die Schaafenstraße kommt.

10.55 Uhr: Programm am Tanzbrunnen hat angefangen

Das Programm am Tanzbrunnen hat angefangen – Lupo eröffnen und präsentieren ihren Sessions-Hit „Mih als Zehuss“, der Platz 3 bei „Loss mer Singe“ belegte. Die Jecken sind trotz Regens zahlreich gekommen.

10.50 Uhr: Zugänge zur Zülpicher Straße nach wie vor offen

Keine halbe Stunde mehr bis 11.11 Uhr – und nach wie vor sind die Zugänge zur Zülpicher Straße offen. Laut Polizei sei der Feier-Hotspot bisher „zu 80 bis 90 Prozent“ ausgelastet. Noch ist also ein bisschen Platz, ob man aber um 11.11 Uhr noch hereinkommt, ist fraglich.

Es wird allerdings immer voller, der Regen wird stärker, ständig dröhnt das Geräusch eines Polizeihubschraubers über der Zülpicher Straße, untermalt vom Grölen der Betrunkenen und Musik aus den anliegenden Kneipen und mitgebrachten Bluetoothboxen. Die Leute drängen sich unter Regenschirme, die Masse konzentriert sich im vorderen Bereich der Straße am Zülpicher Platz. So richtig Partystimmung kommt nicht auf.

10.45 Uhr: DWD erwartet verregneten Tag

Dauerregen an Weiberfastnacht, danach Wetter-Hoffnung an Karneval: Der Deutsche Wetter-Dienst (DWD) erwartet an Weiberfastnacht weiterhin Dauerregen. „Regenspitzen wird es zwischen 12 und 14 sowie zwischen 15 und 16 Uhr geben“, erklärte eine DWD-Meteorologin am Donnerstag gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Danach wird es bis in die Nacht zu Freitag kräftig weiterregnen, Jecke sollten sich nach einem trockenen Platz umsehen“, erklärte sie weiter. Die Temperaturen liegen am Donnerstag in der Spitze bei 10 Grad Celsius.

Am Karnevalsfreitag wird es vor allem wärmer, in Köln sind 14 Grad möglich. Dazu kommen laut DWD-Meteorologin immer wieder Schauer, aber es bleibt häufiger trocken: „Mit ein bisschen Glück trifft es Köln nicht“, so die DWD-Meteorologin. Der Samstag bleibt überwiegend trocken, nur vereinzelt soll es Schauer geben.

10.40 Uhr: So ist die Lage in der Südstadt

In der Südstadt geht es noch sehr entspannt zu. Die Bahnen spucken Kostümierte aus, die in alle möglichen Himmelsrichtungen zu den verschiedensten Kneipen pilgern. Schlangen bilden sich an Bäckereien. Die Jecken stärken sich für den Tag. An der Severinstorburg laufen noch Vorbereitungen für das „Jan und Griet“-Spiel.

Vor dem Backes in der Südstadt stehen die Gäste traditionell seit 8 Uhr an. Die Schlange ist inzwischen lang. Um 11 öffnen sich die Türen. Die Wartenden trotzen dem Regen gut gelaunt mit Schirmen, Gesang und Kölsch.

10.20 Uhr: Zugänge an den Uni-Wiesen ebenfalls noch offen

Auf der Ausweichfläche auf den Uni-Wiesen ist auch noch sehr viel Platz. Die Zugänge sind weiter offen. Auch am Aachener Weiher ist noch nicht viel los.

10.15 Uhr: Bürgerorden für das Dreigestirn – Rekers Appell

Bernhard Conin feiert heute seinen 70. Geburtstag, seine Familie hat ihn ins Rathaus begleitet. Die Jecken im Hansasaal singen ihm ein Geburtstagslied. Conin verleiht den Bürgerorden an das Kölner Dreigestirn: „Die drei haben ihre Aufgabe hervorragend erfüllt.“

Reker spricht in ihrer Rede über die Großdemonstration gegen Rechtsextremismus, die gezeigt habe:  „Köln ist so integrativ, wie es unser Stammbaum besingt.“

Aber: „Am Ende reicht es nicht, die Vielfalt zu beschunkeln. Sie konsequent zu leben, darauf kommt es an.“ FK-Präsident Kuckelkorn dankt ihr für die klaren Worte. Bisher seien wegen des Wetters weniger Jecken in Köln unterwegs.

10.10 Uhr: Kölner Polizei will „entschlossen“ durchgreifen

Die Kölner Polizei hat zu Weiberfastnacht ein „frühzeitiges und entschlossenes“ Eingreifen angekündigt. Vorgehen wolle man gegen all diejenigen, „die Karneval für Schlägereien, Diebstähle oder andere Straftaten missbrauchen.“ In Köln sind tausende Polizistinnen und Polizisten am Einsatz, besonderer Fokus liegt auf Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Rosenmontag, hieß es in der Ankündigung. Laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) werden in ganz NRW mehr als 60.000 Einsatzkräfte für Sicherheit sorgen.

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10 Uhr: Noch kein KVB-Chaos in Sicht

An Neumarkt und Heumarkt fahren rund eine Stunde vor 11.11 Uhr die Bahnen noch ganz normal. Das schlechte Wetter führt zu deutlich weniger Jecken auf den Straßen. Für den Fall der Überfüllung hatte die KVB angekündigt, die Haltestelle Heumarkt zu sperren. Davon ist man weit entfernt.

9.55 Uhr: Synagoge in der Roonstraße abgeriegelt 

Wie schon am 11.11. hat die Polizei die Synagoge an der Roonstraße, direkt am Zugang zur Zülpicher Straße, mit Drängelgittern abgeriegelt. Auf einem großen Plakat, das an der Fassade der Synagoge angebracht ist, erinnert die jüdische Gemeinde an die vielen Geiseln, die seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober noch immer vermisst werden.

Mehrere Polizeiwagen stehen vor dem Gotteshaus, direkt vor der Synagoge patrouillieren Polizisten und blicken auf den Strom von Verkleideten, der in Richtung Zülpicher Straße läuft. Im Vergleich zum 11.11. als um diese Zeit bereits niemand mehr hereinkam, hält sich der Zustrom im Vergleich noch in Grenzen. Die Zülpicher ist trotzdem mittlerweile voll mit Menschen. (fho)

9.50 Uhr: Jecke fahren vom Rechtsrheinischen in die Innenstadt

Ein Blick ins Rechtsrheinische: Am Wiener Platz (Mülheims Verkehrsknoten) ist es noch verhältnismäßig ruhig, alle warten auf die KVB in Richtung Innenstadt.

9.45 Uhr: Änderungen bei der KVB

In den Tagen des Straßenkarnevals von Weiberfastnacht, 8. Februar, bis Rosenmontag, 12. Februar, haben die KVB einige Änderungen angekündigt  – wichtig für alle, die Richtung Rathaus wollen: Die Bahnen der Linie 5 Uhr durchfahren ab 7 Uhr die Haltestelle ohne Halt. Heißt: Fahrgäste müssen die benachbarten Haltestellen Dom/Hauptbahnhof und Heumarkt zum Ein- und Ausstieg nutzen.

9.40 Uhr: Zülpicher Straße füllt sich immer mehr

Die Zülpicher Straße füllt sich jetzt schneller und schneller. Leere Kurze werden im hohen Bogen in die Menge geworfen. Das Grölen wird auch immer häufiger und lauter. Noch sind hier Lücken in der Menge, doch sie werden kleiner. Die jungen Leute haben Glück, es regnet nur leicht.

Vereinzelt werden plötzlich ein paar Böller gezündet. Das Ordnungsamt macht sich auf den Weg. Und für die ersten Feiernden ist der Tag auch schon wieder vorbei. Ein junges Mädchen liegt betrunken auf dem Boden. Die lauten Böller lösen immer wieder Jubel unter den Jugendlichen aus.

9.35 Uhr: Das ist das provisorische Notfallversorgungszentrum an der Humboldtstraße

Am Perlengraben wird die Turnhalle des Berufskollegs Humboldtstraße am Donnerstag und an Rosenmontag zu einem provisorischen „Notfallversorgungszentrum“ umgebaut, um die Krankenhäuser zu entlasten. Behandelt werden in der Turnhalle aber keine medizinischen Notfälle, stattdessen betreut Fachpersonal laut Feuerwehr „alkoholisierte, aber stabile Patienten“, bis diese selbstständig oder in Begleitung den Nachhauseweg antreten können.

9.30 Uhr: Reker begrüßt Blaue Funken

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die Blauen Funken in der Piazzetta im Rathaus begrüßt.

9.25 Uhr: Programm auf der neuen Bühne am Ring hat begonnen

Um 9 Uhr hat offiziell das Programm an der neuen Bühne am Ring zwischen Schaafenstraße und Schaevenstraße begonnen: Die Lage ist ruhig, es sind noch kaum Menschen da. Eine Gruppe Jugendlicher hat den Abschnitt als Durchgang benutzt. „Wir wollen eigentlich zur Zülpicher, aber ich finde, dass die Bühne eine gute Idee ist“, sagt die junge Frau.

Thomas Feuser ist mit seinen Freunden ganz bewusst hergekommen: „Ich freu mich auf ein friedliches Feiern. Auf der Zülpicher Straße habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Sind extra früh aufgestanden“, so der 20-Jährige.

Mit dem Jugendchor St. Stephan aus dem Kölner Süden beginnt das Bühnenprogramm am Ring. Langsam kommen auch ein paar mehr Zuschauer dazu.

9.20 Uhr: Minions aus dem Westerwald freuen sich auf den Tag

Die Minions aus dem Westerwald sind das erste Mal zu Weiberfastnacht in Köln. Ihr Fußballtrainer Schoko darf heute den Fremdenführer geben. Zum schlechten Wetter sagen sie nur: „Ist egal!“

9.15 Uhr: Auch aus dem Umland machen sich viele Jecke auf den Weg nach Köln

„Da fährt der Zug einmal pünktlich“, ärgerte sich Sara. Eigentlich wollte sie den Zug um 8.30 Uhr nach Köln nehmen. Die unfreiwillige Wartezeit überbrückte sie mit einem Brötchen und einem Prosecco. Um 9 Uhr war der Bahnsteig dann richtig gut gefüllt. Etwa 100 Jecke machten sich von Euskirchen aus auf den Weg noh Kölle. Wichtigste Accessoires: gute Laune und der Regenschirm.

9.10 Uhr: Gähnende Leere am Heumarkt

Am Heumarkt ist am Donnerstagmorgen ebenfalls noch wenig los. Vereinzelt huscht mal eine Kuh oder eine Pippi Langstrumpf über den Platz, der ganz große Ansturm lässt jedoch noch auf sich warten.

8.55 Uhr: Erster Auftritt des Dreigestirns in der Hofburg

Das Dreigestirn ist indes in der Hofburg zu ihrem ersten Auftritt des Tages angekommen. Prinz Sascha I. übergibt das Wort jedoch relativ schnell an Jungfrau Frieda, schließlich ist Wieverfastelovend. Könnte aber auch an seiner Stimme liegen, die am Morgen etwas belegt klingt.

Und auch Jungfrau Frieda scheint nicht fit zu sein, er humpelt deutlich. Ihm scheint der Muskelfaserriss wieder Probleme zu machen. Nach ein paar kurzen Auszeiten in den vergangenen Tagen zur Erholung und Behandlung plant Jungfrau Frieda dennoch den ganzen Tag an allen 18 Auftritten teilzunehmen.

8.40 Uhr: Deutlich weniger Andrang auf Zülpicher Straße als am 11.11.

Die Zugänge zur Zülpicher Straße sind gegen 8.30 Uhr noch leer. Immer wieder kommen ein paar Gruppen Feiernde vorbei und macht sich auf den Weg zur Zülpicher Straße, aber man sieht vor allem gelbe Ordnerwesten. Am 11.11. war um diese Zeit bereits alles voll. Gegen 9 Uhr musste das Ordnungsamt die Zugänge schon dicht machen. Heute ist es noch deutlich entspannter.

Und auch auf der Zülpicher Straße selber ist noch viel Platz. Die jungen Leute stehen in Gruppen beieinander und trinken Bier. Die Stimmung ist friedlich und ruhig, beengt ist es hier noch gar nicht.

8.15 Uhr: „Wecken der Jecken“ – Bellejeckzug zieht in Richtung Hofburg

Der Bellejeckzug der Großen Allgemeinen zieht vom Bahnhof los zur Hofburg. Zum „Wecken der Jecken“ ziehen Abordnungen von rund 20 Karnevalsgesellschaften mit dem Bellejeck durch die Stadt.

8 Uhr: Vor dem Dom ist es noch ruhig – Regen stört Jecken nicht

Am Morgen ist es auf dem Bahnhofsvorplatz noch verhältnismäßig leer, die Jecken versammeln sich im Bahnhof. Dieser Freundesgruppe aus dem Kreis Heinsberg kann das Wetter die Stimmung aber nicht versauen. „Wir wollten es mit unseren Kostümen nicht heraufbeschwören, wir dachten, die Sonnen setzen sich durch!“

7.58 Uhr: Mit diesen Kostümen ist man auch im Regen sicher

Karneval stellt Feiernde vor Herausforderungen, was das Kostüm angeht: Die Klamotte darf nicht zu empfindlich, das Kostüm muss am besten wasserabweisend sein, und gleichzeitig muss es heftige Temperaturunterschiede aushalten. Denn: In der Regel wechselt man von Draußen nach Drinnen und wieder zurück. Wer unsicher ist, mit welchen Verkleidungen man diesen Spagat hinbekommt, dem geben wir hier Tipps:

7.02 Uhr: Bahn warnt vor Verspätungen und Teilausfällen

Die Deutsche Bahn warnt am Donnerstagmorgen vor einem „außergewöhnlich hohen Fahrgastaufkommen“, es könne am Donnerstag aufgrund von Weiberfastnacht bei vielen S-Bahnen und einigen Regionalbahnen zu teilweise „hohen Verspätungen“ kommen, auch „Teilausfälle“ seien nicht auszuschließen, heißt es. Die Fahrgäste werden gebeten, sich über ihre Reiseverbindung kurzfristig zu informieren.

Die Bahn ruft zudem dazu auf, an Weiberfastnacht verstärkt auf die Sicherheit an den Bahnsteigen zu achten und genügend Abstand zur Bahnsteigkante zu halten, auch wenn die Bahnsteige voll sein sollten. Bei überfüllten Zügen sind die Fahrgäste angehalten, auf einen Folgezug zu warten.

Aktuelle Informationen zur Lage im Regionalverkehr der Bahn finden Sie hier: www.zuginfo.nrw

6.19 Uhr: Kölner Polizei bereits im Einsatz – Lage noch ruhig

Die Kölner Polizei ist am frühen Donnerstagmorgen bereits im Einsatz. „Die ersten Aufklärungsmaßnahmen laufen bereits“, so ein Sprecher. Ein Teil der Polizeikräfte würde sich derzeit in Stellung bringen, die meisten seiner Kolleginnen und Kollegen seien dann ab spätestens 8 Uhr im Großeinsatz. 

Vor allem an den Hotspots wie der Zülpicher Straße dürfte der Andrang dann schon groß sein.

Donnerstag, 8. Februar, 6.06 Uhr: Die Ruhe vor dem Sturm

In den frühen Morgenstunden ist es selbst an Weiberfastnacht noch ruhig in Köln. In wenigen Stunden wird das am Beginn des Straßenkarnevals ganz anders aussehen. Um 11.11 Uhr beginnt in Köln die Hochphase des Karnevals. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot im Einsatz sein. 

Ein kleiner Stimmungsdämpfer könnte das Wetter sein. Der Deutsche Wetterdienst hat für Teile von Nordrhein-Westfalen eine Unwetterwarnung vor ergiebigem Dauerregen herausgegeben. Köln kommt dabei immerhin besser weg als andere Regionen. Vor allem im Bergischen Land, im Sauerland und rund um Aachen könnten 60 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter fallen – das reiche aus, um Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer treten zu lassen und Straßen zu überfluten, teilten die Meteorologen mit.

16 Uhr: Am Donnerstag droht Dauerregen

Wie wird das Wetter an den Karnevalstagen? Die Aussichten sind leider alles andere als rosig. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Köln bereits eine Warnung vor Dauerregen herausgegeben, die bis Karnevalsfreitag andauern soll.

Die Regenwahrscheinlichkeit an Weiberfastnacht liegt laut DWD derzeit bei 90 Prozent. Die gute Nachricht: Es bleibt mild, fast schon frühlingshaft sind die Temperaturen. Zehn Grad sind zu erwarten. Zum Feiern sollte aber ein wetterfestes Kostüm eingeplant werden.

15 Uhr: Sind Sie ein echter Jecksperte? Unser Karnevals-Quiz

Wissen Sie etwa, wann zum ersten Mal Frauen im Rosenmontagszug mitgehen durften? Testen Sie zum Karneval, ob Sie Jecksperte sind!

10 Uhr: Prinzen-Garde warnt vor Fake-Tickets für den Kölner Karneval

Für den beliebten „Gardedanz 2024“ – dem Kostümball der Prinzen-Garde Köln von 1906 am Samstag (10. Februar) – sind bereits alle Tickets ausverkauft. Doch auf sozialen Medien und Kleinanzeigenportalen häufen sich nun dubiose und betrügerische Angebote.

Die Prinzen-Garde mahnt zur Vorsicht.

9 Uhr: Wie Jecke möglichst trocken und bei Laune bleiben

Die Wetterprognosen für die Karnevalstage in Köln sind bescheiden. Gut, es sah schon schlechter aus, bislang zumindest keine Sturmwarnung für Rosenmontag. Aber dafür kräftiger Regen an Weiberfastnacht in Köln, mit Regenfällen zwischen 45 und 60 Liter pro Quadratmeter, prognostiziert die Meteorologin Ines von Hollen vom Deutschen Wetterdienst. Mit etwas Glück bleibt es höchstens am Nachmittag phasenweise trocken. Auch für das Wochenende und Rosenmontag sind Schauer angesagt, dazu Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad.

Mit diesen Tipps trotzen Sie dem Regen, ohne Ihr Kostüm zu verbergen.

Mittwoch, 7. Februar, 8 Uhr: Die Nummern und Reihenfolge der Gruppen im „Zoch“

„Wat e Theater – wat e Jeckespill“ – so lautet das Motto für die kommende Session des kölschen Fastelovends. Am Rosenmontag (12. Februar 2024), dem traditionellen Höhepunkt des Kölner Karnevals, ziehen zum Abschluss wieder die geschmückten Wagen durch die Innenstadt. Besonders im Fokus stehen dabei die Motivwagen mit satirischen Darstellungen von Personen und Situationen.

Der Rosenmontagszug 2024 verläuft über 5 Stunden vom Chlodwigplatz bis zur Mohrenstraße - das ist die Reihenfolge der Gruppen.

15 Uhr: Rosenmontagszug in Köln: Persiflagewagen vorgestellt

Die Persiflagewagen des Kölner Rosenmontagszugs sind beim offiziellen Richtfest am Dienstag (6. Februar) vorgestellt worden: Bundeskanzler Olaf Scholz hat es als Faultier auf einen Wagen geschafft, Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein Brett vor seinem Kopf und auch Kardinal Woelki darf natürlich nicht fehlen.

Die Highlights in unserer Bildergalerie:

10.15 Uhr: Kwartier Latäng bereitet sich auf Ansturm an Weiberfastnacht vor

Zwei Tage vor Weiberfastnacht bereitet sich das Kwartier Latäng auf den Ansturm der Feiernden vor. Die Bodenplatten auf der Uniwiese sind am Montagnachmittag schon weitestgehend verlegt, rund um den Aachener Weiher werden Bauzäune aufgebaut, die den Weiher an den Straßenkarnevalstagen vor Scherben und Müll schützen sollen. Auch entlang der Allee zwischen Bachemer Straße und Zülpicher Straße ist der Grüngürtel bereits abgesperrt.

10 Uhr: KVB passt Fahrpläne für Karnevalstage an – Einige Linien fallen ganz aus

Der Karneval in Köln steht kurz bevor, auch bei der KVB laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. In den Tagen des Straßenkarnevals von Weiberfastnacht, 8. Februar, bis Rosenmontag, 12. Februar, haben die KVB einige Änderungen angekündigt.

Alle Änderungen in Köln gibt es hier im Überblick

8.30 Uhr: Von Alaaf bis Zoch – Das große ABC des Karnevals

Der Kölner Karneval hat nicht nur seine eigenen Gesetze, sondern auch sein eigenes Vokabular. Echte Kölner und Kölnerinnen wissen natürlich, was es mit Flönz oder Imi auf sich hat. Aber wissen Sie auch, was Muuzepuckel und Quetschbüggel bedeutet?

Hier geht es direkt zum großen Karnevals-ABC!

Dienstag, 6. Februar, 8 Uhr: Rosenmontagszeitung 2024 – Hier zum Download

„Wat e Theater – Wat e Jeckespill“: Das Motto der aktuellen Session wird im Kölner Rosenmontagzug kreativ und liebevoll umgesetzt. „‚Wat e Theater – Wat e Jeckespill‘ steht für einen typisch kölschen Stoßseufzer“, schreibt Zugleiter Holger Kirsch im Vorwort der Rosenmontagszeitung 2024.

Alle Informationen zu den Gruppen und Wagen, zum Zugweg und zum Ablauf finden Sie in der Rosenmontagszeitung des Festkomitees Kölner Karneval von 1823 e.V., die hier zum Download zur Verfügung steht.

Donnerstag, 1. Februar, 11.10 Uhr: Stadt und Polizei stellen Planungen für den Kölner Straßenkarneval vor

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Eine Woche vor dem Start des Straßenkarnevals stellen Thomas Frenzke, Leiter des Ordnungsdienstes der Stadt Köln, Jens Westendorf, Leiter Veranstaltungsservice im Ordnungsamt, und Martin Lotz, Einsatzleiter der Polizei Köln, die Planungen von Stadt und Polizei für die Karnevalstage vor.

Das Sicherheitskonzept im Hotspot-Bereich Zülpicher Straße bleibt wie bewährt: Zugänge zu dem Feierbereich erhalten Besucher und Besucherinnen auf Höhe der Uni-Mensa sowie an der Roonstraße/Beethovenstraße.

Sollte der Feierbereich überfüllt sein, werden die Jecken aus Richtung Rudolfplatz über die Lindenstraße und Bachemer Straße zur Uni-Wiese, bzw. aus Richtung Barbarossaplatz über die Luxemburger Straße zur Uni-Wiese abgeleitet. Diese bietet als Ausweich- und Ausgleichsfläche Platz für bis zu 50.000 Menschen.

Weiberfastnacht in Köln: Neuerungen am Aachener Weiher und im Hiroshima-Nagasaki-Park

Neu in diesem Jahr wird sein, dass der Aachener Weiher sowie die beiden Wäldchen links und rechts der Wiese im Hiroshima-Nagasaki-Park mit Gittern abgesperrt werden. Grund dafür sei, dass die Entfernung von Glas und sonstigem Müll aus den Wäldchen schwer sein.

Auch die Synagoge an der Roonstraße wird an Weiberfastnacht wieder abgegittert werden.

Insgesamt wird die Polizei mit 1500 Einsatzkräften in der Spitze im Einsatz sein. Die Schwerpunkttage seien laut Lotz Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Rosenmontag.

Außerdem wird es eine neue Veranstaltung auf dem Hohenstaufenring geben, die am Donnerstag von Joachim Zöller, Präsident der Karnevalsgesellschaft „Die Grosse von 1823“, vorgestellt wurde. Der Eingang ist auf den Ringen/Ecke Schaafenstraße, der Ausgang liegt in Höhe der Kreuzung mit der Schaevenstraße. Es gibt eine kleine Bühne und zwei DJ-Zonen, Platz ist für 7500 Menschen.

„Wir wollen die Stadt mit der Veranstaltung unterstützen. Wir haben eine historische Verantwortung für den Karneval“, erläutert Zöller. Unter dem Namen „Open Ring“ soll die Veranstaltung von 9 bis 17 Uhr stattfinden. 

Auf der Bühne treten unter anderem der Jugendchor St. Stephan, die Rhythmussportgruppe, Stadtrand, Kempest Finest, Wimmer Band, Kuhl un de Gäng, Müller und Band auf.

10.20 Uhr: Poldi, Klum und Co. – Diese Promis waren schon beim Rosenmontagszug dabei

In wenigen Tagen steht mit dem Rosenmontagszug ein Highlight des Kölner Karnevals an. Auch Prominente aus Sport, Musik und Fernsehen sind oft Gast dieses besonderen Events. Es folgt eine Zusammenstellung bekannter Persönlichkeiten, die in den vergangenen 20 Jahren beim Rosenmontagszug in Köln zu sehen gewesen sind.

10 Uhr: Zehn Orte, wo Kinder und Jugendliche Karneval feiern können

Zwischen Brauchtum und Besäufnis: Wer etwas ältere Kinder hat, weiß, dass man irgendwann nicht um die Diskussionen herum kommt, ab wann das Feiern auf der Zülpicher Straße erlaubt ist. Ab wann sind die Uni-Wiesen in Ordnung? Und jedes Jahr scheinen die Jugendlichen jünger zu werden, die sich dort ins Gedränge werfen wollen.

Alternativen auf den Straßen, mit Bühnen und DJs für Teenager, werden nicht angeboten. Doch es gibt ein paar Möglichkeiten – auch für 16- und 17-Jährige – in coolen Clubs unter sich Karneval zu feiern.

9 Uhr: Rosenmontagszug, Schull- und Veedelszöch & Co. – 11 Kölner Karnevalszüge, die Sie gesehen haben sollten

Der Rosenmontagzug ist ohne Zweifel der Höhepunkt der Session. Doch auch vor und nach dem Rosenmontag gibt es tolle Karnevalszüge, die Sie gesehen haben sollten. Die vielen Veedelszüge und der Schull- un Veedelszöch sind bekannt und beliebt für ihre ausgefallenen, bunten, selbstgemachten Kostüme der Gruppen und die oftmals gesellschaftskritischen Themen und Mottos. Zahlreiche Musikgruppen sorgen bei den Karnevalsumzügen zusätzlich für gute Stimmung.

Wir haben für Sie elf Karnevalsumzüge ausgesucht, die Sie nicht verpassen sollten. Kennen Sie schon alle?

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